Walchegger-Ausstellung im Schloss eröffnet
Im neu adaptierten Westtrakt von Schloss Bruck werden bis 4. August Werke von Franz Walchegger gezeigt – Bgm. LA DI Elisabeth Blanik eröffnete die Schau am 20. Juni 2013. Zwei Künstlerjubiläen widmet das Museum der Stadt Lienz auf Schloss Bruck im heurigen Sommer Sonderausstellungen – Werke von Franz Walchegger zu dessen 100. Geburtstag und Arbeiten des Lienzer Künstlers Hermann Pedit, der heuer seinen 80. Geburtstag feiert, werden zu sehen sein. Bgm. LA DI Elisabeth Blanik eröffnete am Donnerstag, 20. Juni 2013, die Walchegger-Schau im Schlosshof. Zahlreiche Kunstinteressierte und Menschen, die den neben Egger-Lienz bedeutendsten Osttiroler Maler noch gekannt haben, kamen zur Eröffnung. „Die erste Umbauphase im Westtrakt des Schlosses ist abgeschlossen. Ich freue mich, dass die Räumlichkeiten nun wieder für Sonder- und Wechselausstellungen zur Verfügung stehen“, sagte die Bürgermeisterin in ihrer Eröffnungsrede.
Mag. Eleonora Bliem-Scolari: „Walchegger ist mit seiner abstrahierten expressionistischen Kunst in Farbe und Form über die Grenzen seiner Zeit hinausgegangen. Er hat sehr starke Kontraste gesetzt, die außer in der Avantgarde damals nicht üblich waren.“
29 Bildwerke, vier Grafiken und ein Studienbuch von Franz Walchegger sind ab sofort in den neu adaptierten Ausstellungsräumen zu sehen. Die Schau soll dazu beitragen, die bedeutende Rolle Walcheggers in der österreichischen Kunstgeschichte zu verdeutlichen. „Walchegger wurde vielfach verkannt und sogar ausgelacht. In Wirklichkeit war er jedoch ein sehr belesener Mensch, der fundamentale Werke von beeindruckender Qualität geschaffen hat“, so Kuratorin Mag. Eleonora Bliem-Scolari, die auch eine umfassende Monografie mit dem Titel „Franz Walchegger (1913 – 1965) – Die Bildsprache als Reflexion von Zeitgeist und Seele“ gestaltet hat. Am 1. April 1913 in Lienz geboren, machte der Künstler zunächst eine Lehre als Maler und Anstreicher. Danach besuchte er die Mal- und Zeichenschule von Toni Kirchmayr in Innsbruck und die Akademie der bildenden Künste in Wien. Im Zweiten Weltkrieg erhielt er zahlreiche Aufträge für Wandgemälde.
1957 erwarb Walchegger das Wohnhaus des Berliner Malers Franz Eichhorst im Matreier Ortsteil Hinterburg von dessen Witwe und lebte fortan in der Tauerngemeinde. „Rückblickend betrachtet schuf Walchegger im Atelier in Matrei seine für die österreichische Kunstgeschichte maßgeblichsten Bildwerke“, erklärte Bliem-Scolari. Die Beziehung zwischen Mann und Frau, Familie sowie Leben und Tod sind die Hauptthemen in Walcheggers Werken. „Der Künstler führte ein eher ‚verklaustes‘ Leben in Osttirol. Er pflegte jedoch vor allem in seiner Zeit in Matrei intensiven Kontakt zur Bevölkerung. Trotzdem blieb seine Beziehung zu den Bewohnern der Tauerngemeinde bis zu seinem frühen Tod 1965 eher ambivalent“, so die Kuratorin, die betonte, dass sie sich weniger mit dem Leben als vielmehr mit der Kunst Franz Walcheggers beschäftigt hat.
Die Ausstellung „Franz Walchegger – Malerei im Zeichen der klassischen Moderne“ ist bis 4. August 2013, täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, zu sehen. Am Sonntag, 23. Juni, führt um 11.00 Uhr Kuratorin und Buchautorin Mag. Eleonora Bliem-Scolari durch die Schau.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

