Eva Maria Klima: Das Schreiben als Leidenschaft
„Peris Night – Terakon“ – so lautet der Titel des 1. Buches, das die Osttirolerin veröffentlicht hat. Inzwischen ist die Fantasybuch-Reihe der Autorin auf 4 angewachsen.
In Kürze wird ein neuer Roman erscheinen. Wir trafen uns mit der studierten Informatikerin, die das Schreiben zu ihrem Brotberuf gemacht hat, zum Interview.
Eva Maria Klimas Bücher, darunter auch ein Liebesroman, kann man als Taschenbuch kaufen. 99 Prozent ihrer LeserInnen verschlingen ihre Texte aber über E-Books, erzählt sie uns bei ihrem Besuch in unserer Redaktion in Lienz. Ihr ganz persönlicher Weg als Autorin begann vor sechs Jahren, die Faszination für das Eintauchen in andere Welten und Geschichten reicht aber bis in ihre Kindheit zurück.
Eva Maria, wann hast du zu schreiben begonnen?
Als mein Sohn klein war, habe ich viel Zeit bei ihm im Krankenhaus bzw. an seinem Krankenbett verbracht – und das Lesen für mich entdeckt. Ich konnte so in eine andere Welt abtauchen und für kurze Zeit eine Auszeit aus der Realität nehmen, was mir in diesen schwierigen Stunden und Tagen sehr geholfen hat. Nachdem das Schlimmste hinter uns lag, schloss ich mein Informatik-Studium ab. Kurz vor Studienende wurde mir aber bewusst, dass ich neben meiner Familie, die mir alles bedeutet, auch noch etwas brauche, das nur für mich da ist. Und so habe ich zu schreiben begonnen.
Woher rührt deine Faszination für Fantasy?
Fantasy ist, salopp ausgedrückt, einfach meins. Ich habe Fantasy-Geschichten schon immer geliebt. Mir als Autorin ermöglicht dieses Genre, eine ganz eigene, magische Welt zu erschaffen, in der ich meinen Ideen freien Lauf lassen kann.
Wie lange hast du an deinem ersten Buch gearbeitet? Worum dreht sich die Handlung?
Eigentlich habe ich für „Peris Night – Terakon“ zwei Jahre benötigt, in denen ich die Geschichte immer wieder überarbeitet habe. Meine Intention war es, einen Roman zu schaffen, der unterhält, ohne dass man droht, in emotionale Tiefen abzustürzen. Ich glaube, dass mir das mit „Terakon“ sehr gut gelungen ist. Die Protagonistin der Reihe „Peris Night“ ist die Studentin Melanie. Sie führt ein bodenständiges, zufriedenes Leben in Salzburg, bis sich eines Tages merkwürdige Begebenheiten ereignen. Sie lernt Michael, einen jungen attraktiven Mann kennen, der aber nicht ist, was er scheint. Er ist ein Peri, ein Elfenwesen, das sich von den Glücksgefühlen der Menschen nährt. Durch Michael wird Melanie in eine Welt von Elfen, Vampiren und neu erfundenen Wesen gezogen, aus der sie nicht mehr entkommen soll. Im Laufe der Zeit erkennt sie, dass besondere magische Fähigkeiten auch in ihr stecken und dass ihre Existenz ein Wunder ist.
Wie entwickelst du den Handlungsstrang? Steckt ein Konzept dahinter?
Ich habe in der Zeit, in der ich für meine Studienabschlussprüfung gelernt habe, in meinem Kopf bereits das gesamte inhaltliche Gerüst für die Peris-Reihe erstellt. Das heißt es stand eigentlich von Beginn an fest, wohin die Reise geht. Was wie eine harmlose Studenten-Liebesgeschichte beginnt, nimmt rasch an Tempo auf. Zu Beginn ist nicht klar, wer die Guten und die Bösen sind. Neben Michael, dessen Charakter und Motive erst nach und nach deutlich werden, habe ich noch eine Reihe weiterer, interessanter Hauptfiguren entwickelt.
Von Eva Maria Klima erschienen bisher die Bände der Peris Night-Reihe: „Terakon”, „Marado”, „Mukadis” und „Onirena” …
… sowie der Liebesroman „Auch wenn du mich vergisst”. Der neue Fantasy-Roman „Filguri” erscheint in Kürze.
Wann und wo schreibst du?
Ich nehme mir die Zeit dafür, vor allem dann, wenn meine Kinder im Kindergarten bzw. in der Schule sind. Manche Autoren brauchen für ihre Arbeit absolute Ruhe. Ich hingegen mag es, wenn es eine Geräuschkulisse im Hintergrund gibt. Zuletzt habe ich intensiv an meinem sechsten Buch gearbeitet. Es ist mein Anspruch, meine Romane erst dann zu veröffentlichen, wenn ich wirklich damit zufrieden bin.Du hast auch einen Liebesroman verfasst.
Was sind deine weiteren Pläne?
Ich plane noch zwei bis drei Fantasy-Bücher, eventuell auch einen Science Fiction-Roman. Außerdem spiele ich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mich an einen historischen Roman heranzuwagen. Der endgültige Entschluss dafür ist aber noch nicht gefallen.
Du hast deine Bücher als E-Books publiziert. Warum spielt Print nur eine untergeordnete Rolle?
Wie so viele andere Autoren, habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass sich die Suche nach einem Verlag sehr mühsam gestaltet. Die Welt der Digitalisierung bietet jedoch die Gelegenheit, die eigenen Bücher selbst zu veröffentlichen und sich damit unabhängig zu machen. Das habe ich getan und kann heute sagen, dass diese Entscheidung die richtige war. In einem Veröffentlichkeitsmonat konnte ich so z.B. über kdp.amazon.com/de_DE (kindle direct publishing) rund 4.000 E-Books verkaufen. In gedruckter Taschenbuchform waren es hingegen etwa 100.
Kannst du uns zum Abschluss noch etwas von deinem neuen Buch erzählen? Was erwartet die Leserinnen und Leser?
Mein aktuelles Buch schließt an die Peris Night-Reihe an. Es handelt von Hugorio und einigen anderen Charakteren, die meine Peris Night-Leser bereits kennen. Melanie spielt in meinem aktuellen Buch jedoch nur eine Nebenrolle.
Danke für das Gespräch!
Text: E. & J. Hilgartner, Foto: Martin Lugger