Bei den Leiner’s ist Fasching Familiensache

Wenn sich am 18.2. in Iselsberg-Stronach der Vorhang zur Premiere der Faschingssitzungen 2017 hebt, dann ist beinahe das ganze Dorf auf den Beinen – und mittendrin Familie Leiner! „Aller Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht so ernst nimmt“. So hat einst der deutsche Schriftsteller Hermann Hesse seine Ansicht darüber, wie man den Unzulänglichkeiten dieser Welt mit heiterer Gelassenheit begegnen kann, zusammengefasst. Dass Humor nicht nur in dieser Definition kein Fremdwort für sie ist, haben auch die fünf Leiner`s als Mitglieder der Iselsberger Faschingssitzungen in den vergangenen 12 Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. „Begonnen hat alles damit, dass ich zunächst bei der Requisite hinter der Bühne mitgeholfen habe“, erinnert sich Markus Leiner zurück. Es dauerte nicht lange, und so stand der heute 49-Jährige als Akteur auf der Bühne. Das sprichwörtliche Faschingsfieber packte auch seine Frau Sieglinde und etwas später die drei Kinder Mathias, Niklas und Aneka. „Bei den Faschingssitzungen trifft sich bei uns das ganze Dorf. Von sehr vielen Familien ist zumindest einer mit dabei – auf oder hinter der Bühne“, umreißt Sieglinde Leiner das, was eine der Besonderheiten des Faschingstreibens hoch über dem Lienzer Becken ausmacht. „Es ist das Zusammenspiel vieler Vereine und freiwilliger HelferInnen aus dem Ort, die alle zwei Jahre zum Gelingen der lustigen Gag-Parade auf der Bühne des Gemeindesaales beitragen“, ergänzt Markus, der gemeinsam mit Sieglinde und Mathias beruflich im familieneigenen Unternehmen Getränke Leiner engagiert ist.

Gemeinsam mit Bernhard Auer sorgten die Leiner’s 2015 als Bewohner und Pflegeperson eines fiktiven Altersheimes für Lachsalven im Publikum.

Als gesamte Familie haben sich die Leiner‘s erstmals 2013 mit einem eigenen Sketch auf die Bühne gestellt. Zuvor waren sie einzeln immer bei lustigen Einlagen verschiedener Vereine mit dabei. Jedem, der vor zwei Jahren eine der Iselsberger Faschingssitzungen besucht hat, ist die Persiflage über ganz besondere Hygienemaßnahmen in einem fiktiven Altenheim wohl noch bis heute in bester Erinnerung. „Die Idee zu diesem Sketch hatte Bernhard Auer“, erinnert sich Mathias zurück. Der 24-Jährige, von Beruf gelernter Lebensmitteltechniker, ist wie sein Bruder Niklas (20) Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr im Ort, wirkt aber auch z.B. bei der Landjugend mit. Alle fünf Leiner‘s saßen 2015 im Nachthemd und mit nicht nur sprichwörtlich heruntergelassener Unterhose auf der Bühne. Bernhard Auer mimte die Pflegeschwester, die die Altenheimbewohner zu so manch eigenartigem Reinigungsritual antrieb. „Natürlich kostet es auch Überwindung, sich so auf der Bühne zu präsentieren“, lacht Markus. „Wer uns kennt, weiß aber, dass wir für einen Spaß immer zu haben sind.“

 

Szenen aus dem Jahr 2015

Wer nun aber glaubt, dass der `Schmäh` von alleine rennt, den belehrt die Tatsache, dass Sieglinde, Markus, Niklas, Mathias und Aneka sehr viele Stunden ihrer Freizeit in die Vorbereitung ihrer Sketche stecken, eines Besseren. Seit Wochen laufen die Proben für die Faschingssitzungen 2017. Worum es dabei geht, wird aber nicht verraten. Bis zur Generalprobe wissen auch die einzelnen Akteure bzw. Gruppen nicht, was andere vorbereitet haben. „Das gesamte Programm kennen im Vorfeld nur Pepi Greil und Harald Waldner“, berichtet Niklas Leiner. „Pepi Greil ist Obmann der Sektion Kultur der Sportunion Iselsberg-Stronach, die die Faschingssitzungen veranstaltet. Er und Harald führen immer auch als `Kaiser` und `Seifenstein` durch den Abend.“

Auf die Frage, wie groß die Nervosität vor den einzelnen Aufführungen ist, antwortet Aneka Leiner. „Natürlich haben auch wir alle Lampenfieber. Das gehört aber dazu. Viel schwieriger ist es, während der Aufführung den notwendigen Ernst zu bewahren. Wenn man ins Publikum schaut und sieht, wie sich die Leute `zerkugeln`, dann muss man sich schon sehr konzentrieren, um nicht selbst zu lachen“, so die 17-jährige BORG-Schülerin. Abschließend spricht sie einen Punkt an, der auch ihren Eltern und Brüdern sehr wichtig ist. „Wir bemühen uns jedes Jahr aufs Neue, einen guten Beitrag zu bringen. Das ist, wenn man es so ausdrücken will, unser Ehrgeiz, und deshalb nehmen wir auch die derzeit laufenden Proben sehr ernst. Wir feilen bis zum Schluss an unserem Sketch.“

Text: E. Hilgartner, Fotos: Journal und Kraner

08. Februar 2017 um