Eleonora Buchrainer feierte im Wohn- und Pflegeheim Lienz ihren Hunderter
Mit dem Pflegepersonal und ihrer Tochter Ursula Alpögger feierte Lore Buchrainer am Freitag, 20. Dezember, ihren 100. Geburtstag. Auch Verbandsobfrau Bgm. Elisabeth Blanik und Heimleiter Franz Webhofer stellten sich als Gratulanten ein.
Mit Eierlikör wurde vor der Familienfeier mit Eleonora Buchrainer auf ihren 100. Geburtstag angestoßen. Franz Webhofer, Leiter der Osttiroler Wohn- und Pflegeheime, hob die umgängliche Art und besonders auch das Engagement der rüstigen Jubilarin hervor. „Seit 1999 lebt Lore in unserem Heim und ist damit die Heimbewohnerin, die am zweitlängsten bei uns wohnt. Vor vielen Jahren hat sie das Amt der Heimratspräsidentin übernommen und übt dieses bis heute aus. Wir bedanken uns für das Engagement und gratulieren herzlich zum Hunderter“, so Webhofer.
Eleonora Buchrainer wurde am 20. Dezember 1924 in Lustenau (Vorarlberg) als sechstes von neun Kindern der Eheleute Ludwig und Maria Hotz geboren. Dort besuchte sie die 1. Klasse Volksschule.
Im Jahr 1932 übersiedelte die Familie nach Arzl bei Innsbruck, weil ihre Mutter dort ein kleines Gasthaus geerbt hatte. Lore besuchte in Arzl die 2. Klasse Volksschule und dann in Innsbruck bei den Barmherzigen Schwestern die 3. und 4. Klasse Volksschule und anschließend die Hauptschule. Sie wollte gerne Lehrerin werden, aber die politischen Entwicklungen verhinderten diesen Berufswunsch. So musste sie nach der Schule das Pflichtjahr in einer deutschen Berufsoffiziersfamilie absolvieren, wo sie beste Kenntnisse über die Führung eines Haushaltes erwarb. Anschließend entschloss sie sich zu einer Ausbildung als Rotkreuzschwester in Stuttgart.
Nach dem Krieg lebte sie wieder in Arzl, wo sie Hans Buchrainer kennen lernte. Die beiden heirateten im Mai 1947. Im selben Jahr kam Tochter Ursula zur Welt. Da Hans noch das Architekturstudium in Graz beenden musste, arbeitete Lore in der Innsbrucker Klinik. Nach dem Studium war Hans im Tiroler Landesbauamt beschäftigt, von dort wechselte er aufgrund seiner Ausbildung in das Baubezirksamt in Lienz. 1954 begann er als selbständiger Architekt zu arbeiten. In Lienz wurde 1949 die 2. Tochter Angela geboren, die leider aufgrund eines Herzfehlers nach zwei Tagen verstarb. 1950 kam Sohn Michael zur Welt. Lore stand von Anfang an ihrem Mann im Büro zur Seite.
Elisabeth Blanik blätterte im Familienalbum, und Eleonora erzählte dazu so manche Anekdote aus ihrem Leben.
Als Primar Dr. Fritzer Eleonora 1970 anbot, mit ihm die „Künstliche Niere“ im Krankenhaus Lienz aufzubauen und zu betreuen, wechselte sie in ihren erlernten Beruf als Krankenschwester. Mit viel Engagement und fleißigem Studium wuchs sie in diese herausfordernde Arbeit hinein. Nach sechs Jahren wurde ihr nach dem Weggang der geistlichen Schwestern die Pflegedienstleitung anvertraut. Diese Aufgabe erfüllte sie mit viel Verantwortung. Sie bewies diplomatisches Geschick im Umgang mit den Ärzten und der Verwaltung, besonders aber mit dem Pflegepersonal, das sie sehr respektvoll und gerecht zu behandeln wusste.
Lore war immer sehr sportlich. Mit Freunden aus dem Alpenverein bestieg sie die Berge, und im Winter waren der Hochstein und das Zettersfeld ihre Ziele beim Skifahren. Sie war eine äußerst gute Tennisspielerin und verbrachte viel Zeit am Tennisplatz, gemeinsam mit Mann und Kindern. Im Rahmen von geführten Reisen besuchte sie u.a. das Baltikum, Russland und Israel.
Das Haus in Lienz war für ihre Kinder mit deren Familien immer eine beliebte Urlaubsstation. Für ihre drei Enkelsöhne ist sie eine verlässliche und liebevolle Oma. Ihre beiden Kinder erfüllen sie mit großem Stolz. Tochter Ursula ist Psychologin und wohnt mit ihrer Familie in Südtirol, Sohn Michael ist ein anerkannter Musiker (Konzertgitarrist und Komponist) und lebt mit seiner Familie in Vorarlberg.
1999 zog Eleonora mit ihrem Mann in das Wohn- und Pflegeheim Lienz. Dort betreute sie einige Zeit die Bibliothek und engagiert sich bis heute als Präsidentin des Heimrates. Ihr Gatte verstarb im Jahr 2010. Seitdem sind es vor allem die regelmäßigen Besuche ihrer Tochter Ursula Alpögger und ihres Sohnes Michael Buchrainer sowie die Heimgemeinschaft, die ihr helfen, die Einsamkeit ein Stück weit zu vergessen.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger