Christus-Korpus am Glocknerkreuz wird verhüllt

Mit Veranstaltungen, einer Umfrage und Ver- bzw. Enthüllungsaktionen wird das 50-Jahr-Jubiläum der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils und das Jahr des Glaubens begangen.

Eine Projektgruppe bestehend aus dem Lienzer Dekan Mag. Bernhard Kranebitter, Dekanatsassistent Roland Hofbauer, Pfarrgemeinderat Dir. Andreas Weiskopf und Dr. Gabriele Lehner, Leiterin des Bildungshauses Osttirol, hat zum 50-Jahr-Jubiläum des II. Vatikanischen Konzils und zum von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen Jahr des Glaubens ein Veranstaltungsprogramm geplant, das durch eine Umfrage, ein Buchprojekt und eine Ver- bzw. Enthüllungsaktion in der Fastenzeit ergänzt wird. „Die zurzeit laufenden Diskussionen in der katholischen Kirche sind auch eine Auseinandersetzung mit dem II. Vatikanischen Konzil. Wir wollen mit unseren Aktionen in Dialog mit möglichst vielen Menschen treten und Schwerpunkte zu den Themen Kirche und Christsein in Osttirol setzen“, erklärt Dekan Kranebitter das Ziel dieses Programms.

Gestartet wird am 1. Februar 2013 mit einem Referat von Univ.-Prof. Dr. Roman Siebenrock zum Thema „Siehe ich mache alles neu“ im Bildungshaus Osttirol. Am 22. Februar 2013 wird der Innsbrucker Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer im Haus Valgrata in Außervillgraten zum Thema „Was heißt katholisch?“ sprechen, am 22. März 2013 referiert Ass.-Prof. Dr. Nikolaus Wandinger in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt und am 19. April 2013 schließlich Univ.-Prof. Dr. Jòzef Niewiadomski im Kolpinghaus Lienz. Anschließend an die jeweiligen Referate wird es Podiumsdiskussionen geben.

Die Projektgruppe hat ergänzend dazu eine Umfrage in den Dekanaten Lienz und Sillian erarbeitet, bei der mittels zehn Fragen auf einem Fragebogen Standpunkte, Meinungen und Anliegen abgefragt werden. „Wir müssen auch hören, was Christen sagen. Deshalb bitten wir alle, den Fragebogen auszufüllen“, so Andreas Weiskopf, Direktor des Sonderpädagogischen Zentrums und Pfarrgemeinderat in der Pfarre Hl. Familie in Lienz. Die Fragen kreisen um die Themen eigene Lebensziele, Beziehung zur Gott und zur Kirche. Die Ergebnisse dieser Umfrage sollen im Rahmen eines Buchprojektes mit dem Titel „Wir sind Kirche in Osttirol“ veröffentlicht werden. „Eine große Frage ist, wie wir althergebrachte Kirchentraditionen ins Heute übersetzen können. In diesem Sinne solle die Umfrage helfen“, so Dekan Kranebitter.

Mit der Aktion „verhüllen-enthüllen-entdecken“ werden im öffentlichen Raum Kreuze am Aschermittwoch verhüllt und am Karfreitag wieder enthüllt. „Wir wollen das, was in der Fastenzeit in der Kirche passiert, auch im öffentlichen Raum tun“, erklärt der Dekan diese Aktion zum Jahr des Glaubens. In der kommenden Fastenzeit wird etwa die Kreuzigungsgruppe „Bichler-Kreuze“ oberhalb der Wallfahrtskirche in Lavant, die Kreuze am Gemeindeplatz und am Prozessionsweg in Leisach oder das Kreuz am Kirchturm der Pfarrkirche „Hl. Familie“ in Lienz verhüllt sein. Und auch Österreichs höchstes Kreuz – nämlich das Gipfelkreuz am Großglockner – wird in diese Aktion eingebunden. Diözesanbischof Manfred Scheuer, Dekan Bernhard Kranebitter und eventuell auch Msgr. Dr. Engelbert Guggenberger, Generalvikar der Diözese Gurk in Kärnten, werden am Aschermittwoch mit Kalser und Heiligenbluter Bergführern Österreichs höchsten Berg erklimmen und den Christus-Korpus am Gipfelkreuz mit einem violetten Tuch verhüllen. Am Karfreitag wird die Verhüllung dann – wie auch in den Kirchen im Tal – wieder entfernt.

Text und Foto: Raimund Mühlburger

23. Januar 2013 um