Aguntum-Forscher Florian Müller erhält Preis der Landeshauptstadt Innsbruck
Für seine Arbeiten zur Geschichte der Erforschung von Aguntum erhielt der Archäologe den „Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für wissenschaftliche Forschung 2019”.
Seit 1979 wird jedes Jahr der „Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für wissenschaftliche Forschung” an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck verliehen. Zu den heurigen Preisträgern zählte auch der Archäologe assoz.Prof. Mag. Dr. Florian Müller Bakk. vom Institut für Archäologien.
Er wurde für seine Habilitationsschrift „Ein österreichisches Pompeji – Die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen in der Römerstadt Aguntum in den Jahren 1912–1913 im Spannungsfeld von lokalpatriotischem Interesse, Laienforschung und öffentlichen archäologischen Institutionen“ ausgezeichnet.
Nachdem die Erforschung der Römerstadt Aguntum in der Osttiroler Gemeinde Dölsach bis Anfang des 20. Jahrhunderts fast ausnahmslos auf Zufallsfunden und vereinzelten kleineren Grabungen, die eher in den Bereich der Schatzgräberei einzuordnen waren, beruhte, setzten 1912 die ersten größeren archäologischen Ausgrabungen in Aguntum ein. „Mit diesen wird dann auch der Beginn der wissenschaftlichen Erforschung der einzigen Römerstadt Tirols gleichgesetzt“, erläutert Müller. Im folgenden Jahr 1913 wurden die Grabungen fortgesetzt und endeten dann genauso rasch wie sie begonnen hatten für einen Zeitraum von fast 20 Jahren.
Florian Müller spürte nun der Geschichte dieser Grabungen und vor allem auch der daran beteiligten Akteure nach. Gleichzeitig fanden nämlich zwei voneinander unabhängige Unternehmungen statt. Der Franziskanerpater Innozenz Ploner entdeckte neben einer römischen Villa und den Thermen auch die Stadtmauer, die die genaue Lokalisierung des Stadtgebietes erstmalig ermöglichte. Er starb aber 1914 überraschend.
Der Archäologe Rudolf Egger arbeitete im Auftrag des Österreichischen Archäologischen Instituts und legte eine frühchristliche Kirche frei. Neben den Funden wurde in der Arbeit aber auch das Augenmerk auf die Einordnung der Grabungen nicht nur in die zeitgenössische archäologische Fachwelt sondern auch auf ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und ihre damalige generelle gesellschaftliche Bedeutung gelegt. Dass eine solche bestanden haben muss, zeigt allein die Tatsache, dass nach kurzer Zeit der Begriff eines „österreichischen Pompejis“ für diese auftauchte, man sich also wohl auch vor dem Hintergrund des aufkeimenden Tourismus in Osttirol eine solche vergleichbare Ruinenstätte erhoffte.
„Die Stadt Innsbruck fördert mit dem Preis junge Forscherinnen und Forscher und rückt den Wert der Wissenschaft in den Vordergrund“, würdigte Vizebürgermeisterin Mag. Uschi Schwarzl bei der Verleihung in der neuen Stadtbibliothek in Innsbruck die akademischen Leistungen und hob den wichtigen Beitrag der universitären Forschung zum internationalen Ruf Innsbrucks als Universitäts- und Bildungsstandort hervor.
Text: Redaktion, Foto: Stadt Innsbruck/Veronika Lercher