„möllton“ bringt frischen Wind in die Oberkärntner Kulturszene

2022 hat ein kleiner Kulturverein in der Mölltaler Gemeinde Rangersdorf die Veranstaltungsreihe „möllton“ ins Leben gerufen. Schauplatz des  Kulturprogramms ist der Wirtstadl.

Der Wirtstadl beeindruckt nicht nur durch seine Lage und Größe, sondern auch durch die schlanke Zimmermannskonstruktion und die kunstvolle Fassadengestaltung. Die Grundmauern gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, der aktuelle Holzbau wurde 1921 fertiggestellt. Seit 2018 steht das Gebäude, das Experten als „ländliches Architekturjuwel“ und „bedeutendes Kulturerbe“ einschätzen, unter Denkmalschutz.

Der 2021 bis 2022 renovierte und zu einer attraktiven Veranstaltungsstätte umgebaute ehemalige „Moraf“ (Wirtschaftsgebäude) des Anwesens bietet eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre und auch die entsprechende Infrastruktur für eine große Bandbreite an Veranstaltungen und Events.

 

Obmann Helmut Kerschbaumer und seine Stellvertreterin Pulcheria Eder leiten den Kulturverein „Projektgruppe Tresdorf“.

 

Der Kulturverein „Projektgruppe Tresdorf“ wurde 2004 gegründet. „Das Mölltal ist bekannt für viele hervorragende Volksmusikgruppen und Musikkapellen. Weniger bekannt ist, dass unsere Region auch ein fruchtbarer Boden für ein wesentlich breiteres Spektrum von Musik ist. Vor diesem Hintergrund haben wir 2022 die Veranstaltungsreihe ‚möllton‘ ins Leben gerufen“, berichtet Pulcheria Eder, Obmann-Stellvertreterin des Kulturvereins. „Die Initiative soll der Bevölkerung einerseits die Möglichkeit bieten, Darbietungen anerkannter österreichischer und internationaler Musiker:innen zu erleben und zu genießen, andererseits aber auch eine Bühne für aus der Region und ihrem Umfeld stammende Künstler:innen sein“, ergänzt Obmann Helmut Kerschbaumer.

 

Das ausverkaufte Konzert von Herbert Pixner Projekt war einer der Höhepunkte des bisherigen Musikprogramms von möllton.

 

Für den Wirtstadl bieten sich in den Sommermonaten auf beiden Ebenen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten an. Nicht nur Konzerte, Lesungen oder Theatervorstellungen finden hier statt, auch Hochzeiten, Familienfeiern, Firmenevents, Ausstellungen, Foto-Sessions, Modeschauen, Konferenzen oder Bauernmärkte lassen sich in dem alten Stadl stimmungsvoll inszenieren. „Adventmärkte und alle anderen Veranstaltungen, die ein schützendes Dach über dem Kopf und eine passende Infrastruktur erfordern, können selbstverständlich auch in der kalten Jahreszeit stattfinden“, informiert der Obmann.

 

Die Wiener Sängerknaben zu Gast im Wirtstadl – und das Interesse der Bevölkerung war groß.

 

Der zahlreiche Besuch der Veranstaltungen in den vergangenen beiden Sommern war für die Initiative auf jeden Fall eine Bestätigung dafür, dass man einen richtigen Weg eingeschlagen hat. „Höhepunkte bildeten die ausverkauften Konzerte der Wiener Sängerknaben und von Herbert Pixner Projekt. Aber auch andere Angebote stießen auf reges Interesse“, freut sich Pulcheria Eder.

 

Zum Auftakt des diesjährigen Programms gab die „Sommeroper im Amthof Feldkirchen“ am 31. Mai ein Gastspiel in Rangersdorf.

 

Das Programm für die dritte Saison hat die Initiative „möllton“ wesentlich erweitert. Mit der komischen Oper „Der schwarze Domino“ gab die „Sommeroper im Amthof Feldkirchen” am 31. Mai zum Auftakt des Sommerprogramms 2024 ein Gastspiel im Wirtstadl. Unter der Leitung von Johannes Hanel stellte diese vermutlich allererste Opernaufführung im Mölltal mit ihrer amüsanten Handlung, ihren eingängigen Melodien und vor allem einem charmanten und professionellen Ensemble für die Gäste des Abends ein ganz besonderes kulturelles Vergnügen dar.

 

„Schubert meets Grönemeyer“: Auf eine poetisch-musikalische Reise kann man sich am Donnerstag, 27. Juni, im Wirtstadl begeben.

 

Als nächste Veranstaltung steht am Mittwoch, 12. Juni, eine Lesung unter dem Titel „Ah, ich erledige sie alle!“ auf dem möllton-Programm. Dietmar Pickl liest Texte von Werner Kofler. Musikalisch begleitet wird er vom Kontrabassisten Stefan Gfrerrer. Am Donnerstag, 27. Juni, lädt man zu „Schubert meets Grönemeyer“ – einer poetisch-musikalischen Reise mit Simon Kräutler, Wilfried Rogl, Stefan Wolf und Ewald Brandstätter. Zu erleben sind klassische Interpretationen Schuberts mit Klavier und Gesang, die Popsongs Herbert Grönemeyers in der Besetzung Gitarre und Gesang sowie einige Überraschungen.

 

Erika Pluhar liest am Freitag, 12. Juli, aus ihrem Buch „Die Stimme erheben“, Klaus Trabitsch begleitet sie musikalisch.

 

Ein weiteres Highlight bietet „möllton“ am Freitag, 12. Juli: Die Schauspielerin Erika Pluhar liest aus ihrem Buch „Die Stimme erheben“, einer Sammlung von mutigen Reden und Essays über Kultur, Politik und Leben. Den musikalischen Teil, die Pluhar-Lieder, begleitet der Gitarrist, Komponist und Sänger Klaus Trabitsch an der Gitarre.

„Unser Veranstaltungsangebot soll nicht nur anspruchsvoll, sondern immer auch unterhaltsam sein. Die verschiedenartigen Veranstaltungen lassen sich in der außergewöhnlichen Atmosphäre des Wirtstadls besonders eindrucksvoll gestalten“, betonen Pulcheria Eder und Helmut Kerschbaumer. Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist die Förderung lokaler Künstlerinnen und Künstler. „möllton“ bietet diesen eine Plattform, um ihre Werke zu präsentieren und sich einem breiteren Publikum vorzustellen. „Wir möchten in Zukunft besonders auch jungen Talenten die Möglichkeit geben, sich zu entfalten und ihre Kreativität auszuleben“, so die Verantwortlichen von „möllton“ abschließend.

Detaillierte Information über die Veranstaltungen und Karten: https://www.moellton.at/programm-2024/

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Wirt zu St. Peter, Heidi Schober, H.+F. Holzeis, Kulturforum Amthof, Künstler

07. Juni 2024 um