Meisterwerk der 3D-Kunst am Mölltaler Gletscher
Daniela Löh und Gregor Wosik haben am Eingang zur Stollenbahn des Mölltaler Gletschers in Flattach ein einzigartiges 3D-Kunstwerk geschaffen, das Kunst, Natur und die Geschichte des Mölltals miteinander verbindet.
Am Eingang zur Stollenbahn des Mölltaler Gletschers in Innerfragant wird 3D-Kunst greifbar: Die renommierten Künstler Daniela Löh aus Deutschland und ihr Partner Gregor Wosik, ein gebürtiger Pole, verwandelten im Mai 2024 den Boden und die Wände in ein faszinierendes Meisterwerk der 3D-Kunst.
Gregor Wosik bei der Arbeit
Das Hauptbild mit einer Fläche von rund 200 m² eröffnet den Blick aus einer Höhle hinaus auf eine majestätische Berglandschaft, die von schimmerndem Eis und glitzerndem Schnee dominiert wird. Im Zentrum stehen die Symbolfiguren des Nationalparks Hohe Tauern: Ein stolzer Steinbock thront auf einem Felsen, während ein Bartgeier über der Szenerie schwebt. Flüsse und Bäche durchziehen das Bild und verweisen auf den Wasserreichtum des Mölltals. Goldene Adern in den Felsen erinnern an die traditionsreiche Bergbaugeschichte der Region, während ein goldenes Mädchen, vom Kristall des Tauernwinds getragen, dem Betrachter entgegenwinkt.

An der Wand beim Aufgang schuf Gregor Wosik ein zusätzliches Bild mit dem Motiv von Eisbären. „Wie in vielen anderen unserer Werke haben wir auch bei dieser Kunstwand die 3D-Malerei angewandt, die eine illusionäre Tiefe und Raum ermöglicht. Die Betrachter können dadurch tief in das Kunstwerk eintauchen. Zwei Fußabdrücke am Boden markieren den perfekten Standpunkt, um unvergessliche Fotos zu erstellen, die die jeweilige Person als Teil der atemberaubenden Naturlandschaft zeigen“, erklären die beiden Künstler.

Über zwei Wochen lang haben Daniela und Gregor am Eingang zur Stollenbahn in Innerfragant an diesem Werk gearbeitet. Daniela Löh ist freischaffende Künstlerin aus Mönchengladbach und führt eine Malschule für Kinder ab 6 Jahren. Mit ihrer neuen Serie „5G-Pflanzen“ fokussiert sie sich auf die Auswirkungen von Strahlung auf die Pflanzenwelt. „Durch die fluoreszierenden Farben ergibt sich bei diesen Bildern ein 3D-Effekt, der besonders bei Schwarzlicht und mit speziellen Brillen zur Geltung kommt“, informiert sie.
Gregor Wosik hat sich insbesondere der Kunst der Streetart verschrieben. Zunächst hat er Klassiker wie Rembrandts „Nachtwache“ kopiert. „Ich wollte aber immer größere Bilder malen. So begann ich, Fassaden und Plätze zu bemalen und wandte den 3D-Effekt an.“ 2009 schuf Gregor gemeinsam mit anderen europäischen Künstlern am Rathausplatz von Rijssen (Niederlande) ein beeindruckendes 3D-Bild, das mit 850 m² Fläche von Guinness World Records als das größte seiner Art anerkannt wurde. 2012 übertraf er diesen Rekord mit einem 1.200 m² großen 3D-Bild einer „Arche Noah” in Wilhelmshaven.
Daniela Löh und Gregor Wosik stellen bis 11. Jänner 2025 im Kunstraum Obervellach aus.
Das Kunstwerk am Mölltaler Gletscher ist eines der Highlights des Projektes „Europäische Kunstwände“, das Künstler aus Österreich und der EU zusammenbringt, um einerseits die kulturelle Vielfalt Europas und andererseits die Geschichte des Mölltals an Wänden und Fassaden sichtbar zu machen. „Mit dem Projekt wollen wir unser traditionsreiches Mölltal in eine Freiluftgalerie verwandeln. Künstlerinnen und Künstler bringen an den Hauswänden Kunstwerke an, welche die Geschichte der Region sowie den europäischen Zusammenhalt erfahrbar machen“, erklärt dazu Projektleiterin Edith M. Lesnik, die künstlerische Leiterin des Kunstraums Obervellach.
2023 erblühte die Marktgemeinde Obervellach sprichwörtlich durch dieses Kunstprojekt. Regionale Künstlerinnen und Künstler sowie kreative Talente aus Salzburg und aus der Partnerstadt Freising schufen an Hauswänden unterschiedliche Kunstwerke. „Aus der reichhaltigen Historie von Obervellach wählten sie inspirierende Themen aus und malten ihre Ideen auf die Hauswände“, lässt Edith wissen. Sie selbst hat als „Aktrice“ ein Kunstwerk zum Thema „Mölltaler Bergknappen“ auf eine Fassade im Ortszentrum gemalt.
Daniela Löh und Gregor Wosik vor dem großen Weihnachtsbild, das derzeit Teil der Ausstellung im Kunstraum Obervellach ist
Wer tiefer in die faszinierende Welt der 3D-Kunst eintauchen möchte, hat bis 11. Jänner 2025 auch im Kunstraum Obervellach die Gelegenheit dazu. Hier wurde am 15. November eine Ausstellung eröffnet, die „Schwarzlichtbilder“ von Daniela Löh ebenso zeigt wie große 3D-Bilder von Gregor Wosik – unter letzteren ein rund 30 Quadratmeter großes Weihnachtsbild.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Matthäus Wachter, Kunstraum Obervellach