Auf dem Weg zur Gleichstellung: Neue Kampagne setzt in Osttirol Zeichen
Die Projektgruppe will sich dafür einsetzen, stereotype Geschlechterrollen aufzubrechen und Chancengleichheit in allen Lebensbereichen zu schaffen.
Unter dem Motto #machkeinenunterschied wurde die neue Kampagne für Chancengleichheit in Osttirol am Montag, 17. Juni, vorgestellt. Die Projektgruppe besteht aus dem Regionsmanagement Osttirol, dem AufBauWerk, den Mannsbildern, dem Frauenzentrum Osttirol, dem FrauenBerufsZentrum Osttirol und dem Lernzentrum der UMIT TIROL und will sich dafür einsetzen, stereotype Geschlechterrollen aufzubrechen und Chancengleichheit in allen Lebensbereichen zu schaffen – von der Arbeitswelt bis hin zum privaten Umfeld.
„Unser Ziel ist es, Bewusstsein für bestehende Missstände in der Bevölkerung zu schärfen und konkrete Veränderungen anzustoßen, damit Individuen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder Behinderung – die gleichen Möglichkeiten in jedem Aspekt des Lebens erfahren können“, berichtete Bianca Wehmeier vom AufBauWerk.
Wie sich gezeigt hat, ist Gleichberechtigung ein wichtiger Schritt, greift aber noch deutlich zu kurz. „Wir von der Männerberatungsstelle unterstützen die Gleichstellungskampagne, weil die dringend erforderliche Gleichstellung von Frauen auch Männersache ist. Uns Männern kann es nur dann richtig gut gehen, wenn es auch den Frauen gut geht“, so Andreas Huber vom Verein Mannsbilder.

Als Zentrales Kommunikationsmedium stellte Brigitte Schieder vom Frauenzentrum die Website www.machkeinenunterschied.at vor. „Hier werden neben Bildungsinhalten, Botschafter:innen aus der Region und Wegweisern zu relevanten Institutionen vor allem auch Veranstaltungen im Bezirk vorgestellt“, so Schieder.
Ein buntes Potpourri an Maßnahmen ist geplant, um die gesamte Bevölkerung anzusprechen, vom Kindergarten bis zu den Unternehmen. Die Kampagne wird von einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen begleitet. Start machen die interaktiven Workshops in Kombination mit der Wanderausstellung „feminism loaded“ des AEP (Arbeitskreis für Emanzipation und Partnerschaft Innsbruck), welche bereits im Frühjahr 2024 für Schulen im Bezirk angeboten wurden.
„Insgesamt 290 Jugendliche haben mit Begeisterung an 19 Workshops teilgenommen und von der Entstehung der Frauenbewegung bis hin zur #MeeTo-Bewegung vieles gelernt“, fasst Gerda Aßmayr von der UMIT TIROL zusammen. Einige der Workshops befassten sich auch mit Rollenbildern im Beruf und „Equal Pay“. „In Osttirol gibt es eine vielfältige Firmenlandschaft mit interessanten Arbeitsplätzen im technischen Bereich. Frauen sollte klar sein, dass diese Berufe oft bessere Einkommenschancen bieten als viele typische Frauenberufe“, erklärte Katrin Mitterdorfer vom FrauenBerufsZentrum.

Im Herbst richtet sich die Ausstellung an Erwachsene. Begleitend laden verschiedene Themenabende dazu ein, gemeinsam mit renommierten Autorinnen und Autoren sowie Expertinnen und Experten über die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu diskutieren. Außerdem wird es eine Tagung in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Tirol für Unternehmen geben, Weiterbildungen für Elementar- und Primärpädagogik und ein Kunstprojekt mit dem BORG.
Die geplanten Aktivitäten und Initiativen zielen darauf ab, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen und das Bewusstsein für Gleichstellung und Diversität in der gesamten Bevölkerung zu schärfen. „Die Kampagne #machkeinenunterschied markiert den Beginn eines langfristigen Projekts für Gleichstellung und Vielfalt für Osttirol. Alle sind eingeladen, sich der Initiative anzuschließen und gemeinsam eine offene und tolerante Gesellschaft zu gestalten“, berichtete Mirjam Reith, Gleichstellungskoordination des RMO. Die Kampagne ist im Rahmen der Gleichstellungskoordination Osttirol über das LEADER-Programm und mit Landesmitteln gefördert.
Text: Redaktion, Fotos: RMO/Aberjung