Mobiles Palliativteam Osttirol: Hilfestellung am Ende des Lebens
80 Prozent der Menschen in Tirol haben den Wunsch, die letzten Tage ihres Lebens zu Hause zu verbringen, hier betreut zu werden und hier auch sterben zu können.
Viele werden jedoch zuletzt, ob aus medizinischen und/oder sozialen Gründen, noch in stationäre Einrichtungen gebracht. Um dem entgegenzuwirken und um eine Begleitung am bevorzugten Wohn- und Sterbeort zu ermöglichen, hat man sich im Bundesland Tirol in den vergangenen Jahren darum bemüht, eine landesweite Hospiz- und Palliativversorgungsstruktur aufzubauen. Ab 2011 fungierte Osttirol, ebenso wie der Bezirk Reutte, als Pilotregion für die Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol. Die daraus gewonnenen Erfahrungen flossen auch in das landesweite Hospiz- und Palliativversorgungsprogramm ein, das im Jänner 2020 im Innsbrucker Landhaus präsentiert wurde. Einen wichtigen Teil dieses Programmes stellen die „Mobilen Palliativteams“ dar, von denen es aktuell tirolweit sechs, darunter auch eines im Bezirk Lienz, gibt. Das „Mobile Palliativteam Osttirol“ (MPT) hat bereits im September 2018, nach einer Reorganisation, seine Arbeit aufgenommen.
Ein Team, das Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet: Im Bild v.l.n.r.: Miriam Stabinger, Clemens Skrabal, Selina Grader, Sozialarbeiterin Alina Eichhorner, Svenja Resinger sowie Christine Ganeider
Dem Team gehören neben Dr. Clemens Skrabal MPH auch die diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen Christine Ganeider, Svenja Resinger, Selina Grader und Miriam Stabinger sowie Sozialarbeiterin Alina Eichhorner BA an. „Wir unterstützen die Übergänge zwischen Krankenhaus und häuslicher Versorgung, sind bei den Menschen zu Hause, aber auch als Konsiliardienst (PKD) im stationären Bereich des BKH Lienz beratend und anleitend tätig und bieten unsere Erfahrungen in Sachen Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Palliativpflege und psychosozialer Begleitung an“, informiert Dr. Skrabal, der Leiter des MPT und PKD. „Das Ziel der palliativen Arbeit besteht in den meisten Fällen darin, den Verbleib von Betroffenen, ihrem Wunsch entsprechend, bis zu ihrem Lebensende in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Dies gelingt dann, wenn verschiedene Strukturen, wie An- und Zugehörige, Hausärzte, Gesundheits- und Sozialsprengel, die Wohn- und Pflegeheime, das Bezirkskrankenhaus Lienz, die Hospizgemeinschaft Osttirol, die 24-Stunden-Pflege und unser mobiles Team eine Art ,Betreuungsnetzwerk‘ bilden, um dem Wunsch der PatientInnen nachzukommen.“ Die palliative Versorgung dreht sich nicht ausschließlich um die letzten Lebensstunden. Sie setzt weit vorher ein und stellt die Lebensqualität und die Selbstbestimmtheit der Betroffenen in den Mittelpunkt. „Dafür hat unser Team ein sehr wichtiges Gut im Gepäck – Zeit. Diese nehmen wir uns, um sie bei den PatientInnen und ihren Angehörigen zu verbringen. Wir hören zu, beraten und versuchen, effizient Leid zu lindern und die Lebensqualität aller zu verbessern.“ Ergänzend dazu steht man den Betroffenen auch in sozialrechtlichen Fragen zur Seite. Sozialarbeiterin Alina Eichhorner unterstützt auf Wunsch, wenn es um einen Antrag auf Pflegegeld, um die Inanspruchnahme der Familienhospizkarenz oder um die Organisation einer Erwachsenenvertretung, um nur drei Beispiele von vielen zu nennen, geht. Eine zusätzliche Serviceleistung umfasst die Bereitstellung von kostenfreien Pflegehilfsmitteln wie Rollstühlen, Infusionsständern etc. „Dies ist uns dadurch möglich, weil wir das ganze Jahr über Spenden für die Arbeit unseres Teams erhalten“, so Dr. Skrabal, der sich gemeinsam mit dem Team sehr herzlich bei jedem Einzelnen dafür bedanken möchte. Der Auftrag des „Mobilen Palliativteams Osttirol“ ist es, im Bezirk Lienz die „Palliative Care“ in allen gesellschaftlichen Strukturen zu etablieren und den Menschen verständlich zu machen.
Die Betreuung durch das „Mobilie Palliativteam Osttirol“, das seinen Sitz im BKH Lienz hat, ist kostenlos. Für nähere Informationen ist man unter der Tel.: 04852/606-82611 oder der E-Mail: mobilespalliativteam@kh-lienz.at erreichbar. Spenden an das MPT werden gerne entgegengenommen: IBAN: AT09 3600 0000 0929 1436
Text: J. Hilgartner, Fotos: AdobeStock, Osttirol Heute