Großvenediger – Gipfelkreuz erhält neuen Standort

Am 24.8. musste das Gipfelkreuz von der örtl. Bergrettung vom alten Standort entfernt werden, nachdem aufgrund starker Ausaperung keine stabile Verankerung mehr gegeben war.

Die Bergrettung Prägraten a. Gr. betreut seit nunmehr über 30 Jahren das Gipfelkreuz auf dem Großvenediger. Immer wieder musste das über sieben Meter hohe Gipfelzeichen überstellt werden. Seit dem Jahre 2005 fand es Halt in einer Holzumfriedung, welche, mit Schnee und Eis gefüllt, das Kreuz in der Senkrechten hielt. Am 20. August 2012 wurde die Bergrettung Prägraten von einem Virger Bergführer darüber informiert, dass das Kreuz bereits unterhalb der Umfriedung stark ausgeapert sei und erhöhter Handlungsbedarf bestehe. Da damit eine unmittelbare Gefährdung für Alpinisten bestand, wurde umgehend bei der Polizei ein Ansuchen um Gefahrenvorsorge gestellt. Am 22. August 2012 flogen Alpinpolizist Franz Riepler und sechs Prägratner Bergrettungsmänner mit der Libelle Tirol direkt auf den Gipfel der „weltalten Majestät“.

Es bot sich den Bergrettungsmännern ein überaus spektakuläres, gleichzeitig aber auch besorgniserregendes Bild: Der Fußsockel befand sich bereits 1,50 Meter über dem Boden. Umgehend wurde das Kreuz nach allen vier Himmelsrichtungen mit Stahlseilen gesichert. Dabei wurden nordseitig mittels Dampfsonde Löcher in das Eis gedampft, um stabile Verankerungen zu erhalten. Die sieben Jahre dienende Holzumfriedung musste abgetragen werden, da auf dem Gipfel kein Firn mehr für die Stabilisierung des Kreuzes vorhanden war. Das Gipfelkreuz selbst wurde am 24. August 2012 unter Zuhilfenahme einer sogenannten „Schere“ kontrolliert zum Boden abgelassen.

Der Plan der Prägratner Bergrettung sieht nun so aus, das Kreuz im Bereich des endenden Westgrates – der erstmals eisfrei geworden ist – auf Fels zu verankern. Die Entfernung vom alten zum neuen Standort beträgt lediglich 15 Meter. Für die Wiedererrichtungsarbeiten sind mehrere Transportflüge mittels Hubschrauber notwendig. Derzeit bemüht sich die Bergrettung um die entsprechenden Genehmigungen.

Mit der Wiedererrichtung des Kreuzes und Verankerung auf Fels sind hohe Kosten verbunden. Allein für die Sicherungsarbeiten und Niederlegung des Kreuzes wurden bis dato über 160 Std. aufgewendet. Die Ortsstellenleitung der Bergrettung Prägraten a. Gr. richtet daher bei dieser Gelegenheit an jene, die Bitte, denen ein Gipfelkreuz auf dem Großvenediger ein Anliegen ist, die Bergrettung bei diesem Vorhaben finanziell zu unterstützen. Für die vielen Gipfelsieger des neben dem Großglockner wohl bekanntesten Berges Österreichs bildet das Gipfelkreuz auf dem Großvenediger einen krönenden Abschluss ihrer Tour, die mit einem Gipfelfoto – mit dem Kreuz im Hintergrund – in ewiger Erinnerung bleibt.

Unterstützung für die Wiedererrichtung des Gipfelkreuzes Großvenediger:
Bergrettung Prägraten a.Gr.
Kto.Nr. 2.218.170 BLZ 36378
Raiffeisenbank Matrei i.O./Filiale Prägraten a.G.
www.bergrettung-praegraten.at

Text: Redaktion, Fotos: Bergrettung Prägraten am Großvenediger

04. September 2012 um