Und das Feuer brennt weiter: 50 Jahre Pfadfindergruppe Dölsach-Agunt
Am 25. Mai 2024 feierte die Pfadfindergruppe Dölsach-Agunt gemeinsam mit Ehrengästen, Eltern und Freunden das 50-Jahr-Jubiläum mit einer Hl. Messe und einem Festakt.
Die Geburtsstunde der damals zweiten Pfadfindergruppe Osttirols schlug im Jahr 1974. Als Initiator und Gründer gilt Josef Bendl, der ein Jahr zuvor nach Dölsach übersiedelt war, um hier als Diakon zu wirken. Gemeinsam mit Peter Mair machte er sich daran, aus dem Nichts heraus eine neue Gruppe aufzubauen. Nach dem Start mit ersten Heimstunden fiel der Andrang wesentlich größer als erwartet aus. Bald wurde auch ein Aufsichtsrat gewählt, dem neben Vorständen, Kurat und Zeugwart auch Elternvertreter angehörten. Erste Lagererfahrungen konnten, auf Einladung der Pfadfindergruppe Lienz, in einem Waldläuferlager in Nikolsdorf gesammelt werden. Am Samstag vor dem Herz-Jesu-Fest 1974 legten 30 Kinder aus Dölsach sowie die ersten Wölflingsführerinnen und Peter Mair als erster Feldmeister im Schein eines Lagerfeuers das Pfadfinderversprechen ab. In schmucker Uniform stimmten alle in den Ruf „Wir sind bereit zur guten Tat! Gut Pfad! Gut Pfad!“ ein. Im April 1975 bildete sich die erste Wichtel gruppe und im Juli des gleichen Jahres nahmen die Dölsacher Pfadfinder auch schon an ihrem ersten „World Jamboree“ in Norwegen teil.
Bei etwas durchwachsenem Wetter standen im eigens aufgebauten Schaulager Spiel, Spaß und vor allem das freundschaftliche Miteinander im Mittelpunkt. Das Bild von der Gemeinschaft am Lagerfeuer beschreibt die Pfadfinderbewegung sehr gut. Foto: Lisa Plankensteiner
Heute, fünf Jahrzehnte nach Gründung, kann die Pfadfindergruppe Dölsach-Agunt auf viele Jahre voller Abenteuer und besonderer Ereignisse zurückblicken. Seit 2018 ist Michael Halbfurter als Obmann der Dölsacher Pfadfindergruppe tätig, der aktuell 100 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 19 Jahren angehören. Halbfurter war es auch, der am 25. Mai zum Festakt mit Hl. Messe zahlreiche Ehrengäste, Gründungsmitglieder, Aktive und Freunde der Pfadfinderbewegung beim Lager im Stribacher Loch begrüßen konnte und durch das Programm führte. „Den Pfad, also den richtigen Weg im Leben zu finden, so definiere ich Pfadfinder“, erklärte er. „Diese Aufgabe ist nicht immer leicht. Einfacher und vor allem angenehmer ist es, den richtigen Pfad gemeinsam zu finden. Dieses Erfolgsrezept verfolgen wir hier in Dölsach nun schon seit 50 Jahren.“ An seine Zeit als Pfadfinder erinnerte sich Gründungsmitglied Gerhard Steinlechner zurück. „Pfadfinder zu sein, heißt auch, ein gutes Rüstzeug fürs Leben zu erhalten“, betonte er und erzählte von vielen schönen Sommerlagern und Highlights wie dem Errichten des Pfadfinderkreuzes am Stronachkogel im Jahr 1983. An seinen Erinnerungen an frühere Zeiten ließ auch Alt-Pfadfinder Christian Lukasser die Festgäste teilhaben. Für ihn seien Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Handschlagqualität sowie ein hohes Maß an Flexibilität immer sehr wichtig gewesen, sagte er. „Pfadfinder zu sein bedeutet für mich vor allem das Miteinander – miteinander bereit zu sein für Neues und auch immer wieder einmal über den eigenen Schatten zu springen.“ Seine Glückwünsche zum 50. Bestandsjubiläum überbrachte nach den Grußworten der Vertreter:innen des Landesverbandes auch der Dölsacher Bürgermeister, LA Martin Mayerl. Er strich die wertvolle Arbeit der Pfadfindergruppe für die Kinder und Jugend in Dölsach heraus. „Ich glaube das Pfadfinderfeeling kann man am besten mit den Begriffen Abenteuer, Gemeinschaft, Freundschaft, wertvollen Erfahrungen und bleibenden Eindrücken beschreiben. Ihr unterstützt junge Menschen darin, ihre Potenziale zu entfalten und sich für die Gesellschaft zu engagieren. Das Kreuz am Stronachkogel ist euer Symbol und euer Maskenball längst schon ein Highlight im Veranstaltungskalender unserer Gemeinde. Ich sage Danke für 50 Jahre Jugendarbeit!“

Das Fest zum 50er der Pfadfindergruppe Dölsach-Agunt war eine tolle Leistungsschau, mit Lagerbau und einem Programm, das Groß und Klein begeisterte. Es wurde gesungen, gespielt und gelacht, gebastelt und gekocht – und echte Pfadfinderromantik am Lagerfeuer zelebriert. Neben dem Schaulager erwies sich vor allem das selbstgebastelte Riesenrad aus Holz als Besuchermagnet.
Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: © Elias Bachmann