Ein Leben zwischen Bergbauernhof, Marschmusik und Partybeats

Philipp Wernisch aus Dellach i.D. lebt für die Landwirtschaft – und für die Musik. Als Bauer und begeisterter Musiker bei den „Landrockern“ sowie bei der TK Dellach verbindet er die Arbeit am Hof und im Wald mit Partystimmung und Taktgefühl.

Aufgewachsen ist Philipp Wernisch am Mittererhof – einem Bergbauernhof auf rund 1.000 Metern Seehöhe hoch über Dellach im Drautal. So wie seine Brüder Alexander und Martin entdeckte er schon als kleines Kind seine Leidenschaft für die Landwirtschaft. Ob im Stall, auf der Wiese oder im Wald – das Mithelfen am Hof war für die drei Brüder selbstverständlich. Der elterliche Milchviehbetrieb wurde stets im Nebenerwerb geführt. Der Mittererhof ist das höchstgelegene bäuerliche Anwesen in der Oberkärntner Gemeinde, von dem aus Milch ins Tal geliefert wird.

 

Philipp mit Vater Ambros und Bruder Martin

 

Den Sommer verbringen das Jungvieh und die „trockenen“ Kühe auf der Unterdrassnitzer Alm, einer Gemeinschaftsalm mit 400 Hektar, für die sich Philipp auch als Obmann engagiert. Vater Ambros war zwölf Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Dellach und in leitender Position bei der Wildbach- und Lawinenverbauung tätig. „Neben unserem Vater war es vor allem unsere Oma, die uns die Liebe zur Landwirtschaft mit auf den Weg gegeben hat. Über Jahrzehnte hinweg war sie die treibende Kraft auf unserem Hof. Anfang dieses Jahres ist sie leider verstorben“, erzählt der 32-Jährige.

 

Philipp und Martin haben sich im Vorjahr mit einem eigenen Holzschlägerungsunternehmen selbstständig gemacht.

 

Philipp war nach seinem Maturabschluss an der fünfjährigen Landwirtschaftlichen Lehranstalt „Ursprung“ in Elixhausen acht Jahre lang als Kundenberater bei der Raiffeisenbank Oberdrautal-Weissensee in Dellach beschäftigt. „In diesem Beruf konnte ich viele Erfahrungen sammeln, vor allem das gute Miteinander im Kollegenkreis habe ich sehr geschätzt“, blickt der Oberkärntner gerne auf diese Zeit zurück. 2021 hat er den Hof von seinem Vater übernommen. „Wegen meiner beruflichen und politischen Verpflichtungen blieb mir früher oft zu wenig Zeit für die Arbeit in der Landwirtschaft. Umso schöner ist es für mich, dass Philipp den Hof übernommen hat und dass auch Martin mit viel Begeisterung mitarbeitet“, freut sich Ambros Wernisch.

 

 

Ein wichtiger Teil des Bergbauernhofs war schon immer die Waldwirtschaft. Im vergangenen Jahr haben sich Philipp und Martin mit einem eigenen Holzschlägerungsunternehmen selbstständig gemacht. „Die Arbeit im Wald bereitet mir neben der Landwirtschaft große Freude. Martin und ich sind ein richtig gutes Team. Papa steht uns mit seiner Erfahrung zur Seite und hilft uns, wo er nur kann“, streicht der 32-Jährige den familiären Zusammenhalt heraus.

 

 

Wie die Liebe zur Landwirtschaft erwachte auch Philipps Begeisterung für die Musik sehr früh. Ob Trompete, Schlagzeug oder Gitarre – er beherrscht mehrere Instrumente, absolvierte die Musikschule, spielte später bei der Militärmusik und ist heute nicht nur Trompeter, sondern auch Kapellmeister-Stellvertreter bei der Trachtenkapelle Dellach. Bruder Martin engagiert sich dort ebenfalls – nicht nur als Musikant, sondern auch als Kassier. „Das Musizieren ist für mich der perfekte Ausgleich zur Arbeit am Hof – und macht einfach Riesenspaß“, sagt Philipp, dem es vor allem auch die Party- und Stimmungsmusik angetan hat.

 

Bei der Trachtenkapelle Dellach ist Philipp nicht nur Musikant, sondern engagiert sich auch als Kapellmeister-Stellvertreter. Sein Bruder Martin hat die Funktion des Kassiers inne.

 

Über verschiedene Bands, wie etwa die „Partykräscher“, stieß er 2023 zu den „Landrockern”. Zur fünfköpfigen Partyband gehören neben Philipp auch Dominik Seibald aus Heiligenblut, Michael Aichwalder aus Völkermarkt sowie Andreas Warmuth und Eckhard Pernsteiner aus Großkirchheim. Mit Schlager-, Rock- und Volksmusikhits bringen die fünf Kärntner jede Festbühne zum Beben.

 

Andreas Warmuth, Michael Aichwalder, Philipp Wernisch, Eckhard Pernsteiner und Dominik Seibald (v.l.n.r.) sorgen als „Landrocker“ bei Zeltfesten und überall dort, wo heiße Partybeats gefragt sind, für Stimmung.

 

Ob Zeltfeste oder Hochzeiten – 30 bis 40 Mal im Jahr sorgen die „Landrocker“ bei verschiedensten Anlässen in Österreich, in Deutschland und in der Schweiz für ausgelassene Partystimmung und beste Laune. „Es macht richtig viel Spaß, mit den Musikerkollegen unterwegs zu sein. Dabei lernt man nicht nur schöne Gegenden kennen, sondern auch viele neue Menschen. Die absoluten Highlights im Jahresverlauf sind für uns die Oktoberfeste in der Schweiz, wo wir vor bis zu 2.000 feiernden Gästen aufspielen.“

 

 

Für Philipp gehören alle Bereiche seines Lebens untrennbar zusammen: die Arbeit am Hof und im Wald, die Freude am Musizieren und der Spaß auf der Bühne. „Dass ich die Arbeit am Bergbauernhof gemeinsam mit meinem Papa und meinem Bruder erledigen kann, ist für mich das Schönste an der Landwirtschaft. Beim Musizieren in der Trachtenkapelle und mit der Band schätze ich vor allem die Kameradschaft. Der Erhalt des elterlichen Hofes, die Pflege der Kulturlandschaft und die Liebe zu unseren Traditionen sind für mich ebenso wichtig wie ein offener Blick auf neue Entwicklungen und ein modernes, zukunftsfähiges Landleben“, hält der Drautaler abschließend fest.

 

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger, Bernhard Pölzl, TK Dellach

18. Juni 2025 um