Bergfilm folgt den Spuren einer Erstbesteigung

Der erste Gipfelsieg am Hochschober jährt sich heuer im August zum 165. Mal. Der Film eines Iseltaler Teams spürt den Erstbesteigern nach. Premiere am 1.9. im Gemeindesaal von Ainet. Es war exakt der 18. August 1852, der als Tag der Erstbezwingung des vierthöchsten und zugleich namensgebenden Gipfels in der Schobergruppe in die Alpingeschichte eingegangen ist. Gelungen ist der Gipfelsieg dem gebürtigen Tschechen und in den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts in Lienz als Apotheker tätigen Alpinisten und Kartographen Franz Keil. Gemeinsam mit seinem Freund Josef Mayer, einem Theologen, und einem heimischen Bergführer bzw. Trägern konnte er den „Großschober“, wie er damals genannt wurde, von der Südseite aus, durch das Leibnitztal, bezwingen. „Oben, auf 3.240 Metern Seehöhe, stellten die Männer eine mitgeführte Stange als provisorisches Gipfelkreuz auf, protokollierten die Tour und begossen den Erfolg mit einer Flasche Wein“, weiß Ewald Ferner-Ortner zu berichten.

 

Vom Iseltaler Ewald Ferner-Ortner ging die Idee zu dem ganz besonderen Film aus.

 

Der Aineter, ein versierter Bergwanderführer und langjähriger Hüttenwart der Hochschoberhütte, kennt die Bergregion rund um den Hochschober sehr gut und hat sich intensiv mit den Personen und Ereignissen rund um die Erstbesteigung auseinandergesetzt. „Ortschronist Alois Gomig und Martin Achrainer vom ÖAV Innsbruck stellten mir historische Quellen zur Verfügung. Mein Vater half mir, einen Bericht in altdeutscher Schrift zu übersetzen, sodass ich viel über das, was sich damals abgespielt hat, erfahren konnte. Von den beteiligten Personen ist Franz Keil natürlich der bekannteste. Er gilt als Erstbesteiger des Rainerhorns, des Spitzkofels, und auch der Bau der Johannishütte in der Venedigergruppe soll auf seine Initiative zurückgehen. Von den Einheimischen wissen wir nicht viel mehr als ihre Namen und ihre Herkunft aus Ainet und Oberleibnig.“

 

 

Die Idee, die Erstbesteigung mit historischen Gewändern und Ausrüstungsgegenständen nachzustellen, sei, so Ewald Ferner-Ortner, entstanden, weil ihn ältere Aineter des Öfteren auf seine Arbeit als Hüttenwart und auf die baulichen Veränderungen im Bereich der Hochschoberhütte angesprochen hätten. „Außerdem hat sich im Laufe der Jahre so viel Foto- und Filmmaterial zur Hütte und zur Schobergruppe angesammelt, dass sich die Verwendung in einem Film direkt angeboten hat.“ Konkret wurde das Projekt im Jänner 2017: „Am 20.1. haben sich alle, die zur Mitarbeit bereit waren, erstmals getroffen. Das Darsteller-Team hat sich herauskristallisiert, und auch die notwendigen Hintergrundaufgaben konnten den jeweils Verantwortlichen zugeordnet werden. Erwin Hertscheg spielt Franz Keil, Andreas Gliber stellt Josef Mayer nach, und Andreas Kratzer ist in der Rolle des Bergführers Paul Oblasser zu sehen. Peter Putzhuber und Lukas Kratzer geben die Träger Sebastian Außersteiner und Adam Grassnig.“ Ewald selbst fungierte, wie er erzählt, als Projektleiter und Kameramann und führte Regie, die Marketingagenden übernahm Armin Küng. Regina, Ewalds Frau, zeichnete für die Maske verantwortlich und filmte mit einer zweiten Kamera.

Erste Aufnahmen entstanden im Februar 2017, der letzte Drehtag ging im Juli über die Bühne. „Derzeit bin ich gerade damit beschäftigt, den Erstbesteigungsfilm zu schneiden. In einem weiteren, schon abgeschlossenen Filmprojekt stehen die Hochschoberhütte und die gesamte Bergregion im Mittelpunkt“. Gemeinsam freut sich das gesamte Team rund um Ewald Ferner-Ortner nun auf den Premierenabend am 1. September 2017 im Aineter Gemeindesaal. „Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Die Aineter Jungbauernschaft sorgt für Erfrischungen, und im Anschluss werden die Kuenz Buam aufspielen.“

www.hochschober.eu

 

 

Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: privat/Ferner-Ortner

03. August 2017 um