Vortrag von Forum Land über Krebsbehandlung
Bei einem Vortrag am Mittwoch, 27.3., im Landgasthof Steiner in Matrei sprach Univ.-Prof. DI Dr. Peter Lukas über moderne Strahlentherapie für Krebspatienten.
Statistisch erkrankt jeder dritte Mensch in Österreich im Laufe seines Lebens einmal an Krebs. Viele Tumorerkrankungen werden erfolgreich mit einer Strahlentherapie behandelt. Trotzdem haben immer noch viele Menschen Angst vor der Strahlung. Univ.-Prof. DI Dr. Peter Lukas vom Vorstand der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Innsbruck versuchte bei einem Vortrag aus der Reihe „Medizin für Land und Leute“ am Mittwoch, 27. März 2013, im Landgasthof Steiner in Feld bei Matrei zu erklären, dass diese Angst unbegründet ist.
„In den vergangenen Jahren hat sich die moderne Krebstherapie sehr stark verbessert. Derzeit können in Tirol 64 Prozent der Krebserkrankungen geheilt werden. Damit liegt das Bundesland Tirol deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von etwas mehr als 50 Prozent“, erklärte Lukas. Ein Grund für diese gute Heilungsquote sei die Zentralisierung der Krebsbehandlung. Die Universitätsklinik Innsbruck verfügt über das einzige Strahlenzentrum in Tirol.
In seinem spannenden Vortrag erläuterte Prof. Lukas, warum es fallweise möglich ist, eine Krebserkrankung ohne Messer, also nur mit Strahlen, zu behandeln. „Röntgenstrahlen werden in der modernen Medizin nicht nur zur Diagnostik, sondern auch in der Behandlung eingesetzt“, erklärte er. Bei der Strahlentherapie werden ionisierende Strahlen, also hochenergetische Röntgenstrahlen, dazu verwendet, das Krebsgewebe zu zerstören oder zumindest an seinem Wachstum zu hindern.
„Inzwischen ist es möglich, Tumore gezielt und sehr effektiv zu bestrahlen und damit das gesunde Gewebe in der Umgebung zu schonen. Auch konnten Verbesserungen bei der Effektivität und bei der notwendigen Strahlendosis erzielt werden“, so Lukas. Dabei würden die PatientInnen von der guten Forschungsarbeit an der Medizinischen Universität Innsbruck profitieren. „Es ist sehr wichtig, dass die PatientInnen immer in der genau gleichen Position liegen wie bei den vorherigen Behandlungen und sich nicht bewegen. In Innsbruck wurde beispielsweise ein automatischer Liegetisch entwickelt, der sich anpasst, sollte sich die Lage der Patientin oder des Patienten verändern. Dadurch können wir noch exakter bestrahlen“, so Prof. Lukas.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Forum Land