Bergrettung Lienz: 70% mehr Einsatzstunden
Auf ein äußerst intensives und einsatzreiches Jahr blickten die Mitglieder der Bergrettung Lienz bei ihrer Jahreshauptversammlung am 21.2. in der Wirtschaftskammer zurück.
Ortsstellenleiter Herbert Zambra konnte zur diesjährigen Jahreshauptversammlung zahlreiche Mitglieder, Förderer und Ehrengäste der Bergrettung Lienz begrüßen und eröffnete diesen im Rahmen seines Berichtes einen erkenntnisreichen Blick ins vergangene Einsatzjahr. Mit 2 256 Einsatzstunden bei 39 Einsätzen verzeichnete die Lienzer Organisation im Vorjahr etwa 70 % mehr Stunden als im Jahr 2012. In die präsentierte Statistik flossen dabei ausschließlich die reinen Einsatzstunden, nicht aber der zusätzliche Zeitaufwand für die Pflege und Wartung von Gerätschaften oder Räumlichkeiten, ein. Durchschnittlich waren etwa 15 BergretterInnen pro Einsatz beteiligt. „Wir waren 2013 sehr gefordert“, so Zambra, der bedauerte, dass „nicht weniger als sechs Todesopfer geborgen werden mussten.“
Insbesondere trugen die mehrtägigen Sucheinsätze zu den überdurchschnittlich hohen Einsatzstunden bei. Insgesamt fünfmal musste die Mannschaft zu zweitägigen Sucheinsätzen ausrücken. Zusammen mit den Bergrettungs-Hundeführern des Bezirks sowie den ortsansässigen Feuerwehren und der Alpinpolizei konnte man alle Sucheinsätze mit Erfolg beenden. Neben den Such-, Berge- und Assistenzeinsätzen verrichtete die Bergrettung Lienz aber auch Strecken- und Akjadienste bei diversen Sportveranstaltungen wie dem Dolomitenmann oder beim Damenweltcup.
2013 absolvierten die BergretterInnen der Bezirkshauptstadt zudem auch ein vielfältiges Übungsprogramm mit verschiedensten SAN-, Canyoning-, Liftberge-, Lawinen- und Mannschaftsbergetechniken. Insgesamt investierten die Teilnehmer 1 183 Stunden bei 16 Übungen mit durchschnittlich jeweils 23 BergretterInnen. Ausbildungs- und Einsatzleiter Martin Presslaber hob die gemeinsamen Einsatzübungen mit der Wasserrettung und den benachbarten Feuerwehren hervor und lobte in diesem Zusammenhang die vorbildliche Kooperation mit Polizei, Feuerwehr und Rettung.
(v.l.n.r.): Eine besondere Freude für Ortsstellenleiter Herbert Zambra war die Ehrung langjähriger Bergrettungsmitglieder: Ernst Egger und Hans Hübenthal wurden für 50 Jahre und Helmut Hartner für 25 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Gratulationen gabs auch von Peter Ladstätter, dem Leiter der Bergrettung Osttirol.
Derzeit zählt die Bergrettung Lienz 99 Mitglieder, davon 71 in der Einsatzmannschaft, sieben in der Reserve sowie zwei Personen in der Zentrale, zudem stehen sechs Bergrettungsärzte zur Verfügung. Zwei neue Bergretter wurden mit fertiger Ausbildung aufgenommen, vier Anwärter befinden sich noch in Ausbildung. Kassier Martin Januschke berichtete über die Finanzen der Bergrettung Lienz: 2013 standen Gesamteinnahmen von 87.395 Euro zur Verfügung, die durch Einsätze erwirtschaftet (25 %) oder über die Mitgliedsbeiträge eingenommen wurden (35 %). 16 % stammen aus Gemeindebeiträgen und etwa 13 % flossen durch Spenden. Damit wurden nicht nur die Fixkosten gedeckt, sondern auch Neuanschaffungen wie Digitalfunkgeräte, eine Airbag-Rucksackaktion und natürlich Einsatzmaterial wie Seile, Karabiner und Sicherungsmaterial finanziert.
Am Abend der Jahreshauptversammlung gedachte man auch den drei im Vorjahr verstorbenen Bergrettungs-Mitgliedern Hans Linder, Fritz Unterasinger und Walter Lang. Geburtstagsgrüße gingen u.a. an Ing. Gerd Brutter, Franz Pitterl und Wolfram Redanz zum 70. Geburtstag und Hans Bruckner, Ernst Egger und Gottfried Mayr zum 80. Geburtstag. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Helmut Hartner und Gerhard Unterasinger, die seit 25 Jahren bei der Bergrettung sind sowie Ernst Egger und Hans Hübenthal, beide seit 50 Jahren im Einsatz, geehrt.
Der Ausschuss der Bergrettung Lienz (v.l.n.r.): Ortsstellenleiter Herbert Zambra, Schriftführer Stephan Schlemmer, Ortsstellenleiter-Stv. Stephan Senfter, Kassier Martin Januschke, Materialwart Alex Fanger sowie Einsatz- und Ausbildungsleiter Martin Presslaber
Abschließend überbrachten Vertreter der Politik, der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der Wasserrettung, der Alpinpolizei sowie der Alpenraute ihre Grußworte. „Die Ortsstelle Lienz ist unheimlich wichtig und eine Drehscheibe für den Bezirk!“, erklärte etwa Peter Ladstätter, Leiter der Bergrettung Osttirol.
Text: Judith Goritschnig, Fotos: www.osttirol-heute.at

