Historischer Vortrag über Australier in Osttirol
Erkenntnisse über australische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Osttirol präsentierte der pensionierte HAK-Professor Roland Domanig am BG/BRG Lienz.
SchülerInnen der 7a, 7b und 7c des Lienzer Gymnasiums wurden am Montag, 18. Dezember, zu einem historischen Vortrag in den Festsaal geladen. Roland Domanig, pensionierter HAK-Professor und ambitionierter Hobbyhistoriker, präsentierte Erkenntnisse seiner Forschungen über australische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Osttirol.
Roland Domanig: „Im Jahr 1941 gerieten insgesamt 5.000 alliierte Soldaten auf Kreta in deutsche Kriegsgefangenschaft. Einige hundert von ihnen wurden in das Gefangenenlager STALAG XVIII nach Wolfsberg in Kärnten verbracht und anschließend zu Zwangsarbeit auf verschiedene Bezirke aufgeteilt. Von 1942 bis 1945 waren über 80 so genannte POWs (POW steht für „Prisoner of war“) aus Australien in Leisach, Nikolsdorf, St. Johann und Matrei/Zedlach stationiert.“ Domanig berichtete über die harten Lebensbedingungen, die traumatisierenden Hintergründe und den schwierigen Weg zurück in die Freiheit. Zur Illustration dienten historische Fotografien, Textausschnitte von Berichten über Lagerinspektionen des Internationalen Roten Kreuzes und eine Filmdokumentation des australischen Historikers und Journalisten Phil Cleary.
Im Publikum saßen auch sechs Gastschüler aus Wangaratta (135 km nordöstlich von Melbourne gelegen) mit ihren Austauschpartnern des Lienzer Gymnasiums. Neben dem Interesse an quasi greifbarer historischer Vergangenheit löste der Vortrag auch Erleichterung darüber aus, in friedlichen Zeiten leben zu dürfen und mit Freude einander über Kontinente hinweg zu begegnen.
Text: Redaktion, Foto: BG/BRG Lienz