Fotoschau über Schicksal der Saharawi in Bank Austria
Am Mittwoch, 24.10.2012, wurde in der Bank Austria in Lienz eine Fotoschau eröffnet, die versucht, ein Bild des Halbnomaden-Volkes der Saharawi zu zeichnen.
Bis zu ihrer Vertreibung durch die Marokkaner lebten die Saharawi bis in die 1970er-Jahre im Gebiet der Westsahara. Im algerischen Exil entwickelten sie auf engstem Raum die Identität einer vertriebenen Nation. Seit 1991 herrscht Waffenstillstand, die vereinbarte Abstimmung über die Unabhängigkeit wurde dem Halbnomaden-Volk jedoch bis heute verweigert. Mittlerweile leben etwa 160 000 Saharawi in fünf Lagern in der algerischen Wüste. Zur Abwehr der Unabhängigkeitsbewegung hat Marokko einen ca. 2 600 km langen, befestigten Sandwall errichtet und somit die wirtschaftlich interessanten Gebiete der Westsahara abgetrennt.
Die Ausstellung in der Bank Austria zeigt Bilder von den Lebensumständen der Saharawi und Landschaftsbilder von der algerischen Wüste.
Als Studienprojekt startete die Fachhochschule Kärnten im Jahr 2010 einen Hilfstransport zur Ausstattung von Schulen und Kindergärten der Saharawi. Nun ist das Team dabei, einen weiteren Hilfstransport mit Turnmaterialien für Schulen, EDV-Geräten und medizinischen Gütern zu organisieren. Auch eine Klasse der Lienzer Volksschule Michael Gamper unterstützt dieses Hilfsprojekt. Die Schüler haben – inspiriert durch den Eulenweg am Naturlehrpfad Lienz-Leisach – ein Büchlein mit gelungenen Nacherzählungen und kreativen Bildern gestaltet. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten ihr Werk bei der Ausstellungseröffnung am 24. Oktober 2012 in der Bank Austria. Den Erlös aus dem Buchverkauf spenden die Volksschulkinder für den Hilfstransport in die algerische Sahara.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, Journal/Sulzenbacher