Cerro Torre: Toni Ponholzer gibt nicht auf und reist wieder nach Patagonien

Diesmal will Toni Ponholzer mit Vittorio Messini und Matthias Wurzer die legendäre Nordwand des Cerro Torre auf der Route des 1959 verunglückten Osttirolers Toni Egger klettern.

Der Cerro Torre ist rund 13.500 Kilometer Luftlinie von seinem Wohnort Debant entfernt, und trotzdem scheint diese Granitnadel in Südamerika einer von Toni Ponholzers Hausbergen zu sein. Cheoma, wie ihn viele auch nennen, gilt weltweit als einer der besten Kenner des Torre-Massivs. Kaum ein Alpinist stand öfter auf den Gipfeln Patagoniens, vielfach erreichte er diese auf extremen Linien und in mehreren Erstbesteigungen. Für Ponholzer ist der Cerro Torre zur Lebensaufgabe geworden. Seit seiner Kindheit treibt ihn das Rätsel rund um Toni Egger im Jahre 1959 an. Der italienische Bergsteiger Cesare Maestri behauptet, mit Toni Egger gemeinsam den Cerro Torre über die Nordwand erstbestiegen zu haben. Beim Abstieg verunglückte der Osttiroler Alpinist tödlich, die Kamera mit dem fraglichen Gipfelfoto ist verschwunden. Maestri bohrte 1970 mit einem Kompressor hunderte Haken in eine Wand des Cerro Torre – die so genannte Kompressor-Route.

 

Der Cerro Torre, fotografiert von Peter Ortner

 

Mittlerweile wird immer mehr angezweifelt, dass Maestri und Egger den Gipfel über die Nordroute erreichten. Für Toni Ponholzer spielt das keine Rolle mehr. Er plant die Erstbesteigung der Cerro Torre Nordwand – also die Toni Egger Route – zu dessen Gedenken. Am Mittwoch, 27. Februar 2019, startet er seine nächste Expedition. Begleitet wird er diesmal von den beiden Top-Alpinisten Vittorio Messini und Matthias Wurzer. Alle drei sind Kalser Bergführer. Diese feiern heuer ihr 150-Jahr-Jubiläum. Die drei Osttiroler planen, sich auf die Nordwand zu konzentrieren und werden je nach Wetter- und Wandbedingungen eventuelle Ausweichrouten und alternative Gipfel klettern.

Gesponsert wird Toni Ponholzer von Michael Eders Firma Brainflash und dessen Marke edrizzi® (System zur Farbnebelabscheidung in Industrielackieranlagen). Eder und Ponholzer vereint nicht nur Freundschaft, sondern auch der Enthusiasmus für Bergsport und vor allem die Ideologie für ausgefallene Ideen und Hobbies.

 

Text: Redaktion, Fotos: Privat, Peter Ortner

26. Februar 2019 um