Streuobstwiesen: Sieben Künstler:innen stellen im sinnron in Dölsach aus
In einer Wanderausstellung zum Jubiläum 50 Jahre Fachzeitschrift „Grünes Tirol“ zeigen sieben Künstler:innen vom 3. Oktober bis 3. November 2024 Malerei und Grafik zum Thema „Streuobstwiesen”.
Unter dem Titel „Streuobstwiesen als Schatzkammer“ haben die Vorarlberger Nachrichten im April 2024 über ein Projekt der Universität für Bodenkultur (BOKU) berichtet, wonach mit Hilfe von Geodaten und Felderhebungen der österreichische Obstbaumbestand bundesweit kartiert werden soll. „Der Klimawandel setze die Obstbäume mit langen Trockenphasen und Hitze, warmen Wintern und Spätfrösten unter großen Stress, der zu einer stärkeren Anfälligkeit für Krankheiten führe. Man müsse nun Strategien zur Klimaanpassung im Obstbau entwickeln und suche nach Bäumen bzw. Obstsorten, die für Anbaugebiete in höheren Lagen geeignet sind”, so Ausstellungskoordinatorin Mag. Hannelore Nenning.
Im Mittelalter und noch Jahrhunderte danach sind es die Klöster gewesen, die Strategien suchten, fanden und vermittelten, durch deren Beherzigung witterungsbedingte Ernteausfälle in einem verschmerzbaren Rahmen blieben: Sie setzten auf Artenvielfalt und Sortenreichtum.
Dem Naturführer „Steirisches Vulkanland“ lässt sich entnehmen, man habe dort noch in den 1920er-Jahren nahezu 6.000 verschiedene Obstarten gekannt, davon allein 2.700 Apfelsorten. Parallel dazu habe sich schon damals der Plantagenanbau mit kurzstämmigen Bäumen entwickelt. Einem anderen Bericht zufolge hat es um 1930 noch rund 35 Millionen jener hohen, großkronigen Obstbäume gegeben, die für Streuobstwiesen charakteristisch sind; heute seien davon nur mehr geschätzte 4,2 Millionen vorhanden.
„Frühling unter den Lienzer Dolomiten” von Hannelore Nenning
„In den 50er- bis 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts hat man, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, die bewährten Hochstammkulturen bedenkenlos gerodet, Bäche und Flüsse begradigt und radikale Flurbereinigungen vorgenommen – dies alles mit dem Ziel einer raschen Vereinfachung und Optimierung der Landwirtschaft. Entstanden sind riesige Monokulturen, die sich allein schon deshalb als gefährlich erweisen, weil sie das Schicksal von Mensch und Tier an jeweils nur eine einzige Pflanzenart binden, deren Gedeihen nicht langfristig erzwingbar ist“, so Nenning. Entstanden ist aber auch das überregionale Projekt „Gene Save“, in dessen Verlauf immerhin noch rund 400 verschiedene Apfelsorten festgestellt wurden.
Diese wertvollen alten Sorten wurden auf Initiative zukunftsorientierter Fachleute konsequent weitervermehrt und dank finanzieller Unterstützung durch Bundesländer und Sponsoren mit Hilfe von Obst- und Gartenbauvereinen neu angesiedelt. Und es hat sich eine „ARGE Streuobst Österreich“ gebildet, die sich alter Bestände und neuer Pflanzungen tatkräftig annimmt. Jüngst hat die UNESCO die klassischen „Streuobstwiesen“ als „Immaterielles Kulturerbe“ gewürdigt.
Von 3. Oktober bis 3. November 2024 stellen die Künstler:innen Anton Fercher, Gottfried Hula, Sr. Ruth Lackner, Diana Nenning, Hannelore Nenning, P. Johannes Schneider OFM und Susanne Steinbacher Werke zum Thema „Streuobstwiesen“ aus.
Im Rahmen der Ausstellung können Früchte von Obstbäumen für die Bestimmung der Sorte im Zeitraum vom 3. bis 10. Oktober abgegeben werden. Für die Bestimmung der Sorte werden 5 Früchte benötigt. Es muss auch eine kurze Beschreibung des Baumes und des Standortes abgegeben werden. Vordrucke für die Beantwortung der Fragen liegen im Kulturhaus sinnron bereit. Das Ergebnis wird den Obstbaumbesitzern schriftlich oder telefonisch mitgeteilt.
Streuobstwiesen – Malerei und Grafik
Kulturhaus sinnron in Dölsach
Eröffnung:
Donnerstag, 3. Oktober 2024, 18.00 Uhr
Öffnungszeiten:
3. Oktober bis 3. November 2024
Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag: 14.00 bis 18.00 Uhr
Stammtisch:
Während der Ausstellung jeden Samstag ab 18.00 Uhr für Obst- und Gartenbauer und alle am Thema Interessierten
Büchereitischturm:
Während der Ausstellung jeden Sonntag ab 14.00 Uhr zum Thema Garten, Küche und Vorrat
Abschluss:
Sonntag, 3. November, ab 10.00 Uhr, mit Obstverkostung in fester und flüssiger Form
Text: Redaktion, Fotos: Nenning