Durchhaltevermögen gerade jetzt beweisen!
Die Verantwortlichen von „Osttirol für Jalimo“ möchten im Krisengebiet Südsudan mit ihrem ehrgeizigen Hospitalbau weitermachen und zeigen sich zuversichtlich.
Der von Dr. Franz Krösslhuber gegründete Verein „Osttirol für Jalimo“, der sich zum Ziel gesetzt hat, die medizinische Versorgung im Grenzgebiet Südsudan-Uganda mit der Schaffung einer „Road to Health“ und dem Bau eines Hospitals zu verbessern, musste seine Arbeiten in Afrika zuletzt stilllegen. Vorwiegend ethnische Konflikte zwischen den ansässigen Stämmen hatten zu heftigen Kämpfen und Unruhen im Südsudan geführt. Am 23.1. wurde zwischen den Konfliktparteien ein neuerlicher Waffenstillstand ausgehandelt. Dr. Franz Krösslhuber und Hans Themessl informierten daher heute über die weitere Vorgangsweise des Sozialvereins.
„Die Konflikte spielen sich eher im Nordosten des Südsudans ab“, berichtet Dr. Krösslhuber. „In der für uns wichtigen Region ist es ruhig geblieben, dennoch haben wir unseren Mitarbeitern vor Weihnachten die Ausreise empfohlen.“ Seitdem steht die Baustelle still, doch schon bald sollen die Arbeiten weitergehen: „Wir konnten beim Hauptgebäude das Dach bereits fertig stellen. Beim Nebengebäude wurde zumindest schon das Fundament errichtet“, so der Lienzer Kinderarzt. Sein Stellvertreter, Dr. Peter Kraler, bereitet sich mit einem speziellen Tropenmedizinkurs ab Anfang Februar 2014 für die nächsten Aufgaben in Afrika vor. Noch im Herbst dieses Jahres möchte er wieder in den Südsudan reisen. Dr. Krösslhuber hat seinen nächsten Besuch für 2015 eingeplant und ist derzeit mit viel organisatorischer Arbeit beschäftigt.
„Wir haben eine Verantwortung gegenüber allen Spendern, die uns großzügig bereits 320.000 Euro zur Verfügung gestellt haben“, so Hans J. Themessl, „Gerade in der jetzigen Situation müssen wir Durchhaltevermögen beweisen, auch für die Menschen vor Ort.“ Man sei in Kontakt mit einem EU-Beauftragten, der die Lage vor Ort genau beobachtet. Seiner Einschätzung nach sei es zu verantworten, dass in den nächsten Wochen wieder Architekten und Arbeiter aus Osttirol in den Südsudan reisen, von wo aus sie im Fall des Falles innerhalb einer Stunde die Grenze zu Uganda passieren könnten.
„Momentan herrscht in der Region Trockenzeit, was die beste Bauzeit wäre“, meint Krösslhuber, „und ursprünglich wollten wir bis Mai/Juni fertig werden. Dies könnte sich nun aber bis in den Herbst hinauszögern, da im April die Regenzeit beginnt, was v. a. den Transport der Baumittel erschwert.“ Neben den beiden Architekturstudenten – dem Lienzer David Kraler und dem Oberösterreicher Christoph Lachberger – werden noch dringend Handwerker für die Weiterführung der Baustelle gesucht. Zimmerer, Tischler und Maurer sind sehr gefragt. „So ein Einsatz würde etwa sechs Wochen dauern“, beschreibt Krösslhuber die Anforderungen an die Freiwilligen. „Doch wir wollen die Helfer bestmöglich unterstützen und sichern einen Reisezuschuss sowie die notwendigen Impfungen und das erforderliche Visum; Unterbringung in der Missions-Station sowie Verpflegung inklusive.“ Englisch-Kenntnisse seien von Vorteil, Material und Werkzeug befinden sich vor Ort. Interessierte sind aufgerufen, sich beim Koordinator der freiwilligen Helfer, Dr. Peter Kraler, unter der Tel.: 0676/4042328 bzw. E-Mail: p.kraler@hotmail.com oder bei Hans J. Themessl unter der Tel.: 0676/6781300 bzw. E-Mail: hans.themessl@aon.at zu melden.
Jede weitere Spende für das Hospital-Projekt im Südsudan ist natürlich willkommen! Infos dazu sind auf www.jalimo-hospital.at oder per E-Mail jalimo@gmx.net erhältlich.
Text und Foto: Judith Goritschnig
