Lienzer Verein „Ummi Gummi“ mit „Illusionsbanderole“ ausgezeichnet
Stellvertretend für alle Mithelferinnen und Mithelfer der Lienzer Kulturinitiative nahm Obmann Hans Mutschlechner die Banderole im Innsbrucker Treibhaus entgegen.
Am 12. Juni fand im Innsbrucker Treibhaus die Verleihung der Illusionsbanderolen statt. Wer eine solche zum Dank und als Anerkennung für jahrzehntelange Kulturarbeit in Tirol bekam, konnte versichert sein, dass diese Ehrenerweisung nicht als Abgesang auf die Generation der Kulturpionier*innen oder ein nostalgisches Stelldichein der ergrauten Kunst- und Kulturschaffenden im Land verstanden wird oder gar nur als Vorwand für ein geselliges Zusammensein dienen sollte. Vielmehr ist sie als Hommage an die gebündelten Kräfte einer Generation, die den Wunsch nach einem anderen Tirol hatte, gedacht: ein wahrhaftigeres, ein hoffnungsvolleres, ein idealistisches, ein offeneres und vielfältigeres, ein freundschaftlicheres und weniger materialistisches Tirol.
So unterschiedlich die Ausrichtungen der einzelnen Kulturinitiativen und Künstler*innen auch waren und die Quellen, aus denen sie über viele Jahre hinweg ihre Energie schöpften, der kleinste gemeinsame Nenner all dieser war ein Aufbegehren gegen die Unbeweglichkeit und Verkrustung der Traditionalisten, gegen die Biederkeit ihrer Gedanken, die intellektuelle Genügsamkeit, die emotionale Rigidität und den reinen Materialismus in einer auf den Tourismus und die eigene Bereicherung ausgerichteten Gesellschaft.
So entstanden über ganz Tirol, von Reutte bis Osttirol, kleinere und größere Kulturbiotope, die über Jahrzehnte hinweg Literatur, bildende Kunst, Musik, Theater, Zirkus, Performance und Tanz feierten und der Tiroler Bevölkerung näherbrachten. (Aus dem Banderolen Manifest von Herbert Waltl und Alois Schild, Initiatoren der Festveranstaltung)
Ausgezeichnet wurde auch die Lienzer Kulturinitiative Ummi Gummi, mit 44 Jahren eine der ältesten des Landes. Stellvertretend für all die vielen Mithelfer*innen des Vereins nahm Obmann Hans Mutschlechner die Banderole in Empfang.
Text: Redaktion, Foto: privat