Bischofsmesse auf historischem Boden
Am 16.6. hielt Titularbischof Romuald Kaminski in Aguntum eine hl. Messe ab. Archäologen informierten über die Grabungserfolge im Bereich der historischen Römerstadt. Aguntum, die einzige römische Stadt auf dem Gebiet des heutigen Tirols gilt nicht nur als kulturhistorisch wohl bedeutsamster Platz im Bezirk Lienz, sondern reiht sich auch in die Schar der Titularbistümer ein, zu denen österreichweit neben Aguntum auch Tiburnia, Lauriacum, Wiener Neustadt und Virunum gehören. Die Bezeichnung „Titularbischof“ rührt daher, dass nach katholischer Tradition jeder Bischof auf den Namen einer Diözese geweiht wird. Bei einem Titularbistum handelt es sich um eine untergegangene, historische Diözese. Analog dazu trägt ein Titularbischof den Namen der erloschenen Diözese, wobei der Ehrentitel immer vom Vatikan verliehen wird. Papst Benedikt XVI. ernannte im Jahre 2005 den Polen Romuald Kaminski zum Titularbischof von Aguntum. Vor ihm hatten Bischöfe aus Köln und den USA den Titel getragen.
Seit acht Jahren ist der Pole Romuald Kaminski (Bildmitte) Titularbischof von Aguntum.
Am 15./16. Juni 2013 folgte Romuald Kaminski einer Einladung des Obmanns des Vereins Curatorium pro Agunto, Dr. Leo Gomig, nach Osttirol und besuchte erstmals sein Titularbistum. Nachdem er am Samstag der Firmung in Dölsach beigewohnt hatte, hielt er am Sonntagvormittag, gemeinsam mit Pfarrer Bruno Decristoforo und Pfarrer Wieslaw Wesolowski, bei hochsommerlichen Temperaturen eine hl. Messe auf dem Boden der einstigen Römerstadt ab. Für die würdige musikalische Begleitung sorgte die Musikkapelle Dölsach.
v.l.n.r.: Dr. Leo Gomig, der Obmann des Vereines Curatorium pro Agunto, und die Archäologen Univ.-Prof. Elisabeth Walde und Ass.-Prof. Dr. Michael Tschurtschenthaler
Nach der Feldmesse begrüßten Dr. Leo Gomig und der Dölsacher Bürgermeister Josef Mair die zahlreich erschienenen Ehrengäste und Interessierten aus der Bevölkerung, bevor die langjährige Grabungsleiterin in Aguntum, Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Walde, und ihr Nachfolger, Ass.-Prof. Dr. Michael Tschurtschenthaler, einen mit vielen persönlichen Erinnerungen gespickten, spannenden Einblick in die mittlerweile seit über 100 Jahren andauernde Grabungstätigkeit auf dem Boden der einstigen Römerstadt Aguntum gaben.
Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: Journal/Sulzenbacher und Brunner Images

