Verein VAGET: „Mobile Psychiatrische Pflege“ in Osttirol

Seit 23 Jahren gibt es den Verein VAGET in Tirol. 2017 wurde die VAGET-Niederlassung in Lienz und 2020 jene in Matrei i.O. eröffnet.

Im Bezirk Lienz gehören dem VAGET-Team aktuell fünf MitarbeiterInnen an, als VAGET-Bereichsleiter Osttirol fungiert Thomas Weiskopf. Er informiert, dass mit dem Angebot der Non-Profit-Organisation in Osttirol eine lange bestehende Versorgungslücke geschlossen werden konnte. „Derzeit betreuen wir 40 KlientInnen über 60 Jahren, sind aber davon überzeugt, dass der eigentliche Bedarf wesentlich höher ist. Leider wissen immer noch viele Angehörige nicht, dass es uns als außerstationäre gerontopsychiatrische Einrichtung gibt und dass wir echte Hilfestellung bieten können.“ Dabei wäre die Kontaktaufnahme mit VAGET, wie Thomas Weiskopf betont, eine sehr einfache. „Für Fragen und Erstinformationen stehe ich von Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr allen Interessierten unter der Tel. 0676/8982902121 unverbindlich zur Verfügung. Die eigentliche Pflegeleistung übernehmen dann nach Terminvereinbarung unsere Mitarbeiterinnen Olivia Swette und Rebecca Klaunzer vom Büro in Matrei bzw. Sofia Edlinger und Martina Blasisker vom Büro in Lienz aus.“

Die Betreuungsinhalte von VAGET zielen auf die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität bzw. Mobilität der Klienten ab und schließen die Motivation durch Gespräche, das Fördern von Restfähigkeiten, Gedächtnistraining, den Aufbau einer Tages- und Wochenstruktur in Kooperation mit anderen ambulanten Einrichtungen, die Begleitung und Entlastung von Angehörigen, die Krisenintervention und anderes mehr ein. Darüber hinaus holt man die Menschen nach Krankenhausaufenthalten auf Wunsch der Angehörigen auch ab und pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, Sozialarbeitern oder auch Sachwaltern. Das Spektrum der Krankheitsbilder sei, so Thomas Weiskopf, ein sehr breites und habe, u.a. aufgrund der steigenden Anzahl älterer Menschen, in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Es reicht von Demenzerkrankungen, von denen heute immer öfter auch schon Menschen ab 60 betroffen sind, über Depressionen, affektive Störungen, Alkohol- oder Drogenabhängigkeiten und Schizophrenie bis hin zu neurologischen Erkrankungen wie MS oder Parkinson.

„VAGET wird“, wie der Osttirol-Bereichsleiter abschließend betont, „vom Land Tirol, ebenso wie beispielsweise die Sozialsprengel, aus dem Topf der Mindestsicherung finanziert. Die Kosten für die Klienten sind einkommens- und pflegegeldabhängig. Die Betreuungsdauer kann, je nach Bedarf, von einer Stunde bis zu zehn Stunden und mehr pro Woche reichen.“

Nähere Informationen unter www.vaget.at

 

Auftrag und Ziel von VAGET ist es, älteren psychisch/neurologisch erkrankten Menschen die bestmögliche individuelle Betreuung und Pflege, basierend auf einer wertschätzenden und vertrauensvollen Beziehung, zu bieten. Dahinter steht ein multiprofessionelles Team mit Fachwissen im psychiatrischen Pflege- und Sozialbereich.

 

Text: Josef Hilgartner, Fotos: Osttirol Journal und AdobeStock

17. Mai 2021 um