Lienz/Dölsach: 140 Kinder zeigten bei Spielfeld Kultur ihre kreativen Talente
In neun Werkstätten nahmen 140 Kinder am diesjährigen Kreativcampus Spielfeld Kultur in Osttirol teil. Erstmals war einer der Standorte die alte Römerstadt Aguntum.
Drei der neun Werkstätten – nämlich das Tanzlabor, Bobs Fashion Camp und die Theaterwerkstatt – fanden im Campus Lienz UMIT Tirol statt. „Es war eine tolle Zusammenarbeit mit der UMIT Tirol, und wir sind sehr dankbar, dass uns dort Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden, ebenso wie in der Pfarre St. Andrä“, resümiert die Leiterin von Spielfeld Kultur, Claudia Moser. „Wir wurden vom Team rund um Silvester Wolsegger und der Pfarrleitung St. Andrä super betreut und freuen uns darauf, im nächsten Jahr wieder dort sein zu können“. Mehr als 120 Eltern und Kinder fanden sich zu den Abschlusspräsentationen im Campus Lienz UMIT Tirol ein. Tosender Applaus belohnte die jungen kreativen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Als ganz besonderer Ort hat sich auch das Museum und der Archäologische Park Aguntum herausgestellt, wo die Werkstätten Architektur, Möbelbau, Bildhauerei, Film ab!, Keramik & Co und Abenteuer Archäologie stattfanden. „Es ist ein Segen für uns und unser Projekt, in Aguntum eine neue Heimstätte gefunden zu haben. Der Platz hat sich als idealer Ort für uns herausgestellt“, so Claudia Moser.

Der Großteil der Werkstätten fand in teils überdachten Plätzen im Freien statt. Gleich beim Museumsausgang ließen sich die Möbelbauer nieder, die zur klassischen Tischlerarbeit auch kreative Holzskulpturen entwickelten. Im Waldstück unterhalb des Museums schufen die Architekten eine kleine römische Welt aus Holz mit Eingangstor, Wachturm, Therme und Atriumhaus. Diese kann noch bis Anfang September besichtigt werden.

Im Medienraum von Aguntum drehte sich bei „Film ab!” alles um die Entdeckung der B 100, die bei Ausgrabungen gefunden wurde. Das junge Kamerateam entwickelte auf sehr phantasievolle Weise eine neue Sichtweise auf die römische Ausgrabungsstätte. Der Film kann auf der Homepage des Vereins (www.spielfeldkultur.com) angesehen werden.

Die Bildhauerwerkstatt und „Keramik & Co” waren beim Eingang zum bzw. direkt im Archäologischen Park untergebracht. Mit großen Sonnensegeln wurde dem Wetter – in dem Fall der Sonne – getrotzt. „Die Bildhauerwerkstatt hat sich in den letzten Jahren zunehmend mehr auf die kleinsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer spezialisiert, die dort ihre kreativen Fertigkeiten ganz frei entwickeln dürfen“, so die Leiterin des Campus.

Die Töpferwerkstatt Keramik & Co legte ihren Fokus auf die Erstellung von Alltagskeramik und ließ sich von römischer Alltagskultur inspirieren. Ein Höhepunkt der Woche war auch die Schaugrabung für 20 Kinder unter der Leitung von Martin Auer, dem Grabungsleiter von Aguntum. „Diese Synthese aus Kunst und Wissenschaft macht Aguntum noch einmal zu einem ganz besonderen Ort“. Mit mehr als 250 Besucherinnen und Besuchern fanden die Abschlusspräsentationen einen krönenden Abschluss.

Text: Redaktion, Fotos: Bernhard Krause