Pflege: „CareManagement” und „HerzMobil” sichern Versorgung im Bezirk Lienz

Das Landesinstitut für integrierte Versorgung (LIV) konnte 2022 die zwei Versorgungsprogramme mit der Implementierung in Osttirol auf das gesamte Bundesland Tirol ausrollen.

Die Koordinationsstelle CareManagement wurde im Oktober 2022 in Lienz eingerichtet. „Das Land Tirol hat schon sehr früh verstanden, wie groß die Herausforderungen für die pflegenden Angehörigen aber auch für die Sprengel ist, und wir wissen, welch hervorragende Arbeit sie leisten. Um die Pflege noch besser zu unterstützen, haben wir als erste Region in Österreich einen klaren Schritt gesetzt und die Koordinationsstelle CareManagement Tirol eingerichtet und dieses Angebot auch bereits im Strukturplan Pflege verankert“, erklärt Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele.

Bernhard Pfeifer, Vorstand Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol und Universitätsprofessor der Division für Gesundheitsvernetzung und Telehealth an der UMIT-Tirol, ergänzt: „Durch diese Koordinationsstelle für Pflege und Betreuung wird auch Information und Beratung im Rahmen einer koordinierten Netzwerkarbeit angeboten, um den Pflegenden und Pflegebedürftigen passende Lösungen für ihre Anliegen zu bieten und über Unterstützungsmöglichkeiten informieren zu können. Die Hauptaufgabe unserer neuen Koordinatorinnen wird es aber sein, Pflegeeinrichtungen stärker zu vernetzen, zu koordinieren, zu beraten und zu informieren.“

Pflegende Angehörige erhalten kostenlose Erstinformation über Pflegeinrichtungen, Pflegeorganisation sowie sozial-rechtliche Grundlagen rund um die Pflege zu Hause. „Mit Lena Lepuschitz und Claudia Obererlacher konnten wir zwei ausgewiesene Expertinnen für diese sehr komplexe und vielfältige Aufgabe gewinnen. Unsere Koordinatorinnen stehen im gesamten Bezirk zur Unterstützung des Pflegesystems aber auch von pflegenden Angehörigen zur Verfügung“, erklärt Gabi Schiessling, Landeskoordinatorin CareManagement Tirol, das Ziel des Projekts.

 

v.l.n.r.: Bgm. Bernhard Zanon (Gemeindeverbandsobmann BKH Lienz), Veronika Hofer (Pflege HerzMobil Tirol), Melanie Kreidl (Bezirkskoordinatorin HerzMobil Tirol), Bettina Fetz (Landeskoordinatorin HerzMobil Tirol), Landesrätin Cornelia Hagele, Bernhard Pfeifer (Vorstand LIV Tirol), Pflegedirektor Robert Hieden

 

HerzMobil Tirol

HerzMobil Tirol feierte letztes Jahr seinen 10. Geburtstag. Tirol war das erste Bundesland, das aufbauend auf der Österreichischen Gesundheitsreform einen Versorgungspfad im Bereich der Herzinsuffizienz in Kombination mit Telemedizin implementiert hat. Das Projekt wurde als gemeinsame Initiative mit den Sozialversicherungsträgern und dem Land Tirol ins Leben gerufen.

„HerzMobil Tirol war unser erstes integriertes telemedizinisches Versorgungsprogramm am LIV Tirol. Hier wurde Pionierarbeit geleistet, alle weiteren Programme profitieren von dieser Aufbauarbeit. Insgesamt wurden bisher mit HerzMobil Tirol über 1.000 PatientInnen betreut. Das durchschnittliche Alter ist 70 Jahre. Im Programm beschäftigen wir 19 Pflegepersonen (10 VZÄ) und 65 NetzwerkmedizinerInnen in Tirol. In Osttirol betreuen drei InternistInnen und drei AllgemeinmedizinerInnen die PatientInnen. Zwei Pflegepersonen machen das Osttiroler Team komplett. Das Team in Lienz nahm am 1. Dezember 2022 seine Arbeit auf“, erklärt LIV-Vorstand Bernhard Pfeifer.

Die PatientInnen werden von einem inter- und multidisziplinären Team bestehend aus niedergelassenen ÄrztInnen und spezialisierten Pflegekräften betreut. Ein engmaschiges Netz, das durch die moderne Informationstechnologie ermöglicht wird, sorgt für eine laufende Kontrolle der PatientInnen und ermöglicht so ein zeitnahes Reagieren auf bestimmte Entwicklungen”, erklärt Bettina Fetz, Landeskoordinatorin von HerzMobil Tirol.

So kann beispielsweise die Medikation schrittweise optimiert werden, ohne dass der Patient/die Patientin einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen muss. Ein eigens programmiertes Smartphone mit spezieller Handy-App hilft den PatientInnen, ihre Gesundheitsparameter an das Betreuungsteam zu übertragen. Befindlichkeit, Puls, Blutdruck, Gewicht sowie die Einnahme der Medikamente sind durch wenige Klicks direkt bei der spezialisierten Pflege. „Dadurch gewinnen die PatientInnen Lebensmut, Sicherheit und Bewegungsfreiheit zurück. Sie können sichergehen, dass ihr Umgang mit der Erkrankung, ihr Lebensstil, ihre Essgewohnheiten sowie ihre Bewegungseinheiten optimal auf ihre Bedürfnisse und die ihrer Erkrankung abgestimmt sind“, so Bettina Fetz abschließend.

 

Text: Redaktion, Fotos: LIV/Seeberger

24. April 2023 um