Erfolgreiche Großfahndung nach Kindesentziehung

Mit Hochdruck wurde heute nach einem Vater, der seinen Sohn entführt hatte, im Osttiroler Pustertal gesucht. Gegen 14.30 Uhr konnte der Mann in Innichen festgesetzt werden. Ein 29-jähriger Mann aus dem Bezirk Lienz steht unter dringendem Tatverdacht, am späten Vormittag des 16.6.2013 in Osttirol seinen 5-jährigen Sohn aus der Verfügungsgewalt der Kindesmutter (27) entzogen, mit diesem geflüchtet zu sein und gegenüber der Kindesmutter angedeutet zu haben, dass er sowohl sich als auch dem Kind etwas antun werde, sollte er die Polizei sehen. Anschließend beorderte er seine ehemalige Freundin zu einem abgelegenen Parkplatz.

Im Rahmen einer groß angelegten Polizeiaktion, an der sich Beamte der Verhandlungsgruppe West, der EKO Cobra West, der EGS Tirol, des LKA Tirol und Beamte aus dem Bereich des Bezirkspolizeikommandos Lienz beteiligten, gelang es schließlich, telefonischen Kontakt mit dem Verdächtigen herzustellen, der letztlich seinen Sohn wieder unversehrt an die Kindesmutter übergab. Er selbst stellte sich jedoch nicht der Polizei, sondern flüchtete nach Italien, wo er von Beamten der Carabinieri-Station Innichen gegen 14.30 Uhr angehalten und in Verwahrung genommen werden konnte. Entsprechend einer mündlichen Abstimmung zwischen der STA Innsbruck und der Staatsanwalt von Bozen wurde der Verdächtige im kurzen Wege an die österreichischen Behörden rückgestellt.

Der Beschuldigte gab anlässlich seiner Vernehmung an, dass er schon seit längerer Zeit keinen guten Kontakt mit der Kindesmutter habe und es immer wieder zu Streitereien komme, weshalb er sein heutiges Vorgehen als letzte Möglichkeit gesehen habe, sie zu einem vernünftigen Gespräch bewegen zu können. Den Vorwurf, dass er angedroht habe, seinem Kind etwas anzutun, wies er zurück. Der Mann wurde auf freiem Fuße der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt.

Text: Redaktion, Foto: Brunner Images

16. Juni 2013 um