Bgm. Blanik besucht Kinderschutzzentrum Lienz
Das Kinderschutzzentrum in Lienz ist eine der ältesten derartigen Einrichtungen in Österreich. 2013 wird man hier das 20-jährige Bestehen begehen.
Das Kinderschutzzentrum in der Amlacherstraße 2 in Lienz wurde im Jahre 1993 eröffnet und hat sich seit dieser Zeit zu einer sehr wichtigen Beratungs- und Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche entwickelt, die sexuelle, körperliche und seelische Gewalt erlebt haben. „Aber auch bei Vernachlässigung von Heranwachsenden und bei Verdacht auf sexuelle Gewalt sind unsere Mitarbeiterinnen die richtigen Ansprechpartnerinnen“, betonte die Geschäftsführerin der Tiroler Kinderschutz GmbH, Mag. Karin Hüttemann, die am 27.8. aus Anlass des alljährlichen Besuches der Lienzer Bürgermeisterin in der Regionalstelle zu einem Pressegespräch lud. „Als Kompetenzzentrum bei sexueller, körperlicher und seelischer Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist es das Ziel unserer Mitarbeiterinnen, mittels gezielter Interventionen, Gewalt gegen Heranwachsende zu stoppen und umfassende Hilfsangebote bereit zu stellen. Wir verstehen Gewalt primär als Beziehungsproblem und arbeiten deshalb als Team mit Opfern, ihren Familien und dem gesamten Bezugssystem“, so Hüttemann weiter.
2011 nahmen 90 Klienten das Angebot des Kinderschutzzentrums in Osttirols Bezirkshauptstadt mit insgesamt 563 Beratungen/Behandlungen in Anspruch. Davon waren 10 männlich und 80 weiblich. Das Alter der betroffenen Kinder lag am häufigsten zwischen 0-6 und 15-19 Jahren. Die Beratungsinhalte waren vordergründig der Verdacht auf sexuellen Missbrauch, gefolgt von physischer Gewalt gegen Kinder, außerdem Trennungs-, Scheidungs- sowie psychosoziale Probleme. Im heurigen Jahr wurden bis einschließlich 31. Mai 2012 bereits 51 Klienten beraten.
Die Lienzer Bürgermeisterin DI Elisabeth Blanik erklärte ihre Unterstützung für von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche und hob die Bedeutung der Einrichtung für Lienz und den gesamten Bezirk hervor. Sie sprach aber auch die in diesem Bereich bestehende hohe Dunkelziffer von Betroffenen an und appellierte an alle, bei Kenntnisnahme derartiger Fälle nicht wegzuschauen und nicht zu schweigen.
Betroffene können sich unter der Tel. 04852/71440 oder der E-Mail: lienz@kinderschutz-tirol.at an die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzzentrums wenden. Informationen finden sich auch auf der Homepage unter www.kinderschutz-tirol.at
Text: J. Hilgartner, Foto: Journal/Sulzenbacher