Caritas feierte 30 Jahre Familienhilfe
In ca. 170.000 Stunden haben die Osttiroler Familienhelferinnen seit 1983 in akuten Notsituationen und bei kurzfristigen Engpässen Familien geholfen.
Die Familienhilfe der Caritas entlastet Familien, wenn zu Hause kurzfristige Betreuungsengpässe oder Notsituationen auftreten. Aktuell sind in Osttirol vier ausgebildete Familienhelferinnen für die Caritas tätig. Im Jahr 1983 hat die Caritas zwei Familienhelferinnen der Pfarre St. Andrä übernommen und bald auf vier Mitarbeiterinnen aufgestockt. „Seitdem haben unsere Familienhelferinnen in rund 170.000 Stunden Familien entlastet“, so Maria Glanzl, Bereichsleiterin der Caritas für Osttirol beim Festakt anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums am 6. Dezember 2013 in der Lienzer Spitalskirche. Sie konnte neben zahlreichen Vertretern der Caritas und des kirchlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens auch viele aktive und ehemalige Familienhelferinnen sowie Weggefährten und Systempartner begrüßen.
Caritas-Direktor Georg Schärmer: „Würde das Land nur einen Euro jährlich pro Einwohner zahlen, wäre eine flächendeckende Familienhilfe in Tirol möglich.“
Verlässlichkeit, Flexibilität und sehr viel Verständnis sowie Einsatzfreude für die Familien zeichnen unsere Familienhelferinnen aus“, betonte Andreas Huber, Regionalstellenleiter der Caritas in Osttirol. Die Festrede hielt der Tiroler Caritas-Direktor Georg Schärmer. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die großen Probleme unserer Gesellschaft nur durch eine Kultur der Nahversorgung, der Nachbarschaftshilfe und der Nächstenliebe gelöst werden können“, so Schärmer. Nicht jeder sei mein Nächster, aber jeder könne es werden. „Es bedeutet aber auch Mut zuzugeben, dass ich Hilfe brauche. Sozial brennt es in unserem Land jede Stunde. Die Eltern sind immer häufiger durch Multiaufgaben und Mehrfachaufgaben überfordert“, so Schärmer. Er bezeichnete es als „sozialpolitischen Betriebsunfall“, dass das Land Tirol vor fünf Jahren aus der Finanzierung der Familienhilfe ausgestiegen ist. „Ich verneige mich vor all‘ jenen, die trotzdem weitergemacht haben, neben den Familienhelferinnen vor allem auch bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern“, sagte der Caritas-Direktor.
Maria Glanzl, Caritas-Bereichsleiterin für Osttirol: „Die Familienhilfe ist eine ,Krisenfeuerwehr‘ und kommt ins Haus, um Familien kurzfristig in ihrem Alltag zu entlasten.“
Österreich verfüge laut Schärmer – im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsländern – über ein gutes soziales Netz. Es wäre für ihn aber eine Schreckensvision, wenn sich „die Tür für Bedürftige nur mehr dienstlich öffnen würde“. Die Familienhelferinnen hätten mit ihrem Einsatz schon sehr vielen Kindern, Eltern und Pflegebedürftigen das Atmen erleichtert. „Ihr seid neben vielen anderen dafür verantwortlich, dass der Mitmenschlichkeit in diesem Land nicht die Luft ausgeht“, bedankte sich Georg Schärmer abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Caritas, R. Mühlburger