Auerhahn greift ein Urlauberehepaar an
Allgemein gilt der Auerhahn als eines der scheuesten Tiere in den Alpen. Letzte Woche machte ein älteres Ehepaar eine ganz andere Erfahrung. Er nahm die Verfolgung auf.
Das Ehepaar wanderte vom Ederhof (Parkplatz der Mautstraße) über das Anna Schutzhaus Richtung Ederplan. Auf der Hälfte des Weges (ca. 1 500 bis 1 600 m Seehöhe) kam es zu dieser ungewöhnlichen Begegnung.
Ein Auerhahn kam gemessenen Schrittes aus dem Wald auf das Urlauberehepaar zu. Plötzlich verwandelte sich die Situation. Das vorerst friedliche Tier rannte nun mit aufgeplusterter Halskrause und herausquellender Brust Rad schlagend und mit lautem Balzgeräusch voller Aggression auf die beiden zu. Die Frau lief ängstlich weg, der Mann schritt, um die Frau zu schützen, dem Tier entgegen. Aug um Aug standen sich die beiden Kontrahenten gegenüber. Der Hahn pickte gegen die Kniescheibe und das Schienbein des Mannes, der Urlauber versuchte, den Auerhahn mit seinen Stöcken von sich abzuhalten. Selbst die Spitze des Wanderstocks auf seiner Brust hielt den Auerhahn nicht davon ab, dass er sein aggressives Verhalten beibehielt.
Nach geraumer Zeit gingen die beiden Urlauber weiter, der Hahn blieb immer in ihrem Blickfeld und verfolgte sie. Endlich erreichten sie ein schützendes Gatter und konnten so einem der scheuesten Tiere unserer Breiten entkommen. Der Hahn wartete noch länger vor dem Gitter, bis ihn die Eheleute, die ihren Weg weitergingen, aus den Augen verloren. Auf der Schutzhütte erfuhren sie, dass schon früher Gäste angegriffen worden waren.
Bilder der Begegnung mit dem aggressiven Auerhahn:
Text: J. Hilgartner, Fotos: Privat
