60-Jahr-Jubiläum: Ehrentag für SOS-Kinderdorf Osttirol
Das SOS-Kinderdorf in Nußdorf-Debant feierte am 27.6. sein 60-jähriges Bestehen. Seit der Gründung im Jahr 1955 wurden hier insgesamt 300 Kinder und Jugendliche betreut.
Mit einem offiziellen Festakt startete man am Samstagnachmittag, 27.6., in Nußdorf-Debant in den Festtag der sozialen Einrichtung, die heute als integriertes Modell als Pionier- und Vorzeigeprojekt gilt, das auch international auf großes Interesse stößt. Darüber freute sich auch Kinderdorf-Leiter Guido Fuss, der die Begrüßung der zahlreich erschienenen Ehrengäste, unter ihnen u.a. Landesrätin Christine Baur, LA Martin Mayerl, BH Olga Reisner, Bgm. Andreas Pfurner und Franz Robitsch vom Förderverein SOS-Kinderdorf Osttirol, vornahm: „Wir sind nicht nur das zweitälteste SOS-Kinderdorf, sondern auch eines der kleinsten weltweit. Mit unserem innovativen Konzept haben wir aber österreichweit eine Vorreiterrolle inne, die auch Interessierte aus anderen Teilen der Welt zu uns nach Osttirol führt!“ Aktuell leben zwei SOS-Kinderdorf-Familien mit 13 Kindern und vier Kinderwohngruppen mit 26 Heranwachsenden im integrativen SOS-Kinderdorf in Nußdorf-Debant – und dies Tür an Tür mit anderen Familien und Mietern. „Unser Konzept ist auf das Hereinholen und Annehmen der Nachbarn ausgerichtet, und es funktioniert immer besser“, so Guido Fuss. Die gute Zusammenarbeit vor Ort, aber auch mit Gemeinde und Schulen betonte auch Bürgermeister Andreas Pfurner, der allen MitarbeiterInnen in einer der „größten und wichtigsten sozialen Einrichtungen im Bezirk“ seinen Dank für ihr Engagement aussprach.
Auf die Tatsache, dass im Osttiroler SOS-Kinderdorf seit einiger Zeit auch drei Jugendliche aus Syrien und Somalia ein neues Heim gefunden haben, nahm die Tiroler Soziallandesrätin Christine Baur in ihrem Grußwort Bezug. Sie erinnerte an das Zitat des Mystikers Rumi, der von einem Land jenseits von richtig oder falsch sprach, …„wo wir uns treffen können!“ Christine Baur bezeichnete den Flüchtlingsstrom, mit dem sich auch Tirol in zunehmendem Maße konfrontiert sieht, als aktuell besonderen Brennpunkt. „Wir müssen in unserer Menschlichkeit wachsen!“, so Baur, die lobte, dass man im SOS-Kinderdorf Osttirol Flüchtlinge aufgenommen habe.
Vom offiziellen Festakt leiteten liebevoll einstudierte Tanz- und Musikvorführungen von Mädchen und Buben in das anschließende Familienfest über. Neben einer Hüpfburg, verschiedenen Spielen, Riesenseifenblasen, Go-Karts und Lamatrekking stellte ein ÖAMTC-Hubschrauber eine ganz besondere Attraktion für Jung und Junggebliebene dar. Insgesamt ein gelungenes Fest, das zeigte, dass man im SOS-Kinderdorf Osttirol kein Nebeneinander, sondern das Miteinander pflegt und lebt.
Text: J. Hilgartner, Fotos: Brunner Images

