20 Jahre Verein „Hand in Hand” in Osttirol: Auftakt zum Jubiläumsjahr
68 Familien, die mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen leben, sind aktuell Mitglieder im Verein. In 20 Jahren hat „Hand in Hand” viel zum Abbau von Berührungsängsten beigetragen.
1999 wurde der Osttiroler Verein „Hand in Hand” aus dem Elternverein der Sonderschule heraus gegründet. Eine Grippewelle warf damals die akute Frage auf, wer die Kinder mit hohem Pflegebedarf betreut, wenn die Eltern krankheitsbedingt ausfallen. Aus dieser Interessensgemeinschaft hat sich ein breiter Tätigkeitsbereich des Vereins entwickelt.
Hand in Hand ist heute ein aktiver Verein für Familien, die mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen (verschiedene Behinderungen, Teilleistungsstörungen, Entwicklungsvariationen) leben. „Zurzeit zählt der Verein 68 Mitgliedsfamilien aus ganz Osttirol und dem angrenzenden Kärnten. Ein Schwerpunkt liegt auf sozialen Kontakten unter den Mitgliedern, da der Austausch besonders wichtig ist”, berichtete Obfrau Pia Schlichenmaier bei der Jahreshauptversammlung am Samstag, 26. Jänner 2019, in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Lienz.
Obfrau Pia Schlichenmaier: „Durch viele verschiedene Aktivitäten hat der Verein zur Bewusstseinsbildung und zum Abbau von Berührungsängsten beigetragen. Familien mit frischen Diagnosen werden früher erreicht – bald nach der Geburt oder manchmal sogar schon früher.”
Die Obfrau berichtete von vielen verschiedenen Aktivitäten im Vorjahr. „Wir hatten zuletzt mit den Kindern bei einem Rodeltag viel Spaß. Ein Ausflug zum Weißensee war genauso unter den Aktivitäten, wie gemeinsames Grillen und regelmäßige Familientreffen. Für diese Treffen vorwiegend für Familien mit kleinen Kindern sind die Räumlichkeiten des Eltern-Kind-Zentrums bestens geeignet. Auch Gesprächsabende nur für Eltern haben wir veranstaltet”, so Pia Schlichenmaier.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Interessensvertretung, da viele Familien mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. „Gemeinsam ist man stärker als allein. Durch die Jahre haben wir verschiedene Themenschwerpunkte gesetzt – wie den heilpädagogischen Sprechtag oder zahnärztliche Behandlung unter Narkose. Einige sind wieder aktuell, andere immer noch, und es sind neue Themen hinzugekommen”, so die Obfrau. Inklusion und selbstbestimmtes Leben sei im Trend und eine positive Entwicklung. Allerdings sei ein verantwortungsvoller Umgang damit gefragt. „Für einige Familien ist z.B. das Wohnen ihrer jungen erwachsenen Angehörigen, die eine Vollzeit-Begleitung benötigen, ein großes Problem”, betonte Schlichenmaier.
Mit einer Bilderschau führte Pia Schlichenmaier die Anwesenden durch 20 Jahre „Hand in Hand”, und es gab immer wieder erfreute Ausrufe der Erinnerung und zustimmendes Nicken im Saal, als Fotos von Ausflügen, vom Interreg-Projekt, von der Gesprächsrunde Pränataldiagnostik, von der Ausstellung in der Liebburg, von Schulworkshops, von Flashmobs, von Familienfesten, vom Ball für Alle, vom Adventmarkt und vielem mehr über die große Leinwand flatterten.
Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik sprach in ihren Grußworten dem Verein große Wertschätzung aus, und auch andere Ehrengäste – wie Wolfgang Rennhofer von der Selbsthilfe Osttirol und Christian Pichler als langjähriger Unterstützer der Familien – kommentierten humorvoll und fundiert die Bedeutung des Vereins für Osttirol und die die Mitgliedsfamilien. Im Anschluss gab es eine stimmungsvolle Feier mit Tanz zur Musik vom dynamischen „TrioDio”. Jung und Alt amüsierten sich prächtig auf der Tanzfläche.
Im Jubiläumsjahr 2019 sind die regelmäßigen Familientreffen wieder Fixpunkte. Am 21. März findet ein Komödientheater zum Welt-Down Syndrom-Tag statt. Geplant ist auch ein dreitägiger Vereinsausflug an den Klopeiner See.
Text: Redaktion, Fotos: Brunner Images (6), Hand in Hand (1)




