Einbrüche: Polizisten gaben Sicherheitstipps
Zur kriminalpolizeilichen Beratung mit dem Titel „Schützen Sie Ihr Eigentum“ lud das Bezirkspolizeikommando Lienz am 25. September 2014 in die Wirtschaftskammer.
Dass nur fünf Zuhörer zur Veranstaltung gekommen waren, führte Gruppeninspektor Hans-Peter Gomig auf das hohe Sicherheitsgefühl der Osttiroler Bevölkerung zurück. „Wir sind in Osttirol vielleicht noch eine Insel der Seligen. Die Präsenz und die gute Arbeit der Polizei sind für mich Gründe dafür. Was Einbrüche betrifft, ist die geographische Lage des Bezirkes sicher von Vorteil. Aber im Herbst steigt die Gefahr von Dämmerungseinbrüchen“, so Gomig.
Die Polizei bietet kostenlose Beratung zu Sicherheitsthemen an. „Man braucht uns nur in der Polizeiinspektion Lienz anzurufen, und wir kommen ins Haus und beraten dort ganz individuell, vor allem auch was den Schutz vor Einbrechern betrifft“, verwies Anton Engl auf das kostenlose Angebot des Bezirkspolizeikommandos.
Wir haben uns den Vortrag der beiden Polizisten angehört und fassen die wichtigsten Tipps zusammen:
Sicherheitsfenster
Die beiden Spezialisten empfahlen Sicherheitsfenster. An und für sich genügt der Einbau von solchen Fenstern im Erdgeschoß. Bereits eingebaute Fenster können auch nachgerüstet werden. Das Glas sollte nicht eingeschlagen werden können. Es gibt eine Folie zum Aufkleben, mit der man Fenster auch im Nachhinein „einschlagsicher“ machen kann. „Der Einbrecher steht unter Stress. Je länger er braucht, um ein Fenster oder eine Tür aufzubrechen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er das Weite sucht“, so Gomig.
Alarmanlage
Die Alarmanlage und die Firma, die sie einbaut, sollten VSÖ-zertifiziert sein. „Wir beraten – wie auch bei den Fenstern – natürlich firmenunabhängig. Es gibt Alarmanlagen in jeder nur denkbaren Ausführung. Eine Alarmanlage hat eigentlich nur Sinn, wenn es eine Außensirene gibt“, betonte Gomig. Außerdem sollte die Alarmanlage direkt mit der Polizei verbunden sein. „Als biologische Alarmanlagen bezeichne ich immer den Hund und die Nachbarn“, so der Polizist.
Bewegungsmelder
Weil Einbrecher sehr „lichtscheu“ sind, empfehlen die Sicherheits-Spezialisten das Anbringen von Bewegungsmeldern in Kombination mit Scheinwerfern. „Wenn der Platz vor und um das Haus hell erleuchtet wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Einbrecher die Flucht ergreift“, so die Polizisten. Der finanzielle Aufwand für den Einbau von Bewegungsmeldern und Scheinwerfern sei relativ gering.
Sicherung der Haustüre
Der Anteil von Vorfällen, bei denen Einbrecher die Haustüre aufbrechen, sei relativ gering. Die Polizisten empfehlen eine Mehrfachverriegelung. „Außerdem kann bei schlecht abgesicherten Haustüren im Nachhinein eine Balkenverriegelung eingebaut werden“, erklärte Anton Engl.
Zeitschaltuhr für die Innenbeleuchtung
Einbrecher würden im Herbst die Situation ausnutzen, dass Hausbewohner erst von der Arbeit nach Hause kommen, wenn es schon dämmert bzw. schon finster ist. Sie würden vielfach die Umgebung bei Tageslicht ausspionieren und bei Einbruch der Dunkelheit zuschlagen. „Wenn man in der Zeit von Beginn der Dämmerung bis zum Nachhausekommen – also beispielsweise von 17.00 bis 19.00 Uhr – mittels Zeitschaltuhr in zwei Räumen das Licht oder vielleicht auch den Fernseher einschaltet, hat man schon eine gute Absicherung, und das für ganz wenig Geld“, empfahl Hans-Peter Gomig.
Auto
Auf keinen Fall Gegenstände – wie Handtaschen, Geldtaschen – sichtbar in Autos liegen lassen. „In Fahrzeuge, in denen Gegenstände sichtbar liegen, wird immer zuerst eingebrochen“, sprach Anton Engl aus seiner Erfahrung.
„Nicht zu unterschätzen ist bei Einbrüchen die Psyche. Die Verletzung der Privatsphäre und das verloren gegangene Sicherheitsgefühl macht den Betroffenen oft mehr zu schaffen, als der materielle Schaden“, so die beiden Sicherheits-Experten abschließend.
Kriminalpolizeiliche Beratungen mit Hans-Peter Gomig und Anton Engl finden wieder am Mittwoch, 8. Oktober 2014, in der Wirtschaftskammer Lienz statt. Um 15.30 Uhr gibt es Sicherheitstipps für die ältere Generation bei „Sicher in den besten Jahren“, und um 19.30 Uhr wird „Schützen Sie Ihr Eigentum“ wiederholt.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger
