Andrea Huber aus Irschen: Von der Wunderwelt der Bäume und Kräuter

Bäume, Kräuter und ätherische Öle sind das Fachgebiet von Andrea Huber aus dem Kräuterdorf Irschen. Unterwegs am neu gestalteten Baumlehrpfad erzählte sie mir von Heilpflanzen und der wohltuenden Wirkung des Waldbadens.

Herzlich empfängt mich Andrea im Kräuterhaus „Pfarrstadel“ im Ortszentrum der Oberdrautaler Gemeinde Irschen. Die Ressourcen vor Ort zu nutzen, nachhaltig zu wirtschaften, qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen und sie selbst zu vermarkten – das war das Ziel, als vor mehr als 30 Jahren das Projekt „Kräuterdorf Irschen“ ins Leben gerufen wurde. Viele Dorfbewohner:innen legten einen Kräutergarten an und beliefern den Marketingverein mit ihren Produkten, die im Kräuterhaus verkauft werden.

 

 

„Unser Kräuterhaus ist längst zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Gäste geworden. Hier kann man mitten in der Natur eine Auszeit vom Alltag nehmen, einkehren und die vielen genussvollen und wohltuenden Kräuterspezialitäten verkosten und kaufen“, erzählt die diplomierte Kräuter- und Aromapraktikerin.

 

 

Vom Kräuterhaus führt ein Baumlehrpfad einige hundert Meter hinaus in den Wald. „In den letzten Monaten haben wir den Lehrpfad erneuert und ergänzt. Hier können die Besucher eintauchen in die magische Welt der Bäume, Kräuter und Wiesenblumen.“ Mit einer herrlichen Aussicht auf das Bergpanorama bietet der Schaugarten 20 verschiedene Baumarten. Man kann an einer Vielzahl von Kräutern riechen und erhält auch die detaillierten Informationen dazu. Rast- und Ruheplätze laden zum Verweilen ein.

 

 

Als diplomierte Aromapraktikerin kennt sich Andrea bestens mit der Wirkung von Kräutern aus. „Kräuter sind wahre Wunderwerke der Natur. Ihre ätherischen Öle und Inhaltsstoffe können sowohl körperliche als auch seelische Beschwerden lindern.“ Von Ahorn bis Zirbe – Andrea setzt sich auch intensiv mit der Heilkraft der Bäume auseinander. In ihrem Buch „Kraftquelle Baum” beschreibt sie nicht nur die verschiedenen Baumarten, sondern auch deren energetische Wirkungen. „Bäume sind Lebewesen, die uns Erdung und Stabilität schenken. Ihre Energie kann uns helfen, inneren Frieden und Ausgeglichenheit zu finden. Der Wald ist nicht nur eine Kraftquelle, sondern dient auch als Quelle für Heilenergie und Nahrung. Knospen, Blüten, Blätter, Beeren, Samen, die Rinde und die Wurzeln bereichern unseren Speiseplan und die Hausapotheke.“

 

 

Das „Waldbaden“, auch bekannt als Shinrin-Yoku, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. „Der Wald gilt als grüne Lunge, da er ständig neuen Sauerstoff produziert. Bei einem Waldspaziergang reichern sich alle Zellen mit Sauerstoff an, das Gehirn wird besser durchblutet, die ätherischen Öle, die wir durch die Atemluft aufnehmen, wirken sich positiv auf unser Gemüt aus. Studien haben gezeigt, dass Waldbaden nicht nur die Stimmung verbessert, sondern auch das Immunsystem stärkt und den Blutdruck senkt.“

 

 

Bäume sind seit jeher ein Symbol für Leben und Wachstum. Andrea beschreibt, wie uns Bäume inspirieren können, unser eigenes Leben bewusster und achtsamer zu gestalten: „Ein Spaziergang durch den Wald kann uns neue Perspektiven eröffnen und uns helfen, kreative Lösungen zu finden. Wenn ich durch den Wald wandere, wird mein Verstand schon schon nach wenigen Minuten angenehm ruhig, und neue Ideen strömen durch den Kopf. Ich empfehle, sich Zeit zu nehmen, ohne Handy und Kopfhörer durch den Wald zu spazieren, um die Kraft des Waldes in vollen Zügen aufnehmen zu können.“

 

 

Bei ihren Workshops und Kursen will die Irschnerin dazu ermutigen, die Natur als Apotheke zu betrachten und ihre Schätze zu nutzen. „Ob ein blutreinigender Frühlingstee, ein stärkender Herztee, ein erfrischendes Ahorn-Deo, ein heilsamer Lindenbalsam oder einfach eine Meditation unter einem alten Baum – die Natur bietet uns unzählige Möglichkeiten, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu fördern“, betont sie abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger

21. Juli 2024 um