VAGET Osttirol: Mobile Hilfe und Pflege bei psychischen Erkrankungen im Alter
Mit 6 MitarbeiterInnen betreut VAGET in Osttirol jährlich ca. 70 KlientInnen mit psychischen oder neurologischen Erkrankungen ab dem Alter von 60 Jahren und deren Angehörige.
Seit 25 Jahren übernimmt der Verein VAGET (Verbund Außerstationärer Gerontopsychiatrischer Einrichtungen Tirols) die Aufgabe der mobilen psychiatrischen Pflege. „Bis zur Gründung unseres Standortes in Lienz im Jahr 2017 gab es in Osttirol keine Versorgung in diesem Bereich. 2020 kam ein Standort in Matrei hinzu. Unser Team in Osttirol besteht aus sechs MitarbeiterInnen und setzt sich aus psychiatrischen und allgemeinen Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sowie PflegeassistentInnen zusammen. Wir haben beobachtet, dass Betroffene und Angehörige in ländlichen Gebieten wie Osttirol sehr viel zurückhaltender sind, Hilfe anzunehmen, als im städtischen Bereich“, erklärte Mag. Gertrud Devich, Geschäftsführerin VAGET Pflege Tirol bei einem Mediengespräch in Lienz.
Besonders wichtig sei die Zusammenarbeit mit den Wohn- und Pflegeheimen, den mobilen Pflegediensten und den Krankenhäusern. „Fast jeder 4. leidet im Laufe des Jahres an Symptomen psychischer Erkrankungen. Im Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Depressionen oder vor allem auch an Demenz zu leiden. Insbesondere nimmt mit zunehmendem Alter auch der Medikamentenmissbrauch zu. Wir wollen stationäre Aufenthalte im Krankenhaus so kurz wie möglich halten und die Betroffenen so schnell wie möglich wieder in das häusliche Umfeld entlassen. Wir sehen uns als erste Anlaufstelle bei schweren Erkrankungen. VAGET ist für uns ein wichtiger Netzwerkpartner, und wir raten, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so Primar Dr. Martin Huber, Leiter der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am BKH Lienz.
Primar Dr. Martin Huber: „Wir sehen unsere Abteilung im BKH Lienz als erste Anlaufstelle bei psychischen Erkrankungen. Wir stellen die Erstdiagnose und treten auch in der Krisenintervention auf den Plan. Wir raten, offener mit dem Thema psychische Gesundheit im Alter umzugehen. Wer frühzeitig Hilfe in Anspruch nimmt, kann schwierige Situationen vermeiden. VAGET ist für uns ein wichtiger Partner.“
Die Krankheitsbilder der von VAGET betreuten Menschen sind sehr unterschiedlich. „Grundsätzlich betreuen wir Menschen ab dem Alter von 60 Jahren. Etwa die Hälfte unserer KlientInnen sind an Demenz erkrankt. Häufig sind auch Depressionen oder Angststörungen, dazu kommen manisch-depressive Erkrankungen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder seltener Schizophrenie“, informierte DPGKP Thomas Weiskopf, Leiter der VAGET-Standorte Lienz und Matrei. Das VAGET-Team in Osttirol setzt sich aus psychiatrischen und allgemeinen Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sowie aus PflegeassistentInnen zusammen.
„Zu unseren Betreuungsinhalten zählt allem voran der Aufbau einer tragfähigen professionellen Beziehung zu unseren KlientInnen. Darauf aufbauend findet die Motivation und Aktivierung durch Gespräche, das Erhalten und Fördern von Restfähigkeiten, die Biografie-Arbeit und das Gedächtnistraining statt. Wir übernehmen aber auch Organisatorisches, stellen zum Beispiel Arztkontakte her oder beobachten die Einhaltung der medikamentösen Therapie. Vor allem möchten wir auch Angehörige entlasten“, so Weiskopf.
Die Kosten für eine Betreuung durch VAGET werden durch das Land Tirol gefördert. Das Erstgespräch ist kostenlos, der Selbstbehalt abhängig vom Einkommen der KlientInnen.
Text: Redaktion, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

