Bergrettung Osttirol: 4.995 Stunden im Einsatz
Am 16. Mai blickten Osttirols Bergretter bei ihrer Jahreshauptversammlung auf das vergangene Einsatzjahr zurück – 103 verunfallte Wanderer/Bergsteiger, 10 Totbergungen.
Die Bergrettung verfügt in Osttirol über acht Ortsstellen (Kals, Lienz, Matrei, Obertilliach, Prägraten, Sillian, Defereggental und Virgen), die das gesamte Gebiet des Bezirkes Lienz abdecken. 476 BergrettungskameradInnen, neun davon Bergrettungsfrauen, gehören der Blaulichtorganisation aktuell an. Außerdem stellen sich auch eine Bergrettungsärztin und sieben Bergrettungsärzte in den Dienst der Allgemeinheit, wenn es darum geht, den in den Bergen Verunglückten rasch und effektiv Hilfe zu leisten. Die Lawinenhundestaffel Osttirol umfasst aktuell sechs voll ausgebildete Hundeführer mit ihren Einsatzhunden.
Am Freitagabend, 16. Mai, hielt die Bergrettung des Bezirkes Lienz im Festsaal des BG/BRG ihre Jahreshauptversammlung 2014 ab. Bezirksstellenleiter Peter Ladstätter konnte viele Ehrengäste, u.a. die Lienzer Bürgermeisterin DI Elisabeth Blanik, BR Bgm. Dr. Andreas Köll aus Matrei, LA Martin Mayerl, den Lienzer Vize-Bgm. Meinhard Pargger, den Kommandanten des JgB24, Oberstleutnant Bernd Rott, den Leiter der Alpinpolizei Osttirol, Erwin Mariacher, Herbert Girstmair, den Leiter des Rettungsdienstes der ÖRK-Bezirksstelle, und den Landesleiter der Bergrettung Kärnten, Othmar Striednig sowie zahlreiche BergrettungskameradInnen dazu begrüßen.
Seit 1.1.1978 ist Andreas Köll Mitglied der Bergrettung. Peter Ladstätter und Raimund Köll (Bergrettung Matrei) überreichten ihm dafür am 16.5. die Ehrenurkunde.
Nach dem Gedenken an verstorbene Kameraden warf Ladstätter einen Blick zurück auf das vergangene Einsatzjahr, in dem man insgesamt zu 103 Einsätzen ausrückte. 4.995 Stunden wurden geleistet, 1.193 BergrettungskameradInnen standen im Einsatz. 37 Mal wurden Hubschrauber angefordert, 46 Mal rückten Mitglieder der Alpinpolizei aus. Bei 19 Einsätzen arbeitete man mit dem Roten Kreuz Osttirol, bei elf Einsätzen mit örtlichen Feuerwehren, bei drei Einsätzen mit der Wasserrettung und in einem Fall auch mit dem Österreichischen Bundesheer zusammen. In 37 Fällen wurden die betroffenen Wanderer und Bergsteiger durch Bergrettungsärzte versorgt, 42 Mal erfolgte die Erstversorgung durch Mitglieder der Bergrettung. 54 Personen konnten unverletzt, 39 verletzt und zehn leider nur mehr tot geborgen werden. Dass den im Einsatz stehenden Ehrenamtlichen dabei jeweils sehr viel abverlangt werde, körperlich wie geistig, und dass Technik, Erfahrung, notfallmedizinisches Können und Persönlichkeit gefragt seien, dies betonte der Leiter der Bergrettung Osttirol nachdrücklich und dankte allen Beteiligten für ihre Tätigkeit. Ihren Respekt, Anerkennung und Dank sprachen den Bergrettungsmitgliedern auch die Ehrengäste in ihren Grußworten aus. Der Matreier Bürgermeister BR Dr. Andreas Köll – seit 36 Jahren ordentliches Mitglied der Blaulichtorganisation – erhielt für seine Leistungen und Unterstützung das Ehrenzeichen der Bergrettung Osttirol überreicht.
Bergrettungsarzt Dr. Franz Krösslhuber wies in seiner Ansprache auf jene zwei Faktoren hin, die für ein Überleben von Schwerverletzten im Gebirge entscheidend sind: auf die zeitliche Komponente und die Qualität der medizinischen Behandlung. Der Einsatz von Medizintechnik solle dabei, so Krösslhuber weiter, immer von den Aspekten „klein und handlich“ bestimmt werden. Als Ziele für die Zukunft wurden von den Verantwortlichen der Bergrettung Osttirol schließlich eine forcierte Ausbildung der BergretterInnen zu Notfallsanitätern, monatliche Übungen mit SAN-Teil sowie diverse Zusatzausbildungen genannt.
Für Osttirol heute war Lena Holzer bei der JHV der Bergrettung Osttirol mit dabei. Die Fotos lieferte uns in bewährter Weise Philipp Brunner.

