So viel mehr als „nur“ ein Schloss: Buntes Sommerprogramm auf Schloss Bruck

Die mächtigen Mauern der alten Residenzburg der Görzer Grafen, die oberhalb der Osttiroler Bezirkshauptstadt thront, sind alleine für sich schon beeindruckend – doch der Blick hinter die Kulissen lässt die Besucher erst richtig staunen.

Schloss Bruck bietet Einblicke in die Geschichte, zeitgenössische Kunst auf höchstem Niveau, mitreißende Konzerte im Innenhof, spannende Workshops für Kinder und eine Sonnenterrasse im Schlosscafe, die zum Entspannen einlädt.

 

 

„blicke nach innen“ – unter diesem Titel präsentiert die Stadt Lienz auf Schloss Bruck eine hochkarätige Ausstellung voller spiritueller Erfahrungen. Als Ruhepol in einer drängenden Welt dienen hier jedoch nicht antike Kunstwerke, sondern beeindruckende zeitgenössische Meisterwerke. Der Anknüpfungspunkt in der Geschichte liegt lange zurück. Als Kaiser Konstantin vor genau 1.700 Jahren zum ersten ökumenischen Konzil nach Nicäa einlud, erhoffte er sich eine Stabilisierung seines Reiches. Im zweiten Treffen, einige Jahrhunderte später, wurde der Weg der Wertschätzung von Bildern erweitert und verankert. Spirituelle Erkenntnis durch Kunst – diesem Gedanken folgt die aktuelle Sonderausstellung auf Schloss Bruck. „Kunst und Religion weisen über das Sichtbare hinaus auf das Immaterielle. Sie schlagen offene Wege ein und heben ans Licht, was eine Gesellschaft in ihr Unterbewusstsein verdrängt“, so Kurator Hubert Salden, der in den mittelalterlichen Mauern Arbeiten von Andy Warhol und Rebecca Horn, Glenn Brown und Kiki Smith, Arnulf Rainer und Hermann Nitsch vereint. „Wir begegnen täglich einem Tsunami an Visuals und Bildreizen, die uns überfordern und nicht zuletzt die bewusste Wahrnehmung unserer Tradition erschweren. Durch diese Vielfalt ergibt sich aber nicht grundsätzlich eine Abwertung der Bedeutung von Kunst, im Gegenteil. Die aktuelle Ausstellung ist eine faszinierende Brücke – von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, von uralten Bildern des Glaubens bis zu extrem coolen zeitgenössischen Werken“, so der Bischof der Diözese Innsbruck, Hermann Glettler, der die Ausstellung begleitet und unterstützt. „Schloss Bruck – dieser Name verpflichtet bereits zum Brückenbau. Die Görzer Burg wird zum Lernort für eine kreative Zusammenschau unterschiedlicher Welten.“

 

 

Wer noch mehr in Kunst versinken will, wird sein Vergnügen in den Meisterwerken der Sammlung Egger-Lienz oder den Körperbildern und Skulpturen der Sonderschau „Hans Pontiller“ finden. In der Perle des Hauses, der mit spätgotischen Fresken überzogenen gräflichen Burgkapelle, lässt sich ein Fenster in die Vergangenheit öffnen und Geschichte wie in einem mittelalterlichen Bilderbuch lesen.

 

 

Der Blick vom höchsten noch erhaltenen historischen Bergfried Tirols über den Lienzer Talboden zwischen Dolomiten und Hohen Tauern führt über zum Urlaub vom Alltag, der sich genüsslich im hauseigenen Schlosscafé fortführen lässt. Ob Kaffee und Kuchen, ein Gläschen Aperol und der Blick von der Sonnenterrasse über die Dächer der Stadt Lienz, hier lässt sich das Leben genießen. Im Sommer verwandelt sich der Innenhof zur Konzertbühne, von Jazz bis Indie-Rock werden in diesem Jahr Edna Million, HI5, My Ugly Clementine und Cari Cari Leben in die alten Mauern bringen. Wenn dies nicht schon vorab durch die jüngsten Besucher des Hauses geschehen ist – in Kinderuni und unterhaltsamen Workshops zu Geschichte und Kunst an den Familiensonntagen wird spielerisch Kultur vermittelt und Kreativität gefördert.

Museum Schloss Bruck hat vom 29. Mai bis 19. Oktober 2025 geöffnet. Informationen zu den Öffnungszeiten und Sonderveranstaltungen finden sich unter
www.museum-schlossbruck.at

 

 

 

Text: Redaktion, Fotos: © Martin Lugger, Diözese Innsbruck/Brunner Images, Stefan-Weis, Markus Mayr

25. Juni 2025 um