Daniel Kofler: Ein „Grenzgänger der Lüfte” aus Osttirol

Als Pionier des Speedflyings und erfahrener Speedrider kennt Daniel Kofler auch die extremen Seiten der Lüfte – doch im Tandemflug zeigt er, wie entschleunigend und faszinierend das Schweben über Gipfel und Täler sein kann.

Wenn Daniel Kofler mit einem Gast am Zettersfeld steht, ist der Blick weit – und die Spannung greifbar. Ein paar schnelle Schritte, dann hebt der Schirm ab. Der Boden sinkt weg, die Dolomiten öffnen sich wie ein Panorama. Für die meisten beginnt hier ein unvergessliches Erlebnis. Für Daniel ist es Alltag – und doch jedes Mal ein stiller Triumph.

 

Daniel Kofler bringt mit Tandemflügen Menschen in die Luft. Was für viele ein einmaliges Erlebnis ist, ist für ihn Berufung.

 

Aufgewachsen in Iselsberg-Stronach, lebt der 50-Jährige heute mit seiner Familie in Assling, Thal-Aue. Die Liebe zum Fliegen begann früh. Gemeinsam mit seinen zwei Brüdern entdeckte er das Gleitschirmfliegen. Doch Daniel wollte mehr als nur gleiten. 2005 stieß er auf eine neue Disziplin: Speedriding. Eine französische Erfindung, bei der der Pilot Skier trägt und mit einem kleinen Schirm über verschneite Hänge gleitet oder abhebt.

 

 

„Wenn der Hang zu steil, der Fels zu schroff ist und man mit den Skiern keine Chance mehr hat, dann hebt man ab. Das ist Skifahren in 3D“, erklärt er und lächelt dabei.„Der Wechsel zwischen Bodenkontakt und Flugphasen macht das Erlebnis ebenso einzigartig wie extrem.“ Ob am Mölltaler Gletscher oder in den Westalpen Frankreichs und der Schweiz, Daniel kennt die besten Linien.

 

 

Zwei schneearme Winter später begann Daniel 2007 mit dem Speedflying – und wurde rasch zu einem Pionier dieser jungen Sportart. Beim Speedflying startet man zu Fuß mit einem sogenannten Speedwing, einem extrem kleinen Gleitschirm, von steilen Hängen. Die Flüge sind bodennah, schnell und erfordern höchste Präzision. Daniel fliegt oft nur wenige Meter über dem Boden, entlang von Bergflanken, mit einem unglaublichen Tempogefühl. „Das ist Konturenflug – man liest das Gelände wie ein Buch.“ Daniel war Teilnehmer beim renommierten „Speedflying Pro“ in Les Arcs, Frankreich – einem Event, das nur den Besten vorbehalten ist.

 

 

Mit der Firma Swing Paragliders entwickelte Daniel den legendären „Spitfire“, einen Schirm, der das Speedflying revolutionierte. Heute leitet Daniel den Entwicklungsbereich bei Swing und arbeitet zusätzlich für Kunden im Sportsektor, unter anderem im Bereich Marketing und KI-Automatisierung.

 

 

2007 hat der draufgängerische Osttiroler mit dem Tandemfliegen begonnen, seit 2013 bietet er Tandemflüge gewerblich über seine eigene Agentur an. Gemeinsam mit fünf fixen Partnerpiloten fliegt er am Zettersfeld und am Hochstein – „Airpark Lienzer Dolomiten” nennt er sein Revier. Das Angebot reicht vom Classicflug (20 bis 30 Minuten) bis zum Premiumflug mit bis zu 40 Minuten Flugzeit. Fotos und Videos für die Kunden sind bei jedem Flug inklusive.

 

 

Besonders eindrucksvoll sind die Thermikflüge, bei denen man bis auf 3.000 Meter und höher steigt. „Wenn die Bedingungen passen, fliegen wir gemeinsam mit den Vögeln unter den Wolken – mit etwas Glück mit Blick auf den Großglockner. Das ist pure Freiheit“, schwärmt der Osttiroler. Sein Motto lautet: „Einfach. Sicher. Unvergesslich.“ „Ich will meine Leidenschaft mit den Kunden teilen und ihnen ein unvergessliches Erlebnis bieten“, sagt Daniel.

 

 

Vorkenntnisse braucht man für einen Tandemflug nicht. Ein paar sichere, schnelle Schritte – und schon beginnt der Traumflug. Mit etwas Glück trägt die Thermik den Schirm bis auf 3.000 Meter und höher. „Hoch über dem Lienzer Talboden wird der Alltag klein und die Perspektive groß.“

 

 

Was Daniel antreibt, ist nicht das Adrenalin. Es ist die Verbindung zur Natur, zur Bewegung, zur Freiheit. Seine Flüge sind präzise, durchdacht, sicher – und doch voller Emotion. Wer mit ihm fliegt, spürt nicht nur den Wind – sondern auch die Ruhe, die Klarheit, die Weite. Ob Speedriding, Speedflying oder Tandem – Daniel Kofler lebt in der dritten Dimension. Und lädt andere ein, sie mit ihm zu entdecken.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Peter Märkl, Tiberius Schrade, Peter Maier

26. September 2025 um