Alkohol-Geschichten sollen Jugendliche abschrecken

Mit der Aktion „Close to“ sollen Jugendliche zu verantwortungsvollen Verkehrsteilnehmern ausgebildet werden – auch die Fahrschule Greiderer beteiligt sich an diesem Programm.

Das von der Grazer Forschungsgesellschaft Mobilität durchgeführte Projekt wird österreichweit in Fahrschulen umgesetzt – so auch in der Osttiroler Fahrschule Greiderer. „Mit innovativen, aber auch ungewöhnlichen Methoden wollen wir die jungen Leute zu verantwortungsvollen Verkehrsteilnehmern ausbilden“, so Fahrschul-Besitzerin Elisabeth Greiderer. Verkehrsunfälle sind bei unter 25-Jährigen immer noch die häufigste Todesursache. Mit „Close to“ will man auf das Risikoverhalten der Jugendlichen Einfluss nehmen.

Zum Beispiel erzählt Martin S. aus Salzburg seine Geschichte: „Ich hatte bereits untertags getrunken, und am Abend war ich mit Freunden beim 1-Euro-Trinken. Meine Freundin machte am Abend am Telefon mit mir Schluss. Das wollte ich persönlich klären und fuhr zu ihr. Als ich danach nach Hause fahren wollte, kam ich mit meinem Auto ins Schleudern. Ein Taxi konnte nicht mehr bremsen und prallte auf meinen Wagen. Drei Fahrgäste waren nach dem Aufprall bewusstlos, der Fahrer hatte die Nase gebrochen. Der Alkoholschnelltest zeigte bei mir 0,66 Promille an.“

Jugendliche Verkehrsstraftäter erzählen den FahrschülerInnen ihre Geschichten und stehen für Fragen zur Verfügung.

Jugendliche Verkehrsstraftäter erzählen den FahrschülerInnen ihre Geschichten und stehen für Fragen zur Verfügung.

Martins Führerschein wurde für sechs Monate gesperrt, ein Strafverfahren eingeleitet. Die Richterin bot eine Diversion an. Einstweilen entstanden Kosten von knapp 2.800 Euro sowie der Totalschaden des Autos. Der Versicherungsregress von 22.000 Euro sowie Gerichts- und Rechtsanwaltskosten kommen noch. Zum Glück gab es keine bleibenden Schäden bei den Taxi-Insassen. „Ich will verhindern, dass andere Jugendliche solche Fehler machen“, erklärt Martin seine Motivation, den Fahrschülern seine Geschichte zu erzählen.

Das Projekt „Close to“ wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie basisfinanziert, die Kosten der Einsätze in den Fahrschulen tragen die einzelnen Bundesländer. RichterInnen wenden das Projekt als alternative oder ergänzende Strafmaßnahme für junge Verkehrsstraftäter im Rahmen der Diversion neben oder anstelle von Geld- und Freiheitsstrafen an oder werten die Teilnahme als Milderung.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Kzenon/Fotolia, Fahrschule Greiderer

13. Januar 2016 um