65 Jahre Hauskrankenpflege: Würdige Jubiläumsfeier

In Assling konnte man am 13.3. auf 65 Jahre Hauskrankenpflege zurückblicken. Im Rahmen des Festaktes wurden auch eine Chronik und ein Kurzfilm präsentiert.

Dass die Hauskrankenpflege in Assling eine lange Tradition hat, machte der Obmann des Sozialsprengels Assling-Anras-Abfaltersbach, der Asslinger Bürgermeister Bernhard Schneider, in seinem Rückblick auf die vergangenen mehr als sechs Jahrzehnte deutlich. Mit der Anstellung einer Gemeindekrankenschwester im Jahr 1950 hatten die damaligen Gemeindepolitiker einen besonderen Weitblick und Mut bewiesen und Pionierarbeit in Sachen Menschlichkeit geleistet. Ehrenobmann Josef Theurl erinnerte an die Zeit von Gemeindeschwester Josefa Walder zurück, jener legendären „Schwester Sefe“, die von einem Patienten zum anderen oft auch über 25 Kilometer zu Fuß zurücklegen musste. Sonntags nach dem Gottesdienst war das Wohnzimmer ihrer kleinen Gemeindewohnung voll mit Menschen, die ein körperliches oder seelisches Problem hatten. Nach sieben Jahren konnte für sie ein Auto angekauft werden, wobei es ihre größte Sorge war, so Josef Theurl, dass ihr ein anderes Auto von Thal bis Assling entgegen kommen könnte.

Martha Theurl, seit 1993 im Sozialsprengel tätig und seit 2004 Geschäftsführerin des Sozialsprengels, erklärte: „In den letzten Jahrzehnten hat sich vieles verändert. Reichte am Anfang der Sprengelgründung im Jahr 1987 für die damalige Krankenschwester beispielweise noch ein Tagebuch aus, in dem die Namen der besuchten Patienten als Arbeitsnachweis aufgeschrieben wurde, so sind heute diverse gesetzliche Vorschriften und Förderrichtlinien einzuhalten. 1991 wurde erstmals ein Handtelefon für den damaligen Pfleger Alois Fuchs angeschafft, heute hat jede Mitarbeiterin ein eigenes Smartphone mit den geplanten Einsätzen hinterlegt, die auf Knopfdruck gestartet, dokumentiert und verrechnet werden können. Öffentlichkeitsarbeit und Mitarbeiterführung sind heute unverzichtbar, auch die Führung und Weiterentwicklung des Sozialsprengels als modernen und zeitgemäßen Betrieb.“

Was sich im Laufe der 65 Jahre aber nicht verändert habe, so GF Martha Theurl weiter, ist, dass man in der mobilen Betreuung ganz nah am Menschen sei und sich Zeit nehmen könne für die großen und kleinen Sorgen der betreuten Menschen. Auch für die pflegenden Angehörigen finde man immer Zeit und ein offenes Ohr. „Es ist schön und zeugt von großem Vertrauen, wenn wir Menschen auf ihrem oft letzten Lebensabschnitt zu Hause begleiten dürfen“, betonte Theurl. Ihr Appell an alle Betroffenen: „Holen Sie sich rechtzeitig Hilfe und verteilen Sie die Verantwortung der Pflege daheim auf mehrere Schultern.“

Pflegedienstleiterin (PDL) Melanie Maier, die seit fast drei Jahren im Sozialsprengel Assling arbeitet und sich nach eigenen Angaben bewusst für die Arbeit in der mobilen Pflege entschieden hat, meinte: „Es ist schön, genügend Zeit für die Betreuung zu haben, da man bei der Pflege zu Hause das ganze Umfeld mit einbeziehen muss. Jede Betreuung ist individuell und manchmal auch eine kleine Herausforderung.“ Sie sei dankbar, so Maier, für die Möglichkeit, dass Menschen, die oft über mehrere Jahre vom Sozialsprengel betreut werden, auch zu Hause sterben dürfen. Wichtig sei, dass der Sprengel die notwendige Struktur biete und dadurch auch das Vertrauen und die Sicherheit für diesen letzten „Heimgang“ aufgebaut werden könnten.

Passend zum Jubiläum hatten Rebecca Theurl und Manuela Mair, Schülerinnen der HLW Lienz, als Maturaprojekt für den Sozialsprengel die Chronik mit dem Titel „Von der Gemeindekrankenschwester bis zum Sozialsprengel – 1950 bis 2015“ erstellt. Zudem haben die beiden einen ganz besonderen Film über die Tagesbetreuung „Sprengelstube“, das jüngste Angebot des Sprengels, gestaltet. Der Film wird übrigens auf der Homepage des Sozialsprengels Assling-Anras-Abfaltersbach zu sehen sein: www.sozialsprengel.info/die-sprengel/assling-anras-abfaltersbach

Die würdige Jubiläumsfeier wurde vom Singkreis Assling Vocal unter der Leitung von Karin Theurl musikalisch umrahmt. Die Bäuerinnen von Assling sorgten im Anschluss für das leibliche Wohl der Besucher, die Chronik konnte gegen eine freiwillige Spende zugunsten der Tagesbetreuung Sprengelstube erworben werden. Weitere Exemplare liegen in den Gemeindeämtern von Assling, Anras und Abfaltersbach sowie in der Tagesbetreuung und im Sozialsprengel auf.

Text: Redaktion, Foto: Sozialsprengel Assling

17. März 2015 um