Direktorenwechsel am BG/BRG Lienz
Mit 1. November 2017 geht Dir. HR Dr. Ursula Strobl in den Ruhestand. OStR Prof. Dr. Roland Roßbacher folgt ihr als Direktor des Lienzer Gymnasiums nach.
Zum bevorstehenden Direktorenwechsel am BG/BRG Lienz hat uns Administrator und Direktor-Stv. Prof. Mag. Michael Kurzthaler gebeten, nachfolgenden Text zu veröffentlichen:
Frau Dr. Strobl, geboren 1952 in Engelhartszell/OÖ, Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Lienz, startete ihre Berufslaufbahn 1981 als medizinisch-technische Assistentin am Bezirkskrankenhaus Lienz. Nach dem Abschluss des Studiums für das Lehramt Germanistik und Klassische Philologie an der Universität Innsbruck begann sie 1985 ihre Lehrtätigkeit als Deutsch- und Lateinprofessorin am BG/BRG Lienz. Die Promotion zur Doktorin der Philosophie erfolgte 1988. Ab Oktober 2000 übernahm Frau Dr. Strobl die Leitung des Lienzer Gymnasiums, von 2001 bis 2003 auch jene des Bundesschülerheims. Fachlich-administrative zusätzliche Qualifikationen erfolgten durch Kongressbesuche beim Altphilologenverband in Hamburg, Jena und Berlin, beim „Active European Citizenship“ in Barcelona, human-wirtschaftlich geleitete Personalentwicklungserprobung bei Daimler-Chrysler in Berlin, ergänzt durch eine Ausbildung an der Leadership–Academy. Gute Voraussetzungen also für die Leitung einer großen Schule mit heute 840 Schülerinnen und Schülern in 36 Klassen sowie 102 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 88 Professorinnen und Professoren und Mitglieder des erweiterten Personals mit Aufgaben im Bereich der Administration, Medizin und Psychologie, Technik und Raumpflege.
Mit Unterstützung einer motivierten Kollegenschaft, interessierten Schülerinnen und Schülern sowie unterstützenden Eltern konnten in über 17 Jahren viele Akzente gesetzt werden. Nationale wie internationale Begegnungen mit anderen Schulen, Kulturen und Sprachen förderten grenzüberschreitende Sichtweisen und faire Vergleiche.
Frau Dr. Strobl machte es große Freude, junge Menschen auf ihrem Weg zu erfolgreichen und mündigen Erwachsenen zu begleiten. Neugierig auf die Welt und leistungsbereit zu sein sowie erworbenes Wissen kreativ in Umlauf zu bringen, das sind die Grundlagen für selbstständiges Denken und verantwortungsvolles Handeln; in diesem Biotop findet Bildung ihre Seele, ihre Berechtigung.
Breitgefächerte allgemeinbildende Angebote fördern Motivation und gestalterische Kraft in musisch–kreativen Feldern, sie erleichtern das Speichern und Anwenden von gefestigtem Wissen und Kommunikation, sie binden Bewegung und Erziehung mit ein in ein Ganzes des Menschen, „mit Kopf, Herz und Hand“, wie Pestalozzi es dachte und Dr. Strobl es gekonnt und engagiert in „ihrer“ Schule umsetzte. Für Hilfesuchende hatte sie immer Zeit und Rat, daneben ermunterte eine „strengfreundliche“ Ermahnung zu verändertem Verhalten und ernsterem Studium.
Viele Auszeichnungen für die Schule – das Lehrerkollegium legte die breite Basis zum Erfolg – manifestierten das gelungene Resultat von Anstrengungen, wenige seien erwähnt: Das MINT-Gütesiegel für hervorragende Leistungen in den Naturwissenschaften, die Nominierung für den österreichischen Schulpreis, das Sparkling-Science-Projekt mit der Hochschule für Bodenkultur in Wien, die Partnerschaft mit dem Nationalpark Hohe Tauern, das goldene Sportgütesiegel, die jährlich stattfindenden europäischen Comenius- und Erasmus Projekte und, und, und.
Großartige Konzerte und gesangliche Darbietungen, eine verzückende Bilderwelt an Gangwänden und in Klassen, sportliche Höchstleistungen in mancher Disziplin, viele weiße Fahnen wehend im Geviert des Campus und die aufregende jährliche Dokumentation und Chronik, der Jahresbericht, sie alle sind Kronzeugen einer Schule, die intensiv lebt, bestätigt auch durch den vor wenigen Jahren gegründeten Verein: “Freunde des Gymnasiums Lienz“.
Versteht sich von selbst, dass das BG/BRG Lienz auch Pilotschule für manche Erneuerung im österreichischen Schulwesen war, so im Bereich der Bildungsstandards, des Kompetenztrainings und des elektronischen Klassenbuches WebUntis.
Für ihre Leistungen im Bereich kultureller Belange der Stadt Lienz als Gemeinde- und Stadträtin und darüber hinaus empfing Frau Dr. Strobl 2007 das Verdienstkreuz des Landes Tirol, 2008 wurden ihre schulisch-beruflichen Erfolge durch die Verleihung des Berufstitels „Hofrätin“ gewürdigt.
Uns allen in bester Erinnerung ist noch das starke Kämpferherz Frau Direktorin Strobls, als sie zuletzt lange und unverdrossen auch im politischen Umfeld darum warb, dass die einzige Osttiroler Langform eines Gymnasiums, die des BG/BRG Lienz, erhalten bleibt. Für Dr. Strobl ist und war eine allgemeinbildende humanistische Grundausbildung, gepaart mit Herzensbildung, der eigentliche Antrieb ihrer pädagogischen Arbeit, die sie über alles liebte und auch genoss. Möge ihr Weitblick hinaus zu einer Perspektive für längerfristige pädagogische Anliegen dankbare politische Abnehmer finden. Den Dank, den die Schulgemeinschaft des BG/BRG Lienz und viele Osttiroler Absolventen der Schule Frau Direktorin Dr. Ursula Strobl am Ende ihrer 17-jährigen Dienstzeit als
Direktorin aussprechen, wird am besten durch einen eingestreuten Satz auf der Einladung des Ballkomitees des vor wenigen Tagen stattgefundenen Maturaballs ausgedrückt:“ Acht Jahre lang am Gymnasium mit Ihnen als Direktorin sind wohl doch schneller vorbei als gedacht“, und die Mutter einer Erstklasslerin ergänzt: „Gott sei Dank hat meine Tochter Sie noch zwei Monate als Direktorin gehabt“ – das klingt nach Legende.
Wir danken der Direktorin des BG/BRG Lienz für vieles, Gesagtes und Ungesagtes, und wünschen ihr noch viele aktive und gesunde Tage und Jahre, vielleicht auf Reisen.
Unserem neuen Direktor, OStR Dr. Roland Roßbacher, wünschen wir einen guten Start zu Beginn einer spannenden pädagogischen Rallye.
Text: Redaktion, Foto: BG/BRG Lienz


