„Nähen“ – Ausstellung und Liveacts in der Kunstwerkstatt Lienz

Nähen“ ist die Mehrzahl von Nähe und ein Tun, das Verbindungen schafft. Ab 2. August sind die Arbeiten von jungen Künstlerinnen und Künstlern in einer gemeinsamen Ausstellung in der Kunstwerkstatt Lienz zu sehen.

Die Kunstwerkstatt Lienz will damit einen Transformationsprozess einleiten, der die Verantwortung nach und nach den beteiligten Kunstschaffenden überträgt und andererseits den Ansprüchen der Zukunft schon vor jenem Moment Rechnung trägt, der produktives Handeln nur mehr als Reagieren zulässt – mit anderen Worten: Künstler:innen und Ausstellungsmacher möchten am Puls der Zeit nicht nur bleiben, sondern ihn auch bestimmen.

Überraschend traditionsverbunden sind die Disziplinen, in denen sich die jungen Kunstschaffenden bewegen: Es wird gezeichnet und gemalt, skulptiert und fotografiert. Allerdings ist der Einfluss neuer und „sozialer“ Medien sowohl in ihrem Blick auf die Wirklichkeit als auch in dessen bildhafter Darstellung zu spüren. Sie alle eint die Einschätzung der Kunst als eine „nicht selbstverständliche Möglichkeit, zu zeigen, zu teilen, wie man denkt und fühlt“.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind: Maria Grubinger, die Restaurierung an der Universität für angewandte Kunst in Wien studiert. Sie zeigt gemalte Bilder aus dem Familienalbum (darunter auch ihr Selbstportrait), welche die Digitalisierung bereits hinter sich haben. Die Kommunikationsdesignerin Anna Hehle studiert in München und hat sich aus einer Fülle unterschiedlicher Arbeiten mit einem herzlichen „Dankeschey!“ für eine Serie von „Handzeichen“ entschieden, in denen sie die Wechselwirkung von Natur und Selbstportrait, visueller Kommunikation und sozialen Medien auskundschaftet. Auch Elena Kerschbaumsteiner liebt Pflanzen und Tiere in der freien Natur. Sie studiert Biologie und Deutsch im Lehramt an der Uni Wien und wird „Wasservideos“ von der Neuen Donau und mit Anna Hehle ein digitales Blumenstück gestalten. Der Dölsacher Felix Hell studiert „Skulptur und Raum“ bei Hans Schabus an der Angewandten, will sich jedoch in seiner Heimat mit einem großformatigen Gemälde, wie er selbst sagt, „einen Schritt aus der Komfortzone“ wagen. Madeleine Kofler aus Nußdorf-Debant hat schon im Vorjahr in der Kunstwerkstatt Lienz ausgestellt. Sie hat ihr Studium an der Kunstuniversität Linz im Juni abgeschlossen. Ihre surrealistische Skulptur „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ reflektiert Facetten des Erwachsenwerdens, den Prozess des Entwurzelns, des Wachsens und des Tragens von Früchten. Martina Ruech war für den Life Ball in Wien und den Operetten-Sommer in Kufstein mit der Fertigung von Kostümen befasst und engagierte sich auch als Kulturreferentin im Tiroler Studentenheim. Martina erwarb im Juni ihr Diplom an der Kunstschule Wien und studiert jetzt Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur. Clemens Erlsbacher (Zeichnung, Skulptur nach Franz v. Defregger) und Elena Reisinger (Digitalfotografie) arbeiten beide in der Kunstwerkstatt Lienz und haben dort auch schon ausgestellt. Sie sind maßgeblich an der Organisation der Schau beteiligt.

Die Vernissage am Freitag, 2. August, 19.00 Uhr, wird von Twin-Headed Boy, dem Vizestaatsmeister im Beatboxen 2023, umrahmt.

 

Elena Reisinger, Digitalfotografie

Anna Hehle, Handzeichen

 

Text: Redaktion, Fotos: © Kunstwerkstatt Lienz

30. Juli 2024 um