1313 bis 2013: 700 Jahre St. Veit in Defereggen
Am 26. und 27. Oktober 2013 laden Pfarre, Gemeinde und Heimatkundeverein von St. Veit im Defereggental zur großen Jubiläumsfeier mit buntem Programm ein.
Am 29.10. 2013 jährt sich ein für die Osttiroler Gemeinde St. Veit denkwürdiges Datum zum 700ten Mal: am 29. Oktober 1313 wurde in Virgen eine Urkunde ausgestellt, die festhielt, dass Graf Albert III. von Görz-Tirol dem Kloster Neustift bei Brixen ein Gut in der Nähe von Matrei geschenkt hatte. Als einer der Zeugen dieses Vertrages wurde auch ein Herr Andreas, Provisor der Kirche zum hl. Vitus in Tofrek (so hieß das heutige Defereggental damals), erwähnt, womit die erste bekannte Nennung von St. Veit belegt ist.
Historiker können sich damit aber nicht auf eine ansonsten übliche „Gründungsurkunde“ oder ein exaktes „Gründungsdatum“ von St. Veit berufen – vielmehr handelt es sich hier um einen geschichtlichen Zufall, der aber auch darauf schließen lässt, dass St. Veit und seine Kirche schon lange davor existiert haben müssen.
Erste urkundliche Erwähnungen von Höfen aus dem Defereggental reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, in eine Zeit, in der das Tal auf zwei Herrschaften aufgeteilt war: Der vordere Teil gehörte zum Erzbistum Salzburg (bis 1803 geistliches Fürstentum, das kirchliche und weltliche Macht inne hatte), der innere Talabschnitt (St. Jakob westlich des Trojer Baches) stand unter der Herrschaft der Grafen von Görz, die in Lienz residierten. Wirtschaftlich war die Region stark benachteiligt, gab es doch abgesehen vom Kupferbergbau nur eine bescheidene Landwirtschaft. Die Zweiteilung des Tales spiegelte sich auch im kirchlichen Bereich wieder: Im inneren Tal entstand die 1299 erstmals urkundlich erwähnte Jakobus-Kirche für den Görzer Herrschaftsbereich, während man, vermutlich schon im 12. Jahrhundert, im vorderen Tal die Vituskirche errichtet hatte. Diese Kirchen(gemeinden) galten nicht als Pfarren, sondern waren sogenannte Vikariate (Vikar = Stellvertreter des Pfarrers). Der St. Veiter Vikar unterstand dem Pfarrer des damaligen „Windisch-Matrei“ (heute Matrei i. O.). Die Kirche galt nicht nur als religiöser Mittelpunkt des Ortes, sondern war schließlich auch namensgebend für das gesamte Dorf.
Urkunde aus dem Jahre 1313 mit der ersten Erwähnung von St. Veit i.D. (Original im Augustiner Chorherrenstift bei Brixen)
Auf die in der oben erwähnten Schenkungsurkunde von 1313 belegte erste Nennung von St. Veit gründet sich die große Jubiläumsfeier „700 Jahre St. Veit in Defereggen“, die am 26. und 27. Oktober 2013 in der Osttiroler Gemeinde über die Bühne gehen wird. Für die Organisation zeichnen Pfarre, Gemeinde und Heimatkundeverein St. Veit verantwortlich. Erster Programmpunkt am Nationalfeiertag ist die nach dem Gottesdienst stattfindende Segnung des neuen Chronik-Archivs. Am späteren Nachmittag (17.00 Uhr) wird eine Ausstellung im Reimmichlsaal eröffnet, die Schätze aus der Kirche und dem Pfarrarchiv zeigt. Statuen, Bilder, liturgische Geräte, Pläne und Urkunden, die nur an diesem Wochenende zu sehen sind, können aus nächster Nähe bewundert werden. Um 19.00 Uhr folgt ein Festakt mit einem geschichtlichen Vortrag des Obmanns des Heimatkundevereines St. Veit, Dr. Michael Huber, und einer Darbietung der Volksschulen Feld und St. Veit unter der Regie von Markus Tönig und Birgit Patterer. Kinder werden Szenen aus der Ortsgeschichte darstellen und die Bläsergruppe der MK St. Veit für die musikalische Umrahmung sorgen. Im Anschluss daran laden die Ortsbäuerinnen zum Buffet. Am Sonntag, 27.10., wird das Jubiläum mit einem Festgottesdienst und einer Führung durch die renovierte Kirche von St. Veit abgeschlossen. Die Bevölkerung und alle Interessierten sind an beiden Jubiläumstagen herzlich zum Mitfeiern eingeladen!
Text: E. Hilgartner, Fotos: Urlaubsregion Defereggental, Heimatkundeverein St. Veit i.D.

