Bio-Imkerei Strieder: Die Arbeit mit Bienen als große Leidenschaft
Nicht erst mit dem ersten Schneefall vor wenigen Tagen ist in der Natur weitgehend Ruhe eingekehrt. In der „Winterruhe“ befinden sich seit einigen Wochen auch schon die rund 130 Bienenvölker der Bio-Imkerei Strieder.
Wenn Josef Strieder in der kalten Jahreszeit regelmäßig bei seinen Bienenvölkern am Standort in Gaimberg und Patriasdorf Nachschau hält, dann erfüllt ihn auch diese Tätigkeit mit Zufriedenheit und Stolz. „Seit 14 Jahren widme ich mich, gemeinsam mit meiner Frau Rosmarie und unterstützt von unseren Kindern Renè und Erika, der Imkerei“, erzählt er und betont, dass die Beschäftigung mit den Bienen längst schon zu einer neuen Lebensaufgabe geworden ist. Beruflich jahrzehntelang als Unternehmer im Erdbau tätig, ist Stillstand nicht Josefs Sache. „Ich brauche eine Aufgabe und arbeite auch jetzt in meiner Pension sehr gerne.“ Dass ihm dabei Qualität besonders am Herzen liegt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass der Fokus von Familie Strieder von Beginn an auf einer reinen Bio-Produktion lag.
Familie Strieder verbindet traditionelles Wissen mit moderner, biologischer Betriebsweise.
Bio-zertifizierte Qualität
„Als meine Frau und ich 2011 mit der Imkerei gestartet haben, haben wir uns sofort um die Bio-Zertifizierung bemüht“, lässt Josef wissen und informiert, dass Bio nicht nur einen beträchtlichen Mehraufwand, sondern auch regelmäßig durchgeführte, sehr strenge Kontrollen durch das LACON Institut bedeutet. Die Strieders „leben“ Bio dabei nicht nur im Enderzeugnis, sondern in jedem Schritt der Produktion. Holzzargen und -rahmen sind aus nachhaltigem Zirbenholz gefertigt, als Bio-Futter kommt ein hochwertiges Rübenzuckerkonzentrat zum Einsatz und für die Milbenbehandlung werden ausschließlich milde und zugelassene Mittel verwendet. Diese konsequente ökologische Haltung stärkt nicht nur die Bienen, sondern auch die Biodiversität in der Region. „Wichtig ist uns zudem eine laufende Fort- und Weiterbildung. Schließlich liegt die Gesundheit der Bienen großteils in der Hand des Imkers und schlecht ausgebildete Betriebe schaden der Imkerei am meisten“, so der gebürtige Lesachtaler.
Die kalte Jahreszeit verbringen die Bienenstöcke in geschützten Lagen in Patriasdorf und Gaimberg (Bild rechts). Ab Anfang/Mitte Juni „wandern“ die Bienenvölker in alpine Hochlagen, wie z.B. nach Birnbaum im Lesachtal (Bild Mitte) oder in den Bereich der Hofalm im Debanttal (Bild links).
Überwinterung, Wanderung und Ernte
Für Josef ist die Achtung vor dem Imker-Handwerk eine besondere Motivation und jede Honigernte ein Erfolgserlebnis. „Unsere Bienenvölker überwintern an geschützten Standorten in Patriasdorf und Gaimberg“, berichtet er vom Jahresablauf im Familienbetrieb. „Vor der ersten Heumahd im Frühjahr verlegen wir die Stöcke dann an ausgewählte Hochlagen in Sillian, Strassen, im Bereich der Hofalm im Debanttal, im Lesachtal sowie gelegentlich auch nach Zwischenbergen im Mölltal.“ Diese Wanderung der Bienenstöcke ist, wie er sagt, nicht nur die Grundlage dafür, die Bienen vor Planzengiften der Landwirtschaft zu schützen. „Sie garantiert auch die Vielfalt des Honigs. In den Höhenlagen finden die Bienen eine reiche Mischung an alpinen Pflanzen, die dem Honig jeweils eine besondere Note verleihen.“ Die Haupternte findet Mitte August statt, in den höchsten Lagen – etwa auf der Hofalm – oft erst Ende des Monats.
In den Bildern: Josef Strieder und Sohn bei der Verleihung des Bio-Zertifikates (Bild Mitte) und bei der diesjährigen Honigprämierung in Wieselburg (Bild rechts), wo Familie Strieder 2 x Silber und 1 x Gold holte. Eine tolle Bestätigung für die Arbeit der Bio-Imkerei gab es mit drei Goldmedaillen auch bei der Tiroler Honigprämierung 2025 in St. Johann i.T.
Große Produktvielfalt
„Unser Sortiment umfasst eine breite Palette an verschiedenen Honigsorten, darunter Almrosen-, Blüten-, Wald-Blüten- und Waldhonig. 2025 haben wir besonders viel Himbeer-Waldhonig geerntet, was auf die großflächige Abholzung im Zuge der Borkenkäferplage und den vermehrten Bewuchs früherer Waldflächen mit Himbeerstauden zurückzuführen ist.“ Neben Honig finden sich auch Wabenhonig, Propolis, Lippenbalsam, Honiglikör und handgezogene Kerzen im Angebot der Bio-Imkerei. Die Produkte der Familie Strieder sind in verschiedenen Hotels (u.a. Almwellnesshotel Tuffbad, Parkhotel Tristacher See, Gasthof-Hotel Unterwöger in Obertilliach, Defereggental Hotel & Resort) und Verkaufsstellen in Osttirol und Oberkärnten (u.a. Interspar in Nußdorf-Debant, Spar-Filialen in Lienz, Matrei i.O. und St. Jakob i.D. sowie im Hofladen der Familie Webhofer in Gaimberg) erhältlich.
Auszeichnungen 2025
Bestätigung für ihre Arbeit im Rahmen der Bio-Imkerei erhalten Josef und seine Familie nicht nur von Seiten zufriedener Kundinnen und Kunden. Für die Qualität der Produkte sprechen auch die zahlreichen Auszeichnungen, mit denen die Strieder-Honige alleine im heurigen Jahr bedacht wurden. Beim internationalen Wettbewerb in Wieselburg am 14. und 15. November 2025 mit über 1.500 Einsendungen wurden der Blütenhonig sowie der Gebirgshonig der Bio-Imkerei mit Silber und der Alpenrosenhonig mit Gold prämiert. Drei Mal Gold gab es bei der Tiroler Honigprämierung in St. Johann i.T. am 16. November und beim Landeswettbewerb in Kärnten Mitte November 2025 konnte sich Familie Strieder für ihren aus den Bienenstöcken im Lesachtal geernteten Honig über eine Silbermedaille freuen.

Königinnenzucht und Belegstellen
„Ein weiterer Schwerpunkt unserer Imkerei ist“, wie Josef abschließend meint, „die Königinnenzucht.“ Für die Begattung der Königinnen werden, so der begeisterte Imker, ausgewählte Belegstellen wie die Valentinalm und das Kristeinertal genützt. „Diese garantieren gesunde und leistungsfähige Bienenköniginnen, die für eine starke Bienenzucht notwendig sind!“
Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: © dobeStock/rupbilder, privat








