Sakrales Kunstwerk kehrte heim nach Strassen

Seit kurzem befindet sich ein kostbarer Tabernakel wieder in der Apsis der Pfarrkirche St. Jakob im Osttiroler Pustertal. Am Christi Himmelfahrtstag wurde er feierlich eingeweiht.366 Jahre alt ist das sakrale Kunstwerk, das einst in der italienischen Stadt Palermo als Auftragsarbeit für den Wiener Stephansdom gefertigt worden war. Im Jahre 1647 wurde der Tabernakel im Stephansdom eingeweiht. 1911 übersiedelte das Schränkchen in die Hauskapelle des erzbischöflichen Palais in Wien, wo es bis 1941 verblieb. Während der Kriegsjahre gelangte der Tabernakel als Schenkung des Wiener Kardinals Innitzer nach Strassen im Osttiroler Pustertal und entging so der Zerstörung durch einen Brand, der den Stephansdom 1945 schwer beschädigte. Auf Bemühungen Kardinal Königs hin überstellte man den Tabernakel aber in den 80er-Jahren des 20. Jhdts. wieder nach Wien, zuerst für eine Ausstellung, dann als Leihgabe für das Dommuseum.

Der Leihvertrag geriet für lange Jahre in Vergessenheit, wurde dann aber wiedergefunden, weshalb der Strassener Pfarrkirchenrat nach drei Jahrzehnten schließlich die Rückholung des Kunstschatzes nach Osttirol in die Wege leitete. Bevor man den Tabernakel am Christi Himmelfahrtstag 2013 feierlich einweihen konnte, erfolgte noch eine umfangreiche Restaurierung des sakralen Kunstschatzes durch Nordtiroler Restauratoren.

Text: J. Hilgartner, Foto: Brunner Images

11. Mai 2013 um