1800 Seiten für Kalser Chronik

Am Freitagabend, 10. Mai 2013, wurde im „Haus de calce“ im Ortszentrum von Kals die in langen Jahren überarbeitete Chronik der Osttiroler Glocknergemeinde vorgestellt.Sie sind symbolisch gesprochen das „Gedächtnis der Gemeinden“ und halten Geschehnisse im Jahresablauf in Wort und Bild fest – die Ortschronisten, von denen es im Bezirk Lienz einige besonders engagierte gibt. So auch in der Glocknergemeinde Kals, wo sich der frühere Hauptschuldirektor und langjährige Obmann der Trachtenmusikkapelle Kals, Sepp Haidenberger, über lange Jahre hinweg mit vergangenen Ereignissen in Kals beschäftigte. Vor ihm hatten sich bereits einige andere Chronisten, unter ihnen v.a. Kooperator Friedrich Kurzthaler (1924-1927), der Lehrer Josef Obbrugger (1929-1932), Peter Groder, Johann Gratz (1954), Rupert Hanser oder Silvester Lindsberger, VD. i.R., mit der Geschichte von Kals auseinandergesetzt.

1800 Seiten umfasst das Gesamtwerk in drei Bänden und zehn Abschnitten, das am 10. Mai 2013 der Bevölkerung präsentiert wurde. Neben vielen Interessierten aus Kals war auch Bezirkschronist SR Josef Wurzer ins „Haus de calce“ gekommen, um den Ausführungen Sepp Haidenbergers zu folgen. Dieser freute sich ebenso wie Bürgermeister Klaus Unterweger über die gelungene Chronikarbeit, die bis in das Jahr 2012 heraufreicht und von Haidenberger unter dem Titel „Die Zentimeter des Groß- und Kleinglockners in Worten“ vorgestellt wurde.

Sepp Haidenberger präsentierte stolz das 1800 Seiten umfassende Werk.

 

„Es war in den 1980er-Jahren, als mir Theresia Rainer drei Hefte mit einer Abschrift der Kurzthaler-Chronik in die Hand drückte“, erinnerte sich Haidenberger an die Ursprünge seiner Tätigkeit. Über Jahre hinweg hatte er diese Aufzeichnungen aufbewahrt und sie erst im Jahre 2004 wieder hervorgeholt, als er als Obmann der Trachtenmusikkapelle Kals einiges über die Vergangenheit des Kalser Musikwesens herausfinden wollte.

Im Zuge der intensiveren Beschäftigung mit den Heftchen entschloss sich Sepp Haidenberger, diese frühere Chronik, in der das 20. Jahrhundert zur Gänze fehlte, zu digitalisieren und zu vervollständigen. Seitdem sind etwas mehr als neun Jahre des Ergänzens und Forschens vergangen, wobei Haidenberger in dieser Zeit nicht nur von seiner Frau Edith, sondern auch von Seiten der Gemeinde, die nun auch den Druck des Werkes ermöglichte, Unterstützung erhielt.

Am Abend des 10. Mai, der von der Saxophongruppe der Trachtenmusikkapelle Kals musikalisch umrahmt wurde, informierte Sepp Haidenberger über den Inhalt der drei Chronikbände und las kurze Begebenheiten, v.a. das 20. Jhdt. betreffend, daraus vor. Die Chronik kann in Zukunft im Gemeindeamt, in der Bücherei und in der Schule von Interessierten eingesehen werden. Im Anschluss an die Veranstaltung gab ein kleiner Imbiss Gelegenheit für regen Meinungsaustausch und die Diskussion verschiedener Fragen.

 

Text: J. Hilgartner, Fotos: Journal/Sulzenbacher

12. Mai 2013 um