Bischof verhüllte Korpus am Glocknerkreuz

Am 14. Feber stiegen hohe Kirchenvertreter mit Bergführern auf den Großglockner, um den Christuskorpus am Gipfelkreuz mit einem violetten Tuch zu verhüllen.

Der Innsbrucker Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, Generalvikar Dr. Engelbert Guggenberger von der Diözese Gurk-Klagenfurt, die beiden Bergführer Michael Amraser aus Kals und Stefan Rieger aus Heiligenblut, Dr. Josef Walder, Sekretär des Innsbrucker Bischofs, der Lienzer Dekan Mag. Bernhard Kranebitter und der Kalser Vizebürgermeister Martin Gratz standen am Donnerstag, 14. Feber 2013, um 12.57 Uhr, am Gipfel des höchsten Berges Österreichs. Sie verhüllten die am Gipfelkreuz angebrachte Christusgestalt mit einem robusten, wind- und wetterfesten Tuch in violetter Farbe. Mit dieser und zahlreichen weiteren „Verhüllungsaktionen“ will die katholische Kirche im Rahmen von „Aktion Glaube: verhüllen – enthüllen – entdecken“ die Aufmerksamkeit auf religiöse Symbole richten, die in der Hektik des Alltags oft übersehen werden.

Die Gruppe verbrachte die Nacht von Aschermittwoch auf Donnerstag im Winterraum der Stüdlhütte, um 7.00 Uhr wurde die Glocknertour bei bedecktem Himmel, Temperaturen um minus 15 Grad und eisigem Wind gestartet. Bis weit nach der Erzherzog-Johann-Hütte konnten die beiden Seilschaften die Strecke mit den Tourenskiern zurücklegen, nur die letzten Meter bis zum Gipfel wurden die Ski abgeschnallt.

Trotz Temperaturen um minus 15 Grad und starkem Wind war der Aufstieg von der Stüdlhütte zum Gipfel ein wunderschönes Bergerlebnis.

Am Gipfel angekommen hielt Bischof Scheuer eine kurze Andacht unter Einbindung des Psalms 121 „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“. Für den Innsbrucker Diözesanbischof hat die Verhüllung von religiösen Symbolen in der Fastenzeit eine besondere Bedeutung. „Vordergründig geht es darum, die Aufmerksamkeit auf die vielen religiösen Symbole zu lenken, die täglich und überall präsent sind und dennoch oft übersehen werden. Es geht aber auch um eine Dimension des Menschseins: Not und Leid werden oft ausgeblendet. Wir müssen uns fragen: Wo braucht es einen schärferen Blick für die Augen des Glaubens, um die Spuren Jesu neu zu entdecken“, erklärte Scheuer. Der Bergtour kurzfristig angeschlossen hat sich auch der evangelische Pfarrer DI Mag. Hans Hecht aus Lienz. Der Christuskorpus am Glocknerkreuz soll während der gesamten Fastenzeit verhüllt bleiben. Die feierliche Enthüllung werden Vertreter der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ) rund um das Osterfest vornehmen.

Der Christuskorpus am Glocknerkreuz bleibt bis Ostern mit einem wind- und wetterfesten violetten Tuch verhüllt.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Diözese Innsbruck

15. Februar 2013 um