Drumartic: Emotionale Rückkehr nach Osttirol
Am Mittwoch kehrten die Bandmitglieder Markus Warscher und René Mair heim. Sie schilderten den tragischen Unfall, bei dem Kollege Markus Wendlinger ums Leben kam.
Am 5. Oktober verunfallte die Band Drumartic (wie bereits berichtet) samt Sängerin Kathrin Musshauser und Begleiterinnen sowie Mitarbeitern von „4 Pfoten“ bei einem schweren Autounfall in Südafrika. Dabei verlor Bandmitglied Markus Wendlinger sein Leben.
Gestern traten René Mair und Markus Warscher sowie Hannes Lindsberger, Vater des noch in Südafrika befindlichen Peter, und der betreuende Oberarzt Dr. Alfred Fast vor die Vertreter der Presse. Die schwer verletzte und auf der Intensivstation in der Südafrikanischen Kleinstadt Bethlehem betreute Kathrin Musshauser wird heute mit einem Ambulanz-Jet zurück nach Österreich geflogen. Mit an Bord wird auch ihr Ehemann Markus Musshauser sowie Musikerkollege Hannes Ladinig sein. Peter Lindsberger, der bei dem Unfall im Vergleich nur leicht verletzt wurde, soll morgen wieder nach Österreich zurückkehren.
René Mair, Markus Warscher, Hannes Lindsberger und Oberarzt Dr. Alfred Fast informierten die Öffentlichkeit über den Hergang des schweren Autounfalls und den Zustand der Verletzten.
.Markus Warscher, vom tragischen Unglück stark gezeichnet, schilderte den Hergang des Unfalls. Es sei ein wunderschöner Tag gewesen, an dem die Musiker erstmals ihren tollen Erfolg miteinander genießen wollten. Gemeinsam mit Mitarbeitern von „4 Pfoten“ unternahmen sie eine Ausfahrt durch das rund 1 200 Hektar große Gebiet rund um den Lionsrock, einem Wildreservat für Großkatzen, ein Gebiet ohne befestigte Straßen. Auf der Rückfahrt bergab sei das Auto immer schneller geworden, so Warscher. Schließlich lenkte der Fahrer das Auto auf einen Hügel zu, um an Geschwindigkeit zu verlieren, der Jeep hob ab und prallte nach einem Flug von etwa 20 Metern in einen ca. 6 Meter tiefen Graben. Markus Wendlinger war sofort tot.
Markus Warscher selbst sei länger ohnmächtig gewesen, aber Bandkollege Peter Lindsberger reagierte blitzschnell und kümmerte sich um die Verletzten. René Mair wurde als einziger aus dem Wagen geschleudert. Er erinnert sich, dass sich die Verunfallten gegenseitig riefen und darauf achteten, dass sich auf die Gefahr innerer Verletzungen hin niemand bewegte. „Der Fahrer war Gott sei Dank bei Bewusstsein,“ schildert Mair, „Nur er konnte Kontakt zur Lodge herstellen und die Rettung rufen.“ Es dauerte etwa 1,5 Stunden, bis die Rettungskräfte im unwegsamen Gelände endlich eintrafen.
Markus Warscher, der die Unfallstelle noch einmal besuchte, dankte nicht nur seinem Bandkollegen Lindsberger, der im schlimmsten Moment einen klaren Kopf bewahrte, sondern auch dem Fahrer des Unglückswagens, der geistesgegenwärtig reagierte. Wäre dieser nach rechts ausgewichen, so wäre die Gruppe in einem Löwengehege gelandet.
Sein Leben ließ bei dem schweren Unfall auch ein Mitarbeiter von „4 Pfoten“, der schon seit Jahren in Wien beheimatet war und als Marketingbeauftragter eng mit der Band Drumartic zusammenarbeitete. Er rief auch den Bandcontest aus, an dem Drumartic teilnahm und die Reise samt Videodreh in Südafrika gewann.
Markus Warscher erlitt ein Brustkorb-Trauma, Rippenbrüche sowie Gesichts-Schädel-Frakturen und zahlreiche Prellungen und Abschürfungen. Zu Kathrin Musshausers Verletzungen gibt es keine genauen Angaben. René Mair brach sich beim Unfall zwei Rippen und seine Freundin trug einen Schlüsselbeinbruch sowie Verletzungen an der Wirbelsäule davon. Dr. Alfred Fast ist mit der Qualität der medizinischen Versorgung in Bethlehem sehr zufrieden, wenngleich nicht alle Verletzungen sofort diagnostiziert worden seien.
Hannes Lindsberger, der die Band schon lange begleitet und in diesen schweren Zeiten das Krisenmanagement übernommen hat, hofft darauf, dass der Leichnam von Markus Wendlinger wie auch jener des ums Leben gekommenen „4 Pfoten“-Mitarbeiters Mitte nächster Woche in Österreich eintreffen. Zuvor aber müssen in Afrika die gerichtsmedizinischen Untersuchungen abgeschlossen werden: „Mir ist wichtig, dass alle gut heimkommen.“
Vor der Musikschule in Lienz gedenken Freunde, Schüler und Musikerkollegen mit einem Lichtermeer dem verstorbenen Markus Wendlinger.
Vor der Musikschule in Lienz gedenken Freunde, Schüler und Musikerkollegen mit einem Lichtermeer dem verstorbenen Markus Wendlinger.
Text: Judith Goritschnig, Fotos: Judith Goritschnig, Brunner Images, Lindsberger
