3 110 Einsatzstunden im Dienst am Nächsten

Am 3.5. zog die Bergrettung Osttirol, der im Rahmen der acht Ortsstellen im Bezirk 477 BergrettungskameradInnen angehören, im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung Bilanz.In den Saal der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer Tirol waren am Freitagabend Vertreter regionaler und überregionaler Baulichtorganisationen, von Politik und Tourismus sowie zahlreiche Mitglieder der Bergrettung Osttirol gekommen, um das vergangene Einsatzjahr Revue passieren zu lassen. Bezirksleiter Peter Ladstätter rief nach der Begrüßung zum Gedenken an verstorbene Kameraden des Jahres 2012 auf und gab in seinem Jahresbericht einen Überblick über das umfassende Einsatzgeschehen.

Die Bergrettung wird im Bezirk Lienz durch acht Ortsstellen mit derzeit insgesamt 477 Aktiven (davon neun Frauen) durchgeführt, die im Berichtsjahr zu 66 Einsätzen gerufen wurden. Der Organisation stehen eine Bergrettungsärztin und sieben Bergrettungsärzte zur Verfügung, die Lawinenhundestaffel umfasst derzeit sechs ausgebildete HundeführerInnen. 3 110 Stunden leisteten die BergrettungskameradInnen aus Osttirol von Mai 2012 bis Mai 2013, wobei in diesem Zeitraum 82 Bergsteiger und Wanderer, davon 58 Männer, in den heimischen Bergen verunfallten. Bei den Einsätzen konnten 39 Personen unverletzt geborgen werden, 31 Wanderer/Bergsteiger brachte man lebend, aber verletzt ins Tal, bei 12 Alpinisten kam leider jede Hilfe zu spät. Die Bergrettungsmänner und -frauen wurden dabei von der Alpineinsatzgruppe der Polizei (36 Einsätze), vom Roten Kreuz Osttirol (16 Einsätze), von der Freiwilligen Feuerwehr (1 Einsatz), der Wasserrettung Osttirol (3 Einsätze), dem Bundesheer (1 Einsatz), und Hubschrauberteams (26 Einsätze) unterstützt. Bei 16 Einsätzen wurden die Betroffenen von Bergrettungsärzten betreut, 27 Mal erfolgte die Erstversorgung durch BergrettungskameradInnen.

Besonders dramatische Hilfeleistungen schilderten im Anschluss an den Bericht Ladstätters Anton Riepler aus Kals und Friedrich Steiner aus Prägraten, die an die Bergung eines abgestürzten Polen aus der Pallavicini-Rinne im Mai 2012 und an das Lawinenunglück im Dorfertal im April 2013 erinnerten. Flugrettungsnotarzt Dr. Franz Krösslhuber, der sich schon seit fast 30 Jahren in den Dienst der Bergrettung Osttirol stellt, betonte in seiner Ansprache, wie nahe Leben und Tod bei den Hilfestellungen der Bergretter beieinander liegen. Die Sicherheit der BergrettungskameradInnen müsse Priorität haben, wobei Krösslhuber auch auf die Wichtigkeit einer entsprechenden Aus- und Fortbildung und einer bestmöglichen Ausrüstung hinwies. Seinem Wunsch nach einem vollautomatischen Wiederbelebungsgerät kamen der Obmann des Bezirkskrankenhauses Lienz, Dr. Andreas Köll, und TVBO-Obmann Franz Theurl noch am Abend der Jahreshauptversammlung nach. Sie beschlossen spontan die Finanzierung eines LUCAS-Gerätes für die Bergrettung Osttirol (Kostenpunkt: 12.000 Euro).

Bei den abschließenden Neuwahlen der Bezirksleitung der Bergrettung Osttirol wurden Peter Ladstätter und sein Stellvertreter, Markus Bstieler, in ihren Funktionen bestätigt. Sie überreichten den Politikern Dr. Andreas Köll und Verena Remler sowie Bezirksfeuerwehrinspektor a. D. Hans Stefan als Dank für deren Unterstützung und Zusammenarbeit sowie Hubert Obrist und Gerhard Berger als Anerkennung für deren langjährige Dienste in der Bergrettung Osttirol Geschenke.

 

Text: J. Hilgartner, Fotos: Journal/L. Sulzenbacher

06. Mai 2013 um