Tourengeher in Prägraten weiter vermisst
Die Suche nach dem von einer Lawine bei der Johannishütte in Prägraten verschütteten Tourengeher wurde Dienstagfrüh aufgrund der gefährlichen Situation abgebrochen.Vier deutsche Tourengeher waren am Montagnachmittag, 15. April 2013, von Prägraten Richtung Johannishütte aufgestiegen, um dort zu übernachten und am folgenden Tag eine Tour auf den Großvenediger zu unternehmen. Nach etwa einer halben Stunde Gehzeit wurde die Gruppe gegen 17.20 Uhr auf einer Seehöhe von 1 700 Metern von einer Nassschneelawine erfasst, wobei drei Personen bis an das Bachbett des Dorferbaches mitgerissen wurden.
Einem Mitglied der Gruppe gelang es, sich hinter einem Felsen in Sicherheit zu bringen. Einer wurde von den Schneemassen vollständig, einer bis zum Hals und einer lediglich oberflächlich verschüttet. Die nicht bzw. die nur teilweise Verschütteten konnten sich aus der Lawine befreien und begannen sofort mit der Suche nach ihrem Kameraden, der vermutlich sein Verschüttetensuchgerät nicht eingeschaltet hatte. Nachdem die drei erkannten, dass ihre Suche auf dem teilweise mehrere Meter hohen Lawinenkegel aussichtslos war, fuhr einer der Männer in Richtung Tal ab und veranlasste die Alarmierung der Rettungskräfte.
20 Bergretter der Ortsstelle Prägraten, vier Lawinenhundeführer, drei Hubschrauber (Martin4, C7 und Libelle), elf Alpinpolizisten der alpinen Einsatzgruppe Hermagor sowie drei Alpinpolizisten der alpinen Einsatzgruppe Lienz brachen zum Lawinenkegel auf und starteten eine großangelegte Suchaktion. Die Suche musste um 20.00 Uhr aufgrund der Dunkelheit und der anhaltenden Lawinengefahr im Einsatzgebiet erfolglos abgebrochen werden. In den Morgenstunden des Dienstag, 16. April, sind die Einsatzkräfte erneut zum Lawinenkegel geflogen. „Wir haben um 7.00 Uhr ein Schneeprofil gemacht und daraufhin die Lage beurteilt. Aufgrund der relativ hohen Temperaturen ist jederzeit mit der Selbstauslösung von Lawinen zu rechnen, und wir haben deshalb die Suchaktion um 8.30 Uhr abgebrochen. Aufgrund der derzeitigen Situation ist es einfach zu gefährlich, für die Einsatzkräfte weiterzumachen“, so Peter Ladstätter, Obmann der Bergrettung Osttirol am Dienstagvormittag.
Text: Redaktion, Fotos: Bergrettung Prägraten a.Gr., Brunner Images

